Raumsonde Dart: Aufbruch zur Asteroiden-Abwehr

Die Nasa-Raumsonde Dart ist am 24. November erfolgreich ins All gestartet. Sie soll den Asteroiden Dimorphos per Einschlag umleiten.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Eine künstlerische Darstellung von der Nasa-Raumsonde Dart und ihrem Zielort, dem Doppel-Asteroiden-System Didymos
Eine künstlerische Darstellung von der Nasa-Raumsonde Dart und ihrem Zielort, dem Doppel-Asteroiden-System Didymos (Bild: John Hopkins, APL/Nasa)

Am 24. November um 7:22 Uhr (MEZ) ist die Raumsonde Dart von der Vandenberg-Air-Force-Basis (Kalifornien, USA) aus in den Weltraum aufgebrochen - zwei Minuten nach der ursprünglich vorgesehenen Startzeit. Sie wurde mit einer Falcon-9-Trägerrakete vom privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX in den Orbit befördert und soll bis zum 30. September 2022 das Doppel-Asteroiden-System Didymos erreichen, wo die Raumsonde auf einem der beiden Asteroiden einschlagen soll.

Der Name Dart steht für Double Asteroid Redirection Test (zu Deutsch doppelter Asteroiden-Umlenkungstest) und ist eine Technologiedemonstration. Die amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa möchte mit dem Test die Möglichkeiten einer frühzeitigen Asteroidenabwehr erproben. Auf der Missionsseite der Behörde heißt es, dass dieses Asteroidensystem "ein perfektes Testgelände" sei, auf dem man herausfinden könne, "ob der absichtliche Einschlag eines Raumfahrzeugs in einen Asteroiden ein wirksames Mittel ist, um dessen Kurs zu ändern, falls in der Zukunft ein die Erde bedrohender Asteroid entdeckt wird."

Einschlag auf dem Asteroidensystem Didymos

Bei Didymos (griech. Zwilling) handelt es sich um ein System aus zwei Asteroiden. Der größere von ihnen hat einen Durchmesser von 780 Metern und wurde 1996 entdeckt. Sein kleinerer Mond befindet sich circa 1.100 Meter von Didymos entfernt und wurde 2003 entdeckt. Dimorphos (griech. zwei Formen) hat einen rückläufigen Orbit und einen Durchmesser von circa 160 Metern.

Die Sonde ist so konzipiert, dass sie mit einer Geschwindigkeit von etwa 24.000 Kilometern pro Stunde auf den kleineren von beiden Asteroiden treffen soll. "Bei der Technik der kinetischen Impaktoren handelt es sich um die Ablenkung eines Asteroiden durch die plötzliche Zufuhr von Schwung. Einfacher ausgedrückt: Dart soll mit einem Asteroiden kollidieren, um dessen Umlaufzeit zu verändern", erklärte der Missionsleiter Clayton Kachele der Nasa. Weiter sagte er: "Die Dynamik des Asteroiden-Zweikörpers ermöglicht es Dart, eine Geschwindigkeitsänderung zu bewirken, die innerhalb des Asteroidensystems gemessen werden kann."

Wie real ist die Gefahr aus dem All?

Gefährlich ist das Asteroidenpaar jedoch nicht. Ebenso wie viele andere Asteroiden und Kometen, die durch unser Sonnensystem fliegen. "Kein bekannter Asteroid, der größer als 140 Meter ist, hat eine signifikante Chance, die Erde in den nächsten 100 Jahren zu treffen", heißt es bei der Nasa. Bislang sind über eine Millionen Asteroiden und knapp 4.000 Kometen bekannt, die sich in unserem Sonnensystem befinden.

Die Dart-Mission soll das Wissen über Asteroiden erweitern - ebenso wie es bereits die japanische Hayabusa 2 getan hat, die eine Probe des Asteroiden Ryugu im Dezember 2020 zur Erde gebracht hat. Eine weitere Probe vom Asteroiden Bennu wurde von der Osiris-Rex-Mission der Nasa eingesammelt. Diese soll 2023 die Erde erreichen. Weitere Missionen sind bereits geplant. Ob die Dart-Mission die Umlaufbahn von Dimorphos tatsächlich beeinflussen kann, wird sich im Herbst 2022 herausstellen.

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