Razzien in Indien: Amazon und Microsoft wollen gegen Callcenter-Betrug vorgehen

Auf dem Cloud-Markt sind Amazon und Microsoft Konkurrenten, nun arbeiten die beiden Konzerne aber zusammen. Gemeinsam mit der indischen Bundespolizeibehörde wollen sie verstärkt gegen Betrüger vorgehen, die sich als Techsupport der Unternehmen ausgeben. Dabei gab es erste Razzien gegen betrügerische Callcenter.
Auf X(öffnet im neuen Fenster) gab das indische Central Bureau of Investigation (CBI) den Start der Operation Chakra-II zur Bekämpfung organisierter Cyberkriminalität bekannt. Bei einer landesweiten Razzia seien rund 76 Orte durchsucht worden, teilte die Polizeibehörde mit. Dabei seien Laptops, Mobiltelefone und Festplatten beschlagnahmt worden.
Die Operation sei durch die Internetkonzerne unterstützt worden, schrieb Microsoft in einem Blogbeitrag(öffnet im neuen Fenster) . "Wir sind der festen Überzeugung, dass Partnerschaften wie diese nicht nur notwendig, sondern auch entscheidend sind, um ein sichereres Online-Ökosystem zu schaffen" , erklärte Amy Hogan-Burney von Microsoft. Dieselben Cyberkriminellen würden auf die Kunden beider Unternehmen abzielen.
"Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit Microsoft und glauben, dass Partnerschaften wie diese entscheidend sind, um Verbraucher vor Betrug zu schützen" , schrieb Kathy Sheehan, Vice President bei Amazon in einem Blogpost(öffnet im neuen Fenster) . Amazon versuche, "Betrügern einen Schritt voraus zu sein, aber wir können diesen Kampf nicht allein gewinnen."
Tatsächlich warnte der Onlinehändler in diesem Jahr schon mehrfach vor gängigen Betrugsmaschen. Im Sommer soll es vermehrte Phishing-Versuche gegeben haben , bei denen Amazon-Kunden angebliche Bestellbestätigungen per E-Mail, Textnachricht oder Anruf erhielten. Anfang des Jahres warnte Amazon vor Fake-Anrufen . In beiden Fällen wurde versucht, an Zahlungsdaten der betroffenen Kunden zu gelangen.
Das CBI spricht von mehr als 2.000 Opfern in den untersuchten Fällen. Betrüger hätten sich als Kundendienstmitarbeiter ausgegeben und versucht, per Fernzugriff Zugang zu den Computern ihrer Opfer zu erlangen. Betroffen gewesen seien vor allem Nutzer aus den USA, Großbritannien sowie Deutschland.



