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Eine Rakete, die nie funktionieren konnte

Um den Aufbau der Anlagen möglich zu machen, wurde eine über zwei Kilometer lange Landebahn für Frachtflugzeuge gebaut. Aber von den Investitionen und den großen Versprechungen einer Billigrakete blieb letztlich nicht viel übrig. Es wurden über 6.000 Triebwerkstests am Boden durchgeführt und 16 Flüge einstufiger Raketen, von denen einige scheiterten. Tatsächlich ist zweifelhaft, ob die Rakete auch in der mehrstufigen Variante überhaupt in der Lage war, einen Orbit zu erreichen. Der Grund dafür war die verwendete Technik.

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Als Treibstoff kam Dieselöl und ein Gemisch von Salpetersäure mit Distickstofftetroxid zum Einsatz. Letzteres ersetzte den flüssigen Sauerstoff anderer Raketen. Die Treibstofftanks wurden aus Stahl gefertigt und mit einfacher Luft unter hohen Druck gesetzt. Es war zu dieser Zeit nicht die einzige Rakete mit Treibstofftanks aus Stahl, aber die einzige, die mit derart hohem Druck betrieben wurde. Denn die Triebwerke hatten keine eigene Treibstoffpumpe. Das führte zu mehr Gewicht und weniger Effizienz.

Nach Berechnungen des Entwicklers Bernd Leitenberger, war das Resultat dieser und anderer Kompromisse eine Rakete, die nicht funktionieren konnte. Auf persönliche Nachfrage sagte ihm Kayser, dass ein Bündelungseffekt vieler Triebwerke Effizienzprobleme ausgleichen und den Schub um mehr als ein Viertel steigern würde. Aber dieser Effekt existiert nicht und wird auch bei Raketen wie der Falcon 9 nicht im Ansatz beobachtet.

Die Idee ist nie ganz verschwunden

Zu den technischen kamen politische Schwierigkeiten. 1979 startete die erste Ariane-Rakete, durchbrach als Resultat europäischer Kooperation das US-Monopol und wurde bis 2016 zur wichtigsten Trägerrakete für kommerzielle Nutzlasten. Die Ariane wurde zu einem wichtigen politischen Statussymbol und so verlor die mögliche Konkurrenz die nötige politische Unterstützung. Gleichzeitig war der Gedanke von OTRAG, durch Massenproduktion und Entwicklung nur eines Triebwerkstyps die Kosten der Raumfahrt zu senken, nicht verkehrt. Erfolgreich umgesetzt wurde er aber erst viel später - von SpaceX in den USA, dessen Raketen im Jahr 2017 der Ariane 5 den Rang abgelaufen haben. Genauso wie der SpaceX-Chef Elon Musk war Lutz Kayser ein Mensch seiner Zeit. Ohne die Abschreibungsgesellschaften wäre die OTRAG genauso undenkbar gewesen wie SpaceX ohne die Dotcom-Blase. Nach dem Scheitern der OTRAG arbeitete Kayser weiter als Berater in der Raumfahrt. Er glaubte an die Umsetzbarkeit seines Konzepts und versuchte es vor seinem Ruhestand noch als Berater der 1996 gegründeten amerikanischen Firma Interorbital Systems zum Erfolg zu bringen. Die Firma hat bis heute keine Rakete in einen Orbit gestartet.

Wie sein Neffe Lin Kayser in seinem Blog schreibt, starb Lutz Kayser am 19. November im Alter von 78 Jahren auf Bikendrik Island, U.S. Marshall Inseln, wo er sich zur Ruhe gesetzt hatte. "Lutz Kayser war schwer zu erreichen - er war immer weit weg, physisch und emotional", schreibt Lin Kayser über seinen Onkel. "Aber er war ein wahres Genie und hat nicht nur mich, sondern auch viele andere Menschen auf der ganzen Welt dazu inspiriert, nach den Sternen zu greifen."

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M.P. 27. Nov 2017

März 1981 wurde in Lybien wohl eine Rakete von OTRAG gestartet... La Belle war 1986 und...

Muhaha 25. Nov 2017

Perfekt! :)


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