Razzia oder Umzug: Movie2k ist offline
Das illegale Streamingportal Movie2k ist seit dem 29. Mai 2013 offline. Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) erklärte Golem.de: "Zurzeit ist gar nichts mehr unter der Adresse movie2k.to erreichbar. Die genauen Gründe kennen wir nicht. Wir haben aus dem Kino.to-Verfahren viele Erkenntnisse über illegale Streamingportale erhalten und an verschiedene Behörden weitergeleitet. Das könnte der Grund sein."
Zu neuen Hinweise gibt es einen aktuellen Bericht bei Golem.de .
Möglich sei auch, dass es einen Zusammenhang mit der Festnahme des mutmaßlichen früheren Uploaders des Streaming-Portals Kino.to gibt. Nach Schließung von Kino.to habe er bei den aktuell aktiven illegalen Streaming- und Download-Angeboten für kontinuierlichen Nachschub an Kino- und Spielfilmen gesorgt, und die Links zu den Dateien an Movie2k oder Kinox.to weitergegeben, erklärte die GVU. Da er bei der Festnahme ein Geständnis ablegte, kam der Beschuldigte nicht in Haft.
Movie2k ist nicht mehr erreichbar, weil der Domainname nicht mehr per DNS zu einer IP-Adresse aufgelöst werden kann. Davon sind nicht nur DNS-Server in Deutschland, zum Beispiel von der Telekom oder Vodafone betroffen, sondern offenbar alle. So kann Googles DNS-Server den Namen auch nicht mehr auflösen. Üblicherweise haben nur die Eigentümer, eines Domainnamens beziehungsweise deren Hoster, Einfluss darauf, auf welche IP-Adresse ein Domainname verweist.
Die Branchenorganisation Motion Picture Association hatte vor dem britischen High Court of Justice ein Urteil erstritten, nachdem die dortigen Internet Service Provider Movie2K blockieren mussten. Das wurde mit Hilfe von Proxys von Pirate Bay jedoch schnell umgangen.
Das Onlinemagazin Torrentfreak berichtete(öffnet im neuen Fenster) : "Torrentfreak kontaktierte die Site-Betreiber vor Stunden, aber wir haben noch nichts von ihnen gehört, was ungewöhnlich ist, da sie in der Regel sehr schnell reagieren."
Movie2k hat laut GVU bei weitem den größten Umfang unter den illegalen Streamingportalen. Das seit 2008 aktive Portal ermöglichte Ende 2012 den Zugriff auf 24.200 illegale Filmkopien in diversen Sprachfassungen, davon annähernd 9.500 mit deutscher Tonspur. Bis zum 2. Februar 2013 wurde dieser Katalog auf fast 27.000 vergrößert. Zu jedem Film können die Nutzer zwischen mehreren Kopien auf bis zu 17 Streamhostern wählen. Die Seite liegt auf Servern in Rumänien.
Movie2k verzeichnete laut GVU auch den größten Besucheranstieg der illegalen Angebote: Ende 2011 lag die Seite im Alexa-Ranking auf Platz 58 der beliebtesten Internetseiten in Deutschland. Vor sechs Wochen belegte sie Rang 35. Inzwischen ist Movie2k auf Platz 22 der in Deutschland am häufigsten aufgesuchten Seiten aufgerückt. Für Deutschland ist das Alexa-Ranking nur bedingt aussagekräftig. Doch auch bei Google Trends legte Movie2k stark zu.
Kurz zuvor: Das Urteil zu Torrent.to
Am 30. April 2013 wurde der Betreiber der Website Torrent.to vom Amtsgericht Aachen zu drei Jahren und zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Jens R. war nach Ansicht der Richter der frühere Verantwortliche des Portals für Torrent-Links. Er betrieb diese Internetseite zwischen Dezember 2005 und April 2008 mit dem Vorsatz, dort mit größtmöglichem Profit Werbeplätze zu vermieten, die er über sein eigenes Werbenetzwerk vermarktete, so das Gericht. Seinen Mitarbeitern habe er extrem niedrige Löhne gezahlt.
Damit habe R. in Spitzenzeiten monatlich Einnahmen im hohen fünfstelligen Bereich erzielt, so der Vorsitzende Richter. Die illegale Bittorrent-Portalseite habe, so das Gericht, in Spitzenzeiten eine "marktführende Rolle" gespielt und sei mit dem 2011 geschlossenen illegalen Streaming-Portal Kino.to vergleichbar gewesen. Matthias Leonardy, GVU-Geschäftsführer, sagte: "Wir wissen zudem, dass sich der Angeklagte und die Kino.to-Chefs kannten."
Mit dem Strafmaß ging das Gericht über die Forderung der Staatsanwaltschaft nach drei Jahren und sechs Monaten hinaus. Der Angeklagte hat sich im gesamten Verfahren nicht zu den Anschuldigungen geäußert. Der Richterspruch ist noch nicht rechtskräftig.
- Anzeige Hier geht es zu den aktuellen Blitzangeboten bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



