Raumsonde: Bepicolombo zum ersten Mal bei Merkur

Bepicolombo ist 2018 zum Merkur aufgebrochen. Am 2. Oktober wurde das erste von sechs Swing-by-Manövern am Gesteinsplaneten durchgeführt.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Eine künstlerische Darstellung von der Bepicolombo-Mission vor dem Merkur
Eine künstlerische Darstellung von der Bepicolombo-Mission vor dem Merkur (Bild: ESA/ATG)

Am 2. Oktober hat sich die Raumfahrtmission Bepicolombo zum ersten Mal seinem Zielobjekt Merkur, dem innersten Planeten unseres Sonnensystems, angenähert. Dabei hat sie das erste von insgesamt sechs Swing-by-Manövern in einer Höhe von 200 Kilometern durchgeführt und die ersten Fotos übermittelt.

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Die Swing-by-Manöver sollen dabei helfen, die Geschwindigkeiten von der Raumsonde für die Annäherung an den Planeten zu drosseln. Laut Paolo Ferri von der Esa ist es so gut wie unmöglich, dass man eine Raumsonde direkt zum Merkur schickt. Die Gravitationskräfte der Sonne wären so stark, dass die Raumsonde einfach auf die Sonne fallen würde.

Drei solcher Swing-by-Manöver sind bereits erfolgt, aber nicht am Merkur. Eines fand im April 2020 an der Erde, zwei weitere Manöver im Oktober 2020 und August 2021 an der Venus statt. Das vierte Manöver wurde am 2. Oktober am Merkur durchgeführt, die nächsten sollen im Sommer 2022 und 2023, im September und Dezember 2024 sowie im Januar 2025 durchgeführt werden. In eine Umlaufbahn um den Planeten soll die Raumfahrtmission aber erst am 5. Dezember 2025 einschwenken.

Die zwei Sonden der Bepicolombo

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Die Raumfahrtmission wird gemeinsam von den europäischen und japanischen Raumfahrtbehörden Esa und Jaxa betrieben. Die Missionskontrolle bis zur Ankunft am Merkur liegt jedoch komplett bei der Esa und wird am ESOC, dem Europäischen Raumflugkontrollzentrum (European Space Operations Centre), in Darmstadt durchgeführt.

Die Bepicolombo-Mission besteht laut dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt DLR aus zwei Satelliten: dem europäischen Mercury Planetary Orbiter (MPO) und dem japanischen Mercury Magnetospheric Orbiter (MMO). Nach der Ankunft der Mission sollen die Sonden den Merkur in zwei unterschiedlichen Umlaufbahnen umkreisen.

Die Geschichte der Raumfahrt

Die europäische MPO-Raumsonde soll Merkur mit einer elliptischen Umlaufbahn von 480 bis 1.500 Kilometern Höhe und einer Umlaufzeit von etwas mehr als zwei Stunden umrunden. Die MMO-Raumsonde soll dafür circa neun Stunden brauchen, da sie den Planeten in einer Höhe zwischen 590 und 11.640 Kilometern umrunden soll.

Mit der Bepicolombo-Mission sollen unter anderem planetare Eigenschaften wie die genaue Form, Struktur und Geologie des Planeten erkundet werden. Außerdem möchte man herausfinden, wie der Kern und das Magnetfeld des Planeten entstanden sind und etwas über den Aufbau des letztgenannten erfahren.

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