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Raumfahrt: Zweiter Preis im DLR-Raketenwettbewerb geht an RFA

Die Rocketfactory Augsburg gewinnt den zweiten Preis im Raketenwettbewerb. Die Rakete soll noch 2022 starten. Das scheint unrealistisch.

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Die RFA One soll noch 2022 starten. (Bild: RFA)

Im 2020 ausgeschriebenen Wettbewerb zu Förderung der Entwicklung einer deutschen Trägerrakete wurde unter den drei Wettbewerbern der zweite Preis vergeben, an die Rocket Factory Augsburg und deren Rakete RFA One. Den ersten Preis gewann Isar Aerospace im Jahr 2021. Die beiden Preise waren identisch, es handelt sich um Aufträge im Wert von 11 Millionen Euro zum Start von Satelliten.

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Dass die Wahl für den zweiten Preis auf die Rocketfactory Augsburg fiel, ist wenig überraschend. Das Unternehmen wurde mit Hilfe des deutschen Raumfahrtkonzern OHB gegründet und verfolgte zunächst die bereits ausgearbeiteten Pläne für eine kleine Rakete der Augsburger OHB-Tochterfirma MT Aerospace. Dem letzten verbliebenen Mitbewerber, HyImpulse, fehlte als DLR-Ausgründung eine ähnlich enge Bindung an ein großes Unternehmen. Anders als bei Isar Aerospace gelang auch nicht die Anwerbung großer Investorenfirmen und so war HyImpuls stark im Nachteil.

Die Triebwerkstechnik der Rocketfactory Augsburg wurde mit Hilfe eines Technologietransfers aus der Ukraine entwickelt, nachdem die noch bei MT Aerospace geplante Entwicklung eines eigenen kleinen Triebwerks im Gasgeneratorzyklus scheiterte. Das inzwischen Helix genannte Triewerk ist deutlich größer und effizienter, verwendet als Brennstoff Kerosin statt Methan und arbeitet im anspruchsvolleren Hauptstromverfahren.

Die Rakete soll noch 2022 starten

Die Triebwerksentwicklung von RFA verläuft gemessen an den eigenen Zielen viel zu langsam. Nach einem zweisekündigem Test im Juni 2021 folgte ein achtsekündiger Test im Juli 2021, ohne Angaben zum erreichten Schub und Brennkammerdruck zu machen. Seit dem wurden keine weiteren Tests veröffentlicht.

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Die Rocketfactory Augsburg hat bis heute noch kein Triebwerk in Flugkonfiguration getestet und auch noch keinen Test entsprechend einer vollständigen Flugdauer durchgeführt. Von RFA unterzeichnete Verträge sehen einen ersten Start noch im Jahr 2022 vor. Ein erfolgreicher Abschluss der Testkampagne des Triebwerks, der Rakete und der Startanlagen in den verbleibenden acht Monaten des Jahres erscheint, wie schon 2020 bei der Ausschreibung des Wettbewerbs, unrealistisch.

Der Entwicklungstand des Helix-Triebwerks ist vergleichbar mit dem E-2-Triebwerk der Firma Launcher Space in den USA, das dort unter Leitung eines ukrainischen Chefingenieurs entwickelt wird. Es ist auch in Schub, Größe und Technik vergleichbar mit dem Helix-Triebwerk. Diese Firma geht davon aus, bis Ende 2022 einen Test über eine vollständige Flugdauer von drei Minuten durchführen zu können. Ein erster Start ihrer Rakete mit dem Triebwerk ist erst im Jahr 2024 geplant.