RCEP: Warum China plötzlich auf Freihandel setzt

China und andere wichtige asiatische Herstellerländer von Elektronikprodukten haben ein Freihandelsabkommen geschlossen. Dessen Bedeutung geht weit über rein wirtschaftliche Fragen hinaus.

Eine Analyse von veröffentlicht am
Virtuelle Unterzeichnung von RCEP: Die Wirtschaftsleistung der beteiligten Länder wird erkennbar steigen.
Virtuelle Unterzeichnung von RCEP: Die Wirtschaftsleistung der beteiligten Länder wird erkennbar steigen. (Bild: Asean)

Es ist die größte Freihandelszone der Welt: 15 Länder mit 2,2 Milliarden Menschen. Darunter sind zwei der größten Volkswirtschaften der Welt sowie die wichtigsten Herstellerländer von Elektronikprodukten. Es ist ein deutliches Signal an den Westen.

Inhalt:
  1. RCEP: Warum China plötzlich auf Freihandel setzt
  2. Freihandel trotz politischer Uneinigkeit
  3. Das asiatisch-pazifische Jahrhundert

Neun Jahre wurde über das Abkommen mit der Bezeichnung Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP) verhandelt. Die Initiative ging vom Verband Südostasiatischer Nationen (Association of Southeast Asian Nations, Asean) aus, dem Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, die Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam angehören. Weitere Partner sind China, Japan und Südkorea sowie Australien und Neuseeland.

Indien ist eingeladen beizutreten

Von den Zahlen her ist RCEP gewaltig: In diesen Ländern lebt knapp ein Drittel der Weltbevölkerung. Zusammen machen sie 30 Prozent der Weltwirtschaftsleistung aus und 28 Prozent des Welthandels. Und es könnten noch mehr werden: Indien war während der Verhandlungen ausgestiegen. Die 15 Partner haben dem Land aber explizit die Möglichkeit eingeräumt, RCEP beizutreten.

Zwar gab es vorher schon einige Freihandelsabkommen zwischen verschiedenen Ländern der Region, etwa im Asean oder zwischen dem Asean und China. Mit RCEP werden die verschiedenen Regelungen vereinheitlicht.

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Was auch dringend nötig war: Denn statt den Handel zu vereinfachen, haben die diversen Abkommen in der Region eher zu mehr Komplexität geführt. Anstatt für Zölle hätten Unternehmen Geld für die Dokumentation der Herkunft ihrer Produkte ausgeben müssen, um die Vorteile der Handelsabkommen nutzen zu können, schreibt Heribert Dieter von der Stiftung für Wissenschaft und Politik (SWP) in einem Aufsatz.

RCEP soll Ordnung ins Regel-Wirrwarr bringen

Das Ergebnis: Nur knapp ein Viertel des Handels wurde nach den Regeln der bilateralen Handelsabkommen abgewickelt, deren Unübersichtlichkeit ein Wissenschaftler einmal mit dem Gewirr in einem Nudeltopf verglich. Die restlichen knapp 80 Prozent erfolgten nach den Regeln der Welthandelsorganisation der Vereinten Nationen, der World Trade Organization (WTO), wie eine Studie des Pacific Economic Cooperation Council im Jahr 2015 ergab.

Neben den Ländern, die schon durch mehr oder weniger gewinnbringende Verträge miteinander verbunden waren, gibt es auch solche, die erstmalig einem solchen Konstrukt beitreten: China, Japan und Südkorea, die drei größten Volkswirtschaften der Asien-Pazifik-Region, waren bisher noch nicht zusammen in einem Freihandelsabkommen. Alle drei haben eine auf Export ausgerichtete Wirtschaft, wobei Hightech-Produkte einen wichtigen Bestandteil ausmachen.

Das Abkommen werde es Unternehmen erleichtern, in anderen RCEP-Ländern zu investieren, sagte der Handelsminister des Stadtstaates Singapur, Chan Chun Sing, der dortigen Tageszeitung Strait Times. Die Bürokratie werde vereinfacht. Das gilt vor allem für die Regeln zum Herkunftsnachweis eines Produkts, so dass ein Produzent für den Export in die Mitgliedsländer künftig nur noch ein Dokument benötigt. Das dürfte auch für die Produktionsketten in der Elektronikindustrie relevant sein. Bereiche wie E-Commerce, Wettbewerbspolitik und geistiges Eigentum, wurden laut Chan in das RCEP aufgenommen.

Mir der Europäischen Union (EU), die einen freien Verkehr von Waren und Dienstleistungen vorsieht, ist RCEP dennoch nicht vergleichbar.

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Freihandel trotz politischer Uneinigkeit 
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Peace Р03. Dez 2020

Danke, kurz, knackig und interessant!

Moriath 02. Dez 2020

Die haben uns schon überholt. Das sehen die meisten nur nicht. Das ist ungefähr so wie im...

Kaiser Ming 02. Dez 2020

Gibt einige Politiker die der Meinung sind man müsste diese Strategie der Amis...

Bouncy 02. Dez 2020

Uiuiui, hier steht aber eine falsche Wahrnehmung im Raum. Gastronomie in D = 0,9% BIP. 1...

demon driver 02. Dez 2020

Griechenland ist auch nicht kategorial "korrupter" als irgendein anderes Land...


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