Koreanische Instrumente sollen die Geheimnisse des Monds aufdecken

Aus Korea kommt der Lunar Terrain Imager (LUTI), eine hochauflösende Kamera, die Bilder von der Mondoberfläche machen soll. Das Kari-Forschungsteam kann damit die Landestelle für seine eigene zukünftige Mondlandung auskundschaften.

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Ein Gammastrahlen-Spektrometer befindet sich ebenfalls an Bord der Raumsonde. Mit ihm soll die vom Mond freigesetzte hochenergetische Gammastrahlung untersucht werden. Die Energieniveaus dieser Strahlen sind mit den Elementen verknüpft, die sie erzeugen. Dadurch können Forscher und Wissenschaftlerinnen die elementare Zusammensetzung bestimmter Mondmaterialien bestimmen.

Genauso wie mit der zweiten koreanischen Kamera, der polarimetrischen Weitwinkelkamera (Polcam). Es ist das erste Mal in der Raumfahrt, dass polarimetrische Bilder von der gesamten Oberfläche eines Himmelskörpers gemacht werden sollen. Ausgenommen sind in dieser Mission jedoch die Polregionen des Mondes. Mit diesen Bildern können die detaillierten Eigenschaften des Mondregoliths untersucht und die mineralische Zusammensetzung des Mondes besser verstanden werden. Dies wiederum kann bei der Auswahl geeigneter Landeplätze helfen, um zukünftige Mondlandungen sicherer zu machen.

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Das letzte Instrument ist ein Magnetometer. Zwar hat der Mond sein globales Magnetfeld verloren, weist aber lokale magnetische Merkmale wie Wirbel auf. Aus dem mondnahen Orbit heraus sollen die schwachen Magnetfelder gemessen werden. Das Forschungsteam erhofft sich damit herauszufinden, wie sehr das Mondmagnetfeld vor krebserregender kosmischer Strahlung schützt. Außerdem will das Forschungsteam anhand der Daten mehr über die Vergangenheit des Mondes und seines Magnetfeldes erfahren.

Start der koreanischen Mondmission und der lange Weg zum Mond

Die südkoreanische Raumsonde soll sich an Bord einer Falcon-9-Trägerrakte vom privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX befinden. Gestartet wird vom Launch-Komplex 40 am US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral an der Küste Floridas. Der Start soll am 5. August 2022 um 8:08 Uhr (koreanischer Zeitzone) erfolgen. In Deutschland wird es dann 1:08 Uhr (MESZ) am 5. August sein.

SpaceX wird die Raumsonde zur erdnahen Parkumlaufbahn bringen. Von dort aus wird die Sonde in den elliptischen Transferorbit eintreten, um anschließend einen ballistischen Mondtransfer durchzuführen. Zwar wird die Raumsonde auf diesem Weg 1,6 Millionen Kilometer reisen müssen, bevor sie am Mond ankommt. Der durchschnittliche Abstand zwischen Erd- und Mondmitte beträgt jedoch nur 384.400 Kilometer.

Dieser Mondtransfer braucht dafür weniger Treibstoff, da er sich der Gravitationskräfte von Erde, Sonne und Mond bedient. Ende 2022 - voraussichtlich am 16. Dezember - soll die Raumsonde dann quasi von den Anziehungskräften des Mondes eingefangen werden und in seine Umlaufbahn gelangen. Ein ähnliches Manöver ist auch für die Capstone-Mondmission vorgesehen.

Danuris Ankunft am Mond

Zunächst wird die Raumsonde in einem Abstand von 70 bis 130 Kilometern um den Erdtrabanten kreisen, bevor sie ihre vorgesehene Umlaufbahn mit verschiedenen Verbrennungsmanövern erreichen soll. Wenn dies gelingt, wird Danuri für ungefähr ein Jahr lang in einer Höhe von 100 Kilometern den Mond in einer nahezu kreisförmigen Umlaufbahn entlang der Pole umrunden.

Die Hauptmission wird voraussichtlich am 31. Dezember beginnen und anschließend verlängert werden. Dann soll der Abstand zum Mond um 30 Kilometer verringert werden, so dass zwischen Raumsonde und Mondoberfläche nur noch 70 Kilometer liegen. Da die Danuri-Mission ursprünglich am 3. August erfolgen sollte, könnten sich das Einschwenken in den Mondorbit und der Beginn der wissenschaftlichen Missionsphase ebenfalls geringfügig nach hinten verschieben.

Den Mondorbit erreichen nur wenig Länder

Sobald das asiatische Land in die Mondumlaufbahn erfolgreich eingeschwenkt ist, darf es sich in eine überschaubare Liste von Ländern einreihen, denen dies gelungen ist. Das wären Russland - damals noch als Sowjetunion - 1959 mit der Luna-Mission, die USA (1964 mit Rangers 7), Japan (1990 mit Hiten), Europa (2003 mit Smart-1), Indien mit seiner Chandrayaan-1-Mission (2008) und China mit der Chang'e-2-Mission (2010). Somit kann Südkorea die Nummer sieben dieser Liste werden.

Danuri soll den Weg für weitere südkoreanische Mondmissionen ebnen. Anfang der 2030er Jahre soll sogar ein Rover auf der Mondoberfläche landen. Eine Vereinbarung mit den Amerikanern zur Zusammenarbeit bei den zukünftigen Artemis-Mondmissionen wurde ebenfalls geschlossen. Südkorea möchte sich langfristig auf der Mondoberfläche etablieren. Wie diese US-südkoreanische Kooperation genau aussehen wird, ist noch nicht bekannt. Doch bis dahin ist es noch ein weiter, Millionen Kilometer entfernter Weg.

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 Raumsonde Danuri: Koreas erste Mondmission fliegt mit SpaceX ins Weltall
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