Abo
  • Services:

RCS-Galileo: Staatstrojaner für Android- und iOS-Geräte im Einsatz

Kaspersky und Citizen Lab haben einen Staatstrojaner für mobile Endgeräte gefunden, der aktiv eingesetzt wird. Die mobilen RCS-Trojaner können ein infiziertes Gerät orten, damit Fotos machen, auf Kalendereinträge zugreifen und die Kommunikation überwachen.

Artikel veröffentlicht am ,
Kaspersky-Gründer und -Chef Eugene Kaspersky
Kaspersky-Gründer und -Chef Eugene Kaspersky (Bild: Alexey Sazonov/AFP/Getty Images)

Ein mobiler Staatstrojaner für die Betriebssysteme Android und iOS, der Teil der Spionage-Software Remote Control System (RCS) oder Galileo ist, wird aktiv eingesetzt. Das gab der russische Sicherheitsexperte Kaspersky, der die Untersuchung zusammen mit Citizen Lab durchführte, am 24. Juni 2014 bekannt. Die Software werde von dem italienischen Hersteller HackingTeam speziell entwickelt.

Stellenmarkt
  1. über Dr. Heimeier & Partner, Management- und Personalberatung GmbH, Süddeutschland
  2. Kratzer Automation AG, verschiedene Standorte

Zu den Opfern zählen Aktivisten, Menschenrechtler, Journalisten und Politiker, erklärte Kaspersky. Die mobilen RCS-Trojaner verfügen über verschiedene Überwachungsmöglichkeiten: Sie können ein infiziertes Gerät orten, damit Fotos machen, auf Kalendereinträge zugreifen oder neu eingelegte SIM-Karten registrieren. Zudem können Telefongespräche ebenso wie SMS-Nachrichten oder Mitteilungen über Viber, Whatsapp und Skype überwacht werden.

Die Angreifer arbeiten zur Verbreitung des Schadsoftware mit Spear-Phishing und Methoden des Social Engineering, oftmals ergänzt durch Exploits, Zero-Day-Schwachstellen und lokale Angriffen über USB, während mobile Geräte mit einem Computer synchronisiert werden. Dabei werden auf den Angegriffenen speziell angepasste Versionen des Staatstrojaners eingesetzt.

Um iPhones zu infizieren muss das serienmäßig für bestimmte Funktionen gesperrte iOS-Gerät zunächst einem Jailbreak unterzogen werden. Dies könne mit Hilfe des Tools Evasi0n auch über bereits infizierte Rechner aus der Ferne erfolgen, gefolgt von einer Infektion, so die Experten von Kaspersky. Voraussetzung ist jedoch ein Jailbreak für das aktuelle iOS 7.1.1.

Zudem haben die Entwickler der mobilen Trojaner sehr genau darauf geachtet, dass die Schadsoftware nicht entdeckt wird. So sei versucht worden, die Gerätebatterie zu schonen. Einige Spionagefunktionen werden deshalb erst dann aktiv, wenn sie benötigt werden. Eine Audio-Aufzeichnung startet nur, wenn sich das Gerät des Opfers mit einem bestimmten WLAN-Netzwerk, etwa dem am Arbeitsplatz verbunden hat, wenn die SIM-Karte ausgetauscht wird, oder sich die Batterie gerade auflädt.

"Dass die Firma HackingTeam mobile Trojaner für die Betriebssysteme Android und iOS herstellt, war seit längerem bekannt. Die Schadsoftware wurde jedoch noch nie bei einem Angriff entdeckt und identifiziert", berichtet Kaspersky.

Kaspersky-Lab-Mitarbeiter beschäftigen sich seit Jahren mit der RCS-Malware. Sie konnten in diesem Jahr zunächst nur einige Samples mobiler Module identifizieren, die zu den zu vorher gefundenen Konfigurationsdateien der RCS-Malware passten. Zuletzt wurden weitere Sample-Varianten über das Kaspersky Security Network (KSN) gemeldet, bei dem Informationen zu Cyberattacken erhoben werden.

Bei ihrer jüngsten Analyse entdeckte Kaspersky über 320 RCS-Command-and-Control-Server in über 40 Ländern. Die Mehrheit der C&Cs stand in den USA, Kasachstan, Ecuador, Großbritannien und Kanada. Dies bedeute "nicht automatisch, dass sie auch von den dortigen Strafverfolgungsbehörden genutzt werden", sagte Sergey Golovanov, Principal Security Researcher bei Kaspersky Lab, sei aber eine Möglichkeit.

Kaspersky erklärt, die RCS- oder Galileo-Spionage-Software-Tools unter den Namen Backdoor.Win32.Korablin, Backdoor.Win64.Korablin, Backdoor.Multi.Korablin, Rootkit.Win32.Korablin, Rootkit.Win64.Korablin, Rootkit.OSX.Morcut, Trojan.OSX.Morcut, Trojan.Multi.Korablin, Trojan.Win32.Agent, Trojan-Dropper.Win32.Korablin, Trojan-PSW.Win32.Agent, Trojan-Spy.AndroidOS.Mekir und Backdoor.AndroidOS.Criag zu erkennen und abzuwehren.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 59,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie (Release 05.10.)
  2. ab 69,99€ mit Vorbesteller-Preisgarantie (Release 26.10.)
  3. 47,99€
  4. 45,99€ (Release 12.10.)

User_x 28. Jun 2014

öhm... den gibts doch schon. schurkenstaaten :-) ...trifft aber auch auf uns mit der...

Anonymer Nutzer 26. Jun 2014

Mit welcher Software geht das genau?

User_x 26. Jun 2014

wie jetzt? eine schnittstelle erst realisieren, um die dann abschalten zu können? genial...

Sybok 25. Jun 2014

Ist mir alles bekannt! Nur ist Windows Mobile nicht mit Windows CE for Embedded...

Anonymer Nutzer 25. Jun 2014

die allermeisten von euch haben die Missionarsstellung wohl noch nie aus der passiven...


Folgen Sie uns
       


Google Home Max im Test

Der Home Max ist Googles teuerster smarter Lautsprecher. Mit einem Preis von 400 Euro gehört er zu den teuersten smarten Lautsprechern am Markt. Der Home Max kann wahlweise im Hoch- oder Querformat verwendet werden und liefert einen guten Klang, schafft es aber nicht, sich den Rang der Klangreferenz zu erkämpfen. Dafür liegt der Home Max bei der Mikrofonleistung ganz vorne und gehört damit zu den besten Google-Assistant-Lautsprechern am Markt.

Google Home Max im Test Video aufrufen
Zahlen mit Smartphones im Alltagstest: Sparkassenkunden müssen nicht auf Google Pay neidisch sein
Zahlen mit Smartphones im Alltagstest
Sparkassenkunden müssen nicht auf Google Pay neidisch sein

In Deutschland gibt es mittlerweile mehrere Möglichkeiten, drahtlos mit dem Smartphone zu bezahlen. Wir haben Google Pay mit der Sparkassen-App Mobiles Bezahlen verglichen und festgestellt: In der Handhabung gleichen sich die Apps zwar, doch in den Details gibt es einige Unterschiede.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Smartphone Auch Volksbanken führen mobiles Bezahlen ein
  2. Bezahldienst ausprobiert Google Pay startet in Deutschland mit vier Finanzdiensten

Energietechnik: Die Verlockung der Lithium-Luft-Akkus
Energietechnik
Die Verlockung der Lithium-Luft-Akkus

Ein Akku mit der Energiekapazität eines Benzintanks würde viele Probleme lösen. In der Theorie ist das möglich. In der Praxis ist noch viel Arbeit nötig.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Elektroautos CDU will Bau von Akkuzellenfabriken subventionieren
  2. Brine4Power EWE will Strom unter der Erde speichern
  3. Forschung Akku für Elektroautos macht es sich im Winter warm

Yara Birkeland: Autonome Schiffe sind eine neue Art von Transportsystem
Yara Birkeland
Autonome Schiffe sind eine neue Art von Transportsystem

Die Yara Birkeland wird das erste elektrisch angetriebene Schiff, das autonom fahren soll. Das ist aber nicht das einzige Ungewöhnliche daran. Diese Schiffe seien ein ganz neues Transportmittel, das nicht nur von den üblichen Akteuren eingesetzt werde, sagt ein Experte.
Ein Interview von Werner Pluta

  1. Power Pac Strom aus dem Container für Ozeanriesen
  2. Yara Birkeland Norwegische Werft baut den ersten autonomen E-Frachter
  3. SAVe Energy Rolls-Royce bringt Akku zur Elektrifizierung von Schiffen

    •  /