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Razzia in Baden-Württemberg: Polizei schaltet illegales Streaming-Netzwerk ab

Die Polizeibeamten haben insgesamt sieben Personen festgenommen, die Pay-TV -Inhalte entschlüsselt und illegal weiterverkauft haben sollen.
/ Marc Stöckel
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Im Rahmen einer Razzia in Baden-Württemberg wurden sieben Personen festgenommen. (Bild: MARVIN RECINOS/AFP via Getty Images)
Im Rahmen einer Razzia in Baden-Württemberg wurden sieben Personen festgenommen. Bild: MARVIN RECINOS/AFP via Getty Images

Strafverfolgungsbeamte aus dem Landkreis Reutlingen sowie benachbarten Landkreisen haben am Dienstag insgesamt sieben Tatverdächtige wegen des Verdachts auf gemeinschaftlichen banden- und gewerbsmäßigen Computerbetrug festgenommen. Die Beschuldigten sollen Pay-TV-Inhalte illegal weiterverkauft haben. Rund 150 Polizeibeamte sollen an dem Einsatz beteiligt gewesen sein und im Rahmen mehrerer Durchsuchungen umfangreiches Beweismaterial beschlagnahmt haben.

Wie aus einer gemeinsamen Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Tübingen und des Polizeipräsidiums Reutlingen(öffnet im neuen Fenster) hervorgeht, sollen die Beschuldigten einer aus insgesamt elf Personen bestehenden Gruppe angehören, die "banden- und gewerbsmäßig in erheblichem Umfang illegale Stream-Sharing-Dienste unterschiedlichster Art einer noch unbekannten Anzahl von zahlenden Kunden zur Verfügung gestellt" habe.

Drei der Tatverdächtigen sollen die Sendeinhalte legal erworbener Pay-TV-Abonnements entschlüsselt und über eigene Server gegen Bezahlung einem Netzwerk aus Komplizen bereitgestellt haben, die die Streams ihrerseits kostenpflichtig an Endkonsumenten weiterreichten. Grundlage dafür sei ein schneeballähnliches Vertriebssystem sowie ein über private Räumlichkeiten bereitgestelltes Servernetzwerk gewesen.

Zahlreiche Geräte und Waffen beschlagnahmt

Den am Dienstag durchgeführten Durchsuchungen sei eine richterliche Anordnung vorausgegangen. Die Einsatzkräfte konnten dabei zahlreiche Geräte wie PCs, Notebooks, Server, Datenträger und Mobiltelefone in ihren Besitz bringen. Bei einem 56-jährigen Reutlinger, dem eine führende Rolle in der kriminellen Gruppe zugeschrieben wird, seien außerdem mehrere legale und eine illegale Schusswaffe beschlagnahmt worden. Infolge der Razzia seien jetzt auch keine Zugriffe der Konsumenten auf die illegalen Streaming-Angebote mehr möglich.

Fünf der sieben festgenommenen Beschuldigten, alle zwischen 54 und 57 Jahre alt, sollen sich nun in Untersuchungshaft befinden. Die Haftbefehle gegen die übrigen beiden Tatverdächtigen habe der zuständige Haftrichter unter Auflagen außer Vollzug gesetzt.

Die Höhe des durch die illegalen Streaming-Angebote entstandenen Schadens könne noch nicht beziffert werden. Es sei aber davon auszugehen, dass legalen Anbietern dadurch Einnahmen entgangen seien, die "mindestens im hohen sechsstelligen Bereich liegen" . Finanzielle Ermittlungen sowie Ermittlungen zum Tatbeitrag der verhafteten Personen und möglichen weiteren Beteiligten seien derzeit noch im Gange.


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