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Raumschiffe: Russland entwickelt eine neue Sojus-Rakete

Größere Raumschiffe brauchen größere Raketen. Die Sojus-Rakete ist für das neue Federazija-Raumschiff zu klein und bekommt deswegen einen Nachfolger. Wegen der Geldknappheit in Russland ist daran nicht alles neu.

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Eine alte Sojus-2.1-Rakete in der Werkshalle. Ihr Nachfolger wird jetzt entwickelt.
Eine alte Sojus-2.1-Rakete in der Werkshalle. Ihr Nachfolger wird jetzt entwickelt. (Bild: Wikimedia)

Keine Rakete steht so sehr für die russische Raumfahrt wie die Sojus. Sie wurde nach dem gleichnamigen Raumschiff benannt, aber Raketen der gleichen Bauform fliegen schon seit 60 Jahren im Auftrag der Sowjetunion beziehungsweise Russlands. Wie die russische Nachrichtenagentur Tass mitteilt, haben jetzt offiziell die Arbeiten an einem Nachfolger begonnen, der Sojus 5. Das wurde nötig, weil das aktuelle, sieben Tonnen schwere Sojus-MS-Raumschiff im Jahr 2024 durch das neue russische Vehikel Federazija abgelöst werden soll, das mit 16 Tonnen zu schwer für die aktuelle Sojus-2.1-Rakete ist.

Inhalt:
  1. Raumschiffe: Russland entwickelt eine neue Sojus-Rakete
  2. Das russische Raumfahrtbudget ist knapp

Vor allem die Budgetprobleme der russischen Raumfahrt machen die Suche nach einer geeigneten Trägerrakete für Federazija schwierig. Jetzt wurde ein früher als Sunkar bekanntes Raketenkonzept in Sojus 5 umbenannt und soll das Problem endgültig lösen.

Ursprünglich sollte das Raumschiff mit der neuen Angara-5-Rakete fliegen. Aber die Entwicklung der dafür angedachten Variante für Personentransport, Angara 5P, wurde eingestellt. Die Angara-5-Raketen sollen vom neuen Kosmodrom Wostotschny aus starten, wo es durch Korruption und Geldmangel zu Streiks und immer weiteren Verzögerungen im Bau gekommen ist. Als Ersatz musste deshalb eine andere Rakete entwickelt werden, die wieder von Baikonur aus starten soll.

Die Technik der Sojus ist 60 Jahre alt

Da die neue Rakete mehr als die doppelte Nutzlast erreichen soll, muss die alte Bauform der Sojus endgültig aufgegeben werden. Ihre Tanks fassen nicht genug Treibstoff, um eine solche Nutzlast zu transportieren, und größere Tanks zu bauen, würde Investitionen in völlig neue Produktionsanlagen erfordern. Als die Rakete in den 1950er Jahren entwickelt wurde, war noch wenig über Flüge im Überschallbereich bekannt. Um mögliche Probleme mit aerodynamischen Kräften zu vermeiden, wurde ein fließender Übergang zwischen der zentralen Raketenstufe und den Boostern konstruiert.

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Deshalb sind die Booster kegelförmig. Im Vergleich zur Oberfläche hat ein Kegel aber ein viel kleineres Volumen als die gebräuchlichen zylindrischen Tanks und wiegen mehr. Die Form kann aber nicht verändert werden, ohne die gesamte Rakete neu zu entwickeln. Auch die Anlagen und Maschinen zum Bau der Booster müssten neu gebaut, der Integrations- und Startprozess überarbeitet werden. Dazu kommt die Triebwerkstechnik. Die Sojus-Rakete basiert auf der erstmals 1956 gestarteten Interkontinentalrakete R-7. Das Potential der Technik ist weitgehend ausgeschöpft.

Moderne russische Technik gehört zur Weltspitze ...

Zur Verdopplung der Nutzlast muss die Rakete also in jedem Fall von Grund auf neu konstruiert werden. Die Technik dafür ist vorhanden. Die modernsten russischen Triebwerke sind äußerst effizient und schubstark. Das RD-171 ist heute das schubstärkste Triebwerk der Welt, abgesehen von den Feststoffboostern des Space Shuttles, die beim gleichen Schub 25 Prozent mehr Treibstoff verbrauchen. Das russische Triebwerk wird in der halb so starken RD-180 Variante in der amerikanischen Atlas-V-Rakete benutzt. Eine der wenigen Raketen, die auch nach 72 Flügen noch keinen Fehlstart hatte.

Das RD-171 wurde in der sowjetischen Zenit-Rakete verwendet. Es hätte damit auch genau die Leistung, die für den Start von Federazija nötig wäre. Aber abgesehen vom russischen Haupttriebwerk wurde der Rest der Rakete in Fabriken der heutigen Ukraine konstruiert. Ohne Kooperation zwischen Russland und der Ukraine kann die Rakete nicht gebaut werden. Die Technik für eine bessere Rakete ist also vorhanden, und die Atlas V zeigt, dass ihre grundsätzliche Zuverlässigkeit auch nicht in Frage steht. Die Rakete muss nur noch entwickelt werden.

Das russische Raumfahrtbudget ist knapp 
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chabayo 04. Nov 2017

Ist auch nichts neues dran, ist vllt. was neues drin; schaffst du dir neues ran, ist mal...

daarkside 06. Sep 2017

Klar, ist nur eine Meinung, aber dennoch, für mich steht diese Rakete, diese Form, diese...

mrgenie 06. Sep 2017

Russische Ingenieure waren immer schon Meister mit wenig Ressourcen viel zu erreichen.

zilti 06. Sep 2017

Och, also lieber in eine Sojuz als in ein Space Shuttle... Und soo eng ist das nun auch...

schnedan 05. Sep 2017

das Kosmodrom Wostotschny war doch sein spezielles Baby - so sad


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