• IT-Karriere:
  • Services:

Das russische Raumfahrtbudget ist knapp

Das größte Problem bei der Entwicklung des Nachfolgers für die Sojus ist nicht die Kompetenz der Ingenieure oder das Niveau der Technik. Vielmehr ist durch gesunkene Erdölpreise und Sanktionen nach der Krim-Krise das Geld knapp geworden, und die Entwicklungsbudgets wurden stark gekürzt. Deshalb kann keine völlig neue Technik entwickelt werden, und es müssen so weit wie möglich vorhandene Anlagen für die Produktion und den Start der Rakete zum Einsatz kommen.

Stellenmarkt
  1. Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main, Düsseldorf
  2. Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB), verschiedene Standorte

Es gab weitaus fortgeschrittenere Konzepte mit methanbetriebenen Triebwerken, die auch unter dem Arbeitstitel Sojus 5 liefen. Aber das Budget für deren Entwicklung ist schlicht nicht mehr vorhanden. Der Beschreibung der Nachrichtenagentur Tass nach zu urteilen, zusammen mit schon zuvor bekannt gewordenen Daten, wird die Sojus 5 eine Kombination vorhandener Technik aus der Zenit- und Sojus-Rakete sein. Die erste Stufe soll von einer modernisierten und billiger herzustellenden Variante des Triebwerks, dem RD-171M, angetrieben werden, das zuvor für Flüge mit Menschen qualifiziert werden muss.

Die zweite Stufe benutzt wieder das alte Triebwerk

Beibehalten werden soll deshalb auch das schon qualifizierte, moderne Triebwerk der aktuellen Sojus-Oberstufe, das RD-0124. Davon sollen gleich zwei in der Sojus 5 verwendet werden, um ausreichend Schub zu erzeugen. Vor allem sind sie sehr kurz. Jedes der beiden Triebwerke hat vier Brennkammern und vier Düsen. Das hat den Vorteil, dass damit im Vergleich zu einem einzigen Triebwerk mit einer großen Brennkammer viel kürzere Düsen verwendet werden können, ohne dabei Effizienz zu verlieren.

Wichtig ist nur das Expansionsverhältnis, das Verhältnis der Flächen an der engsten und weitesten Stelle der Düse. Aber durch die nötige Glockenform werden Düsen von schubstarken Brennkammern mit großer Austrittsfläche sehr lang. Mit acht Brennkammern kann eine Raketenstufe effizent und trotzdem kompakt sein.

Die Rakete soll auch Satelliten starten

Die Rakete soll im Jahr 2022 zum ersten Mal fliegen. Der erste Flug eines Raumschiffs mit Besatzung soll aber erst nach einer Erprobungsphase zwei Jahre später stattfinden. Neben dem Raumschiff soll die Rakete auch kommerzielle Satelliten mit einer Masse bis zu fünf Tonnen in einen Übergangsorbit für geostationäre Satelliten bringen. Wegen der ähnlichen Technik soll die Sojus 5 auch kompatibel zu den Startrampen der Zenit-Raketen gebaut werden.

Dadurch kann die Rakete sowohl vom Kosmodrom Baikonur als auch auch von der Sea-Launch-Startplattform gestartet werden. Sea Launch war in den 1990ern ein russisch-ukrainisch-amerikanisch-norwegisches Unternehmen, das eine norwegische Ölbohrplattform zu einer Startrampe für Zenit Raketen umgebaut hat. Nach mehreren Wechseln ist Sea Launch jetzt ein rein russisches Unternehmen. Die Plattform macht es möglich, Raketen in internationalen Gewässern vom Äquator aus zu starten, was die Nutzlast bei Starts zum geostationären Orbit im Vergleich zu Baikonur um etwa 50 Prozent erhöhen kann.

Es muss sich zeigen, ob die Rakete mit einem geplanten Startpreis von 55 Millionen US-Dollar auch im Jahr 2022 noch konkurrenzfähig mit der Falcon-9-Rakete ist. Derzeit würde sie deren Startpreis von 62 Millionen US-Dollar knapp unterbieten. Die ersten konkreten Bilder und Baupläne der neuen Sojus 5 sollen im November veröffentlicht werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Raumschiffe: Russland entwickelt eine neue Sojus-Rakete
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (u. a. Monster Hunter Rice + Pro Controller für 99€, Animal Crossing: New Horizons für 46...
  2. 42,99€
  3. 7,49€

chabayo 04. Nov 2017

Ist auch nichts neues dran, ist vllt. was neues drin; schaffst du dir neues ran, ist mal...

daarkside 06. Sep 2017

Klar, ist nur eine Meinung, aber dennoch, für mich steht diese Rakete, diese Form, diese...

mrgenie 06. Sep 2017

Russische Ingenieure waren immer schon Meister mit wenig Ressourcen viel zu erreichen.

zilti 06. Sep 2017

Och, also lieber in eine Sojuz als in ein Space Shuttle... Und soo eng ist das nun auch...

schnedan 05. Sep 2017

das Kosmodrom Wostotschny war doch sein spezielles Baby - so sad


Folgen Sie uns
       


Opel Zafira-e Life Probe gefahren

Wir haben den Opel Zafira-e Life ausführlich getestet.

Opel Zafira-e Life Probe gefahren Video aufrufen
Programm für IT-Jobeinstieg: Hoffen auf den Klebeeffekt
Programm für IT-Jobeinstieg
Hoffen auf den Klebeeffekt

Aktuell ist der Jobeinstieg für junge Ingenieure und Informatiker schwer. Um ihnen zu helfen, hat das Land Baden-Württemberg eine interessante Idee: Es macht sich selbst zur Zeitarbeitsfirma.
Ein Bericht von Peter Ilg

  1. Arbeitszeit Das Sechs-Stunden-Experiment bei Sipgate
  2. Neuorientierung im IT-Job Endlich mal machen!
  3. IT-Unternehmen Die richtige Software für ein Projekt finden

Weclapp-CTO Ertan Özdil: Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!
Weclapp-CTO Ertan Özdil
"Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!"

Der CTO von Weclapp träumt von smarter Software, die menschliches Eingreifen in der nächsten ERP-Generation reduziert. Deutschen Perfektionismus hält Ertan Özdil aber für gefährlich.
Ein Interview von Maja Hoock


    Fiat 500 als E-Auto im Test: Kleinstwagen mit großem Potenzial
    Fiat 500 als E-Auto im Test
    Kleinstwagen mit großem Potenzial

    Fiat hat einen neuen 500er entwickelt. Der Kleine fährt elektrisch - und zwar richtig gut.
    Ein Test von Peter Ilg

    1. Vierradlenkung Elektrischer GMC Hummer SUV fährt im Krabbengang seitwärts
    2. MG Cyberster MG B Roadster mit Lasergürtel und Union Jack
    3. Elektroauto E-Auto-Prämie übersteigt in 2021 schon Vorjahressumme

      •  /