Raumsonde: Hayabusa 2 schießt mit Panzerfaust auf Asteroiden
Die Sonde Hayabusa 2 umkreist zurzeit den Asteroiden Ryugu. Neben der Vermessung und detaillierten Photographie des Asteroiden gehört auch die Probennahme zu den Aufgaben der Sonde. Schon im Februar wurde Ryugu mit einem einer Pistolenkugel ähnlichen Projektil beschossen, um Proben von der Oberfläche aufzuwirbeln und anschließend einzufangen.
Am Freitagmorgen fährt die Sonde schweres Geschütz auf: "Kleiner tragbarer Impaktor" SCI (Small Carry-on Impactor)(öffnet im neuen Fenster) nennt die Jaxa das Instrument, das nach dem Prinzip der Hohlladung funktioniert, ähnlich wie eine Panzerfaust. 4,5 kg Sprengstoff werden hinter einer nach innen gebogenen Kupferplatte gezündet. Die äußeren Teile der 2,5 kg schweren Platte werden von dem Sprengstoff etwas weniger stark beschleunigt als die inneren, bewegen sich aber gleichzeitig nach innen. So formt sich ein längliches Projektil.
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Es wird mit einer Geschwindigkeit von 2 Kilometern pro Sekunde in dem Asteroiden einschlagen und so in viel tiefere Schichten eindringen als das 5 Gramm schwere, aus Tantal bestehende Geschoss im Februar. Bevor auf diese Weise ein etwa 2 Meter großer Krater in den Asteroiden geschossen wird, muss Hayabuse hinter dem Asteroiden in Sicherheit gebracht werden. SCI wird vor der Zündung zusammen mit zwei Kameras von Hayabusa abgesetzt, die aus einer Entfernung von einem Kilometer Bilder des gesamten Manövers liefern sollen.
Anschließend werden die Wissenschaftler den entstandenen Krater ausfindig machen und vermessen. Die Daten werden vor allem zur Altersbestimmung von Asteroiden verwendet werden. Umso älter die Oberfläche eines Asteroiden ist, desto mehr Einschläge einer bestimmten Größe hat sie. Eine genaue Bestimmung hängt aber davon ab, wie gut der Mechanismus der Kraterentstehung von den Wissenschaftlern verstanden wird.
Anschließend wird die Sonde zu einem weiteren Landemanöver mit Probenentnahme dirigiert, bei dem wieder ein kleines Tantalgeschoss zum Einsatz kommt. Die freigelegten tieferen Schichten des Asteroiden sind weit weniger stark von der kosmischen Teilchenstrahlung und der Wärme der Sonne betroffen, wodurch mehr wissenschaftliche Erkenntnisse möglich sein sollen.
Für die Auswertung ist entscheidend, dass das Material der Geschosse sehr rein ist, um die gewonnenen Proben nicht zu kontaminieren. So müssen die Forscher zwar alle Messungen der vergleichsweise seltenen Metalle Kupfer und Tantal ignorieren, aber die restlichen Stoffe bleiben unbeeinflusst. Das sehr seltene Tantal ist in dieser Hinsicht viel besser für die wissenschaftliche Auswertung geeignet. Allerdings ist das harte Metall zwar für kleine Projektile geeignet, aber nicht verformbar genug für eine Hohlladung wie SCI.
Das gesamte Manöver wird am Freitag ab 3 Uhr MEZ live auf Youtube übertragen. Dabei soll es auch eine englische Simultanübersetzung geben. Das Geschoss soll nach derzeitiger Planung um 4:36 Uhr abgefeuert werden.(öffnet im neuen Fenster) Regelmäßige Updates gibt es zudem beim englischen Twitter-Account der Jaxa.(öffnet im neuen Fenster)
Nachtrag vom 5. April 2019, 12:42 Uhr
Die japanische Raumfahrtagentur Jaxa hat inzwischen Bilder von Hayabusa 2 empfangen, die den Erfolg der Operation bestätigen.
Nachtrag vom 25. April 2019, 12:20 Uhr
Inzwischen hat die Sonde Hayabusa 2 die Einschlagstelle auf dem Asteroiden Ryugu neu kartographiert und dabei den neu erzeugten Krater gefunden.(öffnet im neuen Fenster) Auf Twitter wurde außerdem eine Vorher-Nachher-Animation veröffentlicht.
https://t.co/Ktija7qhbX(öffnet im neuen Fenster)SCI衝突前後を比較した写真: pic.twitter.com/4HgRWW686j(öffnet im neuen Fenster)
— 小惑星探査機「はやぶさ2」 (@haya2_jaxa) April 25, 2019(öffnet im neuen Fenster)
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