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Der Start braucht eine neue Raketenstufe

Für den Start des 20-mal so großen BA-330 soll eine Atlas-V-552-Rakete zum Einsatz kommen. Sie ist die einzige Rakete der ULA, die 20 Tonnen in einen niedrigen Erdorbit bringen kann - abgesehen von der Delta IV Heavy, die aber etwa doppelt so teuer ist. Bemerkenswert ist dabei die "2" in der Typenbezeichnung, sie deutet auf eine Centaur-Oberstufe mit zwei RL-10-Triebwerken hin. Diese Konfiguration ist noch nie mit einer Atlas-V-Rakete geflogen und wurde auch noch nie für sie gebaut. Über die Entwurfsprüfung ist diese Oberstufe bisher noch nicht hinausgekommen.

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Auf die Frage, ob Bigelow Aerospace auch mit anderen Anbietern für Trägerraketen, wie etwa SpaceX, verhandeln wolle, sagte Robert Bigelow, die ULA sei die einzige Firma, die derzeit eine ausreichend große Nutzlastverkleidung für das BA-330 habe. Auf die Möglichkeit, dass SpaceX eine größere Nutzlastverkleidung bauen könne, ging er nicht ein - obwohl der Aufwand dafür nicht größer sein dürfte als die Entwicklung einer neuen Oberstufe für die Atlas V.

SpaceX ist der größte Konkurrent der ULA

Bigelow und SpaceX verbindet nicht nur der Start des Beam. Bis 2011 bestand zwischen den Firmen auch ein Vertrag über den Start des Sundancer-Moduls von Bigelow, zu dem es aber nie kam. Auch ein Modell des BA-330-Moduls, das auf der Pressekonferenz gezeigt wurde, hatte ein angedocktes Dragon-Raumschiff.

Wegen der Konkurrenz zwischen der ULA und SpaceX ist die Situation kompliziert und nicht ohne Peinlichkeit für alle Beteiligten. Mit der billigen Falcon-9-Rakete hat SpaceX die ULA unter großen wirtschaftlichen Druck gesetzt. Ein Flug der Atlas V 401, die kleinste Variante der Rakete, kostete zuletzt 164 Millionen US-Dollar, während SpaceX die leistungsstärkere Falcon 9 für nur 61 Millionen US-Dollar anbietet.

Noch schlimmer wurde die Situation für die ULA durch die Tatsache, dass die Atlas V als ihre wichtigste Rakete ein russisches Haupttriebwerk hat, das RD-180, und seit dem Ukraine-Konflikt aus politischen Gründen immer wieder in Frage gestellt wird. Am Tag der Pressekonferenz gab die ULA bekannt, dass sie 375 Mitarbeiter (10 Prozent der Belegschaft) entlassen werde, um konkurrenzfähiger zu werden.

Bigelows Vision von der Demokratisierung des Weltraums

Bigelow hat die Vision, sein Modul für alle Interessenten zu öffnen, hofft aber zunächst, die Nasa als Hauptkunden zu gewinnen. Sollte die Nasa nicht interessiert sein oder sollten die Regularien für ein Andocken an die ISS nicht einzuhalten sein, hält sich Bigelow die Option offen, das Modul als frei fliegende Raumstation zu betreiben.

Zu Details des Geschäftsmodells äußerte sich Bigelow nicht, nur so viel: Er sieht sich vor allem als Serviceprovider für Kunden, die eigene Projekte durchführen wollen. Dazu gehören auch Weltraumtouristen oder "Amateur-Astronauten". Außerdem soll eine Initiative gestartet werden, mit der junge Leute zu Astronauten ausgebildet werden und nach Erreichen des 21. Lebensjahres in den Weltraum fliegen sollen.

Wie ernst es den Beteiligten dieser Partnerschaft mit diesen Plänen ist, wird sich noch zeigen müssen. Die Motivation und Zahlungsfähigkeit von Bigelow steht jedenfalls kaum in Frage.

 Kooperation im All: ULA soll privates Raumstationsmodul für Bigelow starten
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