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Raumfahrt: Zwei Phantome fliegen zum Mond

Astronauten könnte man nicht so quälen. Deshalb müssen Helga und Zohar dran glauben. Gespickt mit Messgeräten werden sie zum Mond geschickt, um endlich die wichtige Frage zu klären: Was macht die Weltraumstrahlung mit dem Organismus?

Ein Bericht von veröffentlicht am
Phantome Helga und Zohar: strahlenkrank durch Sonneneruption
Phantome Helga und Zohar: strahlenkrank durch Sonneneruption (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Hautjucken, Haarausfall, Kopfschmerzen, vielleicht sogar innere Blutungen: Für Ken Mattingly, John Young und Charles Duke oder Harrison Schmitt, für Eugene Cernan und Ronald Evans hätte der Flug zum Mond schlimme Folgen haben können. 1972, zwischen den Missionen Apollo 16 und Apollo 17, kam es zu einem solaren Teilchenereignis, das die Besatzung eines Raumfahrzeugs auf dem Weg zum Mond oder zur Erde schwer hätte treffen können.

Inhalt:
  1. Raumfahrt: Zwei Phantome fliegen zum Mond
  2. Zohar trägt eine Weste

"Wenn die Astronauten damals, während dieser Sonneneruption, zum Mond geflogen wären, hätten sie so hohe Dosen [Strahlung] abbekommen, dass sie mit ziemlicher Sicherheit strahlenkrank gewesen wären und nicht mehr ihre Arbeiten hätten durchführen können", erzählt Thomas Berger, wissenschaftlicher Leiter des Projekts Matroshka Astrorad Radiation Experiment (Mare) am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Gespräch mit Golem.de. Inzwischen bereitet die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics And Space Administration (Nasa) die Rückkehr zum Mond vor. Doch noch immer ist nicht vollständig geklärt, wie hoch die Strahlendosis ist, die ein Mensch auf dem Weg zum Mond abbekommt. Und vor allem: wie der Körper darauf reagiert.

Das wollen Berger und seine Kollegen herausfinden: Wenn Ende des Jahres das US-Raumfahrzeug Orion Multi-Purpose Crew Vehicle mit dem Europäischen Servicemodul (ESM) zu seinem unbemannten Erstflug - der Mission Artemis 1 - startet, werden Helga und Zohar mitfliegen und während der 42 Tage im All Strahlenmessungen durchführen - oder besser: gemessen werden.

"Unterschiedliche Organe sind unterschiedlich empfindlich, was die Strahlung anbelangt. Sie können Ihre Haut mit sehr viel höheren Strahlendosen bestrahlen als die blutbildenden Organe, die Fortpflanzungsorgane oder bei Frauen auch die Brust", erklärt Berger. "Das heißt, um abschätzen zu können, wie hoch das Risiko ist, muss man das Risiko bzw. die Strahlendosis über jedes einzelne Organ aufsummieren."

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Das geht aber schlecht am lebenden Objekt: Menschen wollen nicht angebohrt werden und Hunderte Messsonden im Körper verteilt bekommen. Deshalb schicken die DLR-Forscher Helga und Zohar auf den Weg zum Mond.

Die beiden sind sogenannte Phantome, lebensgroße Torsi mit Köpfen aus Kunststoff, die, was die Einwirkung von Strahlung anbelangt, die gleichen Eigenschaften haben wie das Gewebe des menschlichen Körpers - und zwar verschiedene Arten von Gewebe: Haut, Knochen, Organe. "Der Kunststoff simuliert die jeweiligen Körpergewebe", sagt Berger. "Wir haben die Knochen simuliert, wir haben die blutbildenden Organe simuliert. Das kann man alles mit diesem Kunststoff aufbauen."

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Zohar trägt eine Weste 
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