Razzia: Betrüger sollen alte Smartphones als neu verkauft haben
Bei der europaweiten Großrazzia(öffnet im neuen Fenster) zu mutmaßlich betrügerischen Smartphone-Angeboten haben Fahnder von Zoll und Steuerfahndung nach Schätzung eines Reporters der Deutschen Presse-Agentur (dpa) allein in Krefeld zehn- bis fünfzehntausend Geräte beschlagnahmt. Die Beamten scannten in einem Krefelder Gewerbegebiet in einer Lagerhalle mit mehreren Arbeitsstraßen die Smartphones Gerät für Gerät, um die Seriennummern zu erfassen.
Bei der europaweit angelegten Razzia mit rund 160 Durchsuchungen in 19 Ländern geht es um aus gebrauchten Teilen zusammengesetzte Mobilgeräte, die über das Internet als Neuware verkauft worden sein sollen. Die Europäische Staatsanwaltschaft EuStA schätzt den Schaden auf mindestens 300 Millionen Euro, wie sie in Luxemburg mitteilte. Es handelt sich demnach um mindestens eine Million verkaufter Smartphones.
Vor der Halle war ein Überseecontainer aufgebaut, um die Smartphones später abzutransportieren. Tatverdächtige seien nicht mehr vor Ort, hieß es. Bereits am 26. September 2026 wurden laut der EUStA sieben Verdächtige festgenommen – vier davon in Deutschland, zwei in Österreich und eine Person in Spanien. Darunter sind demnach auch die beiden mutmaßlichen Anführer der Organisation.
Halle wurde beschattet
Die Halle in Krefeld wurde nach dpa-Informationen seitdem von Einsatzkräften beschattet, bis die Fahnder am 29. September 2026 zuschlugen. Grund für die Festnahmen bereits am Samstag waren demnach Erkenntnisse aus der Telefonüberwachung der Verdächtigen: Demnach wollten zwei Beteiligte eine längere Dienstreise ins Ausland aufbrechen. Dem kamen die Ermittler zuvor.
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