Razer Ava: Der agentische KI-Tänzer im Einmachglas
Wenn KI für etwas gut sei, dann scheinbar dafür, eine Figur im Glas tanzen zu lassen – diesen Eindruck vermittelt Razers neue KI-Begleitung Ava zunächst. Ava ist eine animierte Figur in einem transparenten Zylinder, die auf Musik reagiert und tanzen kann.
Doch hinter dem ungewöhnlichen Auftritt steckt ein wohl ernst gemeintes Technikprojekt: ein KI-Assistent, der nicht nur redet, sondern Aufgaben erledigen soll.
Razer(öffnet im neuen Fenster) stellte Ava auf der GDC 2026 (Game Developers Conference) erstmals ausführlich vor. Bei der Erstankündigung im Frühjahr 2025 war Ava noch als Overlay im Spiel gedacht – eine Art KI-Orb, der den Bildschirm analysiert und während des Spielens Tipps gibt.
Inzwischen wurde das Konzept erweitert. "Wir haben Ava von eurem Bildschirm heruntergeholt und zu einem interaktiven AI-Desktop-Companion gemacht" , sagte eine Razer-Managerin bei der Präsentation.
Der Assistent steckt nun in eigener Hardware. In dem Gerät befindet sich ein rund 5,5 Zoll großes holografisches Display, auf dem ein vollständig animierter Avatar dargestellt wird.
Laut Razer soll sich die Interaktion weniger wie klassische Software und mehr wie ein Charakter anfühlen. "Statt mit einer 2D-Oberfläche zu sprechen, interagiert ihr mit einem vollständig animierten Avatar auf eurem Schreibtisch" , hieß es im Vortrag.
Zur Ausstattung gehören Lautsprecher, eine HD-Kamera, Fernfeldmikrofone sowie Chroma-RGB-Beleuchtung, die sich mit Razers Beleuchtungssystem synchronisieren kann.
Wir sahen das Gerät bei der Präsentation aus der Nähe: Das Hologramm ist erstaunlich klar erkennbar und wirkt tatsächlich dreidimensional, gleichzeitig ist die Hardware deutlich leichter als erwartet. Auf den ersten Blick sieht es so aus, als wäre der Zylinder mit Flüssigkeit gefüllt, es handelt sich aber um eine optische Projektion.
Frisch erweitert um agentische Funktionen
Technisch interessanter als die ungewöhnliche Darstellung ist jedoch Razers KI-Infrastruktur. Das System nutzt eine sogenannte Inference Control Plane, die Anfragen dynamisch an verschiedene KI-Modelle weiterleitet.
Die Plattform entscheidet anhand von Rechenaufwand und Latenz, ob eine Anfrage lokal auf dem Rechner oder in der Cloud verarbeitet wird. Ziel ist es, Rechenkosten zu reduzieren und gleichzeitig schnellere Antworten zu ermöglichen.
Hinzu kommen Integrationen mit Drittanbieter-Apps. Ava kann nicht nur Fragen beantworten, sondern auch Aktionen auslösen, etwa Spotify starten oder Einstellungen in Razers Software Synapse ändern. In der Demo reagierte der Avatar auf Musik und begann zu tanzen.
Neu ist auch ein agentischer Ansatz. Statt einzelne Befehle auszuführen, kann Ava komplexe Aufgaben planen und mehrere Schritte automatisch abarbeiten. Ein Beispiel aus der Präsentation: Ein Nutzer bat Ava, ein Foto aufzunehmen und es direkt in einem Ausgaben-Tracker zu speichern. Die KI öffnete Kamera-App und Zielsoftware selbstständig und bestätigte anschließend den Abschluss der Aufgabe.
Noch weiter geht Razers Idee der Zusammenarbeit zwischen mehreren Assistenten. Zwei Ava-Instanzen können miteinander kommunizieren, um etwa Termine zu koordinieren oder eine gemeinsame Gaming-Session zu planen.
Ava soll zunächst in einer Betaversion erscheinen, für die sich Interessenten registrieren können. Laut Razer ist der Start für die zweite Hälfte des Jahres 2026 geplant. Einen Preis für die Hardware nannte das Unternehmen bislang nicht. Ein ausführlicheres Hands-on mit dem ungewöhnlichen KI-Avatar plant Golem in den kommenden Tagen.
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