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Eine alte Sojus-2.1-Rakete in der Werkshalle. Ihr Nachfolger wird jetzt entwickelt.
Eine alte Sojus-2.1-Rakete in der Werkshalle. Ihr Nachfolger wird jetzt entwickelt. (Bild: Wikimedia)

Das russische Raumfahrtbudget ist knapp

Das größte Problem bei der Entwicklung des Nachfolgers für die Sojus ist nicht die Kompetenz der Ingenieure oder das Niveau der Technik. Vielmehr ist durch gesunkene Erdölpreise und Sanktionen nach der Krim-Krise das Geld knapp geworden, und die Entwicklungsbudgets wurden stark gekürzt. Deshalb kann keine völlig neue Technik entwickelt werden, und es müssen so weit wie möglich vorhandene Anlagen für die Produktion und den Start der Rakete zum Einsatz kommen.

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Es gab weitaus fortgeschrittenere Konzepte mit methanbetriebenen Triebwerken, die auch unter dem Arbeitstitel Sojus 5 liefen. Aber das Budget für deren Entwicklung ist schlicht nicht mehr vorhanden. Der Beschreibung der Nachrichtenagentur Tass nach zu urteilen, zusammen mit schon zuvor bekannt gewordenen Daten, wird die Sojus 5 eine Kombination vorhandener Technik aus der Zenit- und Sojus-Rakete sein. Die erste Stufe soll von einer modernisierten und billiger herzustellenden Variante des Triebwerks, dem RD-171M, angetrieben werden, das zuvor für Flüge mit Menschen qualifiziert werden muss.

Die zweite Stufe benutzt wieder das alte Triebwerk

Beibehalten werden soll deshalb auch das schon qualifizierte, moderne Triebwerk der aktuellen Sojus-Oberstufe, das RD-0124. Davon sollen gleich zwei in der Sojus 5 verwendet werden, um ausreichend Schub zu erzeugen. Vor allem sind sie sehr kurz. Jedes der beiden Triebwerke hat vier Brennkammern und vier Düsen. Das hat den Vorteil, dass damit im Vergleich zu einem einzigen Triebwerk mit einer großen Brennkammer viel kürzere Düsen verwendet werden können, ohne dabei Effizienz zu verlieren.

Wichtig ist nur das Expansionsverhältnis, das Verhältnis der Flächen an der engsten und weitesten Stelle der Düse. Aber durch die nötige Glockenform werden Düsen von schubstarken Brennkammern mit großer Austrittsfläche sehr lang. Mit acht Brennkammern kann eine Raketenstufe effizent und trotzdem kompakt sein.

Die Rakete soll auch Satelliten starten

Die Rakete soll im Jahr 2022 zum ersten Mal fliegen. Der erste Flug eines Raumschiffs mit Besatzung soll aber erst nach einer Erprobungsphase zwei Jahre später stattfinden. Neben dem Raumschiff soll die Rakete auch kommerzielle Satelliten mit einer Masse bis zu fünf Tonnen in einen Übergangsorbit für geostationäre Satelliten bringen. Wegen der ähnlichen Technik soll die Sojus 5 auch kompatibel zu den Startrampen der Zenit-Raketen gebaut werden.

Dadurch kann die Rakete sowohl vom Kosmodrom Baikonur als auch auch von der Sea-Launch-Startplattform gestartet werden. Sea Launch war in den 1990ern ein russisch-ukrainisch-amerikanisch-norwegisches Unternehmen, das eine norwegische Ölbohrplattform zu einer Startrampe für Zenit Raketen umgebaut hat. Nach mehreren Wechseln ist Sea Launch jetzt ein rein russisches Unternehmen. Die Plattform macht es möglich, Raketen in internationalen Gewässern vom Äquator aus zu starten, was die Nutzlast bei Starts zum geostationären Orbit im Vergleich zu Baikonur um etwa 50 Prozent erhöhen kann.

Es muss sich zeigen, ob die Rakete mit einem geplanten Startpreis von 55 Millionen US-Dollar auch im Jahr 2022 noch konkurrenzfähig mit der Falcon-9-Rakete ist. Derzeit würde sie deren Startpreis von 62 Millionen US-Dollar knapp unterbieten. Die ersten konkreten Bilder und Baupläne der neuen Sojus 5 sollen im November veröffentlicht werden.

 Raumschiffe: Russland entwickelt eine neue Sojus-Rakete

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anaxi 06. Sep 2017

Ich glaube nicht, dass er das OP das so gemeint hat. Das IPhone wurde nach dem Markstart...

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daarkside 06. Sep 2017

Klar, ist nur eine Meinung, aber dennoch, für mich steht diese Rakete, diese Form, diese...

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mrgenie 06. Sep 2017

Russische Ingenieure waren immer schon Meister mit wenig Ressourcen viel zu erreichen.

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zilti 06. Sep 2017

Och, also lieber in eine Sojuz als in ein Space Shuttle... Und soo eng ist das nun auch...

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schnedan 05. Sep 2017

das Kosmodrom Wostotschny war doch sein spezielles Baby - so sad

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