• IT-Karriere:
  • Services:

Zohar trägt eine Weste

Gewebeäquivalente oder anthropomorphe Phantome werden diese Figuren genannt. Jede ist 95 cm hoch, knapp 35 cm breit und wiegt 36 kg. Hergestellt wurden die Phantome vom US-Unternehmen CIRS. Das Unternehmen baut Phantome und Gewebesimulationen, etwa um die Strahlenbelastung in der Krebsbehandlung zu erfassen.

Stellenmarkt
  1. Web Service Kaupa - HomepageWartung24, Remscheid
  2. ASB Informationstechnik GmbH, Duisburg

Auch in den Weltraum flog ein solches Phantom schon, allerdings ein männliches: Zwischen 2004 und 2011 wurde es auf der Internationalen Raumstation ISS eingesetzt. Von März 2004 bis August 2005 war es außen an der ISS angebracht, um dort die Strahlenbelastung zu messen (MTR-1). In drei weiteren Projektphasen wurden die Messungen im Inneren der Station fortgeführt.

Helga und Zohar sind in 38 Scheiben aufgeteilt, jede ist 2,5 cm dick. So können die Forscher sie mit jeweils rund 6.000 Sensoren ausstatten. "Am Ende werden Helga und Zohar gespickt sein mit Strahlungsmessgeräten", sagt Berger. Die meisten sind passiv, kleine Kristalle. An den empfindlichsten Organen bringen die Forscher aktive Detektoren an. So wollen sie erfassen, wie hoch das Risiko für Raumfahrer auf Langzeitmissionen ist.

Dabei geht es in erster Linie um Krebs. Während eines mehrmonatigen Flugs zum Mars kann es auch zu einer Sonneneruption kommen. Weiteres Ziel der Mission ist es, einen Schutz vor solchen Ereignissen zu testen. Dafür wird Zohar eine Weste tragen. Entwickelt wurde Astrorad von dem israelischen Unternehmen Stemrad. Es stellt Strahlenschutzwesten für verschiedene Anwendungsbereiche her, etwa für den medizinischen Bereich, für Rettungskräfte oder Atomkraftwerke.

Die Weste besteht aus einem Kunststoff mit einem hohen Wasseranteil und soll vor den kurzzeitigen, sehr hohen Strahlenexpositionen schützen, die nach einer Sonneneruption auftreten können. Zwar verfügt ein Raumfahrzeug wie Orion über einen Schutzraum, den die Besatzung dann aufsuchen kann. Wenn die Astronauten aber eine Schutzweste trügen, könnten sie länger draußen bleiben und ihrer Arbeit nachgehen.

"Wir testen, einerseits: Wieviel Strahlung bekommt eine Astronautin ab, wenn sie zum Mond fliegt, gleichzeitig wieviel Strahlung würde sie weniger abkommen, wenn die diese Strahlenschutzweste tragen würde", sagt Berger.

  • Die Phantome Helga und Zohar fliegen Ende 2020 zum Mond. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Thomas Berger und seine Kollegen wollen die Strahlendosis im menschlichen Körper messen. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Phantome simulieren die Struktur des menschlichen Gewebes. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Zohar trägt eine Strahlenschutzweste. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • Das Projekt ist eine Kooperation von Amerikanern, Deutschen und Israelis. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Die Phantome Helga und Zohar fliegen Ende 2020 zum Mond. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Die Strahlung auf der ISS ist etwa 250 Mal so hoch wie auf der Erde, wo uns die Atmosphäre und das Erdmagnetfeld schützen. Im interstellaren Raum steigt die Belastung noch einmal um den Faktor vier gegenüber der ISS. Das heißt, die Belastung ist ungefähr 1.000 Mal so hoch wie auf der Erde.

Diese Daten sind bekannt - von Messungen auf Raumsonden, die zum Mars geflogen sind. Die sind aber einer deutlich geringeren Strahlenabschirmung ausgestattet als ein bemanntes Raumfahrzeug. "Was wir aber nicht wissen, ist: Wieviel ist es wirklich, wenn wir in einem Raumschiff fliegen, das für Menschen gebaut wurde und nicht auf einem Satelliten, der einfach mal so durch den Weltraum fliegt?", sagt der Wissenschaftler. "Dann wird das Spannende sein: Schirmt diese Strahlenschutzweste wirklich so gut ab, wie wir es aus den Simulationsrechnungen ausgerechnet haben und wieviel Risiko mehr haben wir wirklich, wenn wir zum Mond fliegen."

Zwar lasse sich so etwas vorher berechnen, sagt Berger, "aber jede Simulationsrechnung ist nur so gut, wie die wirkliche Messung, gegen die Sie sie dann vergleichen können." In etwa einem Jahr werden wir mehr wissen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Raumfahrt: Zwei Phantome fliegen zum Mond
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (u. a. Green Hell für 6,99€, Dead by Daylight für 5,49€, Dying Light - The Following Enhanced...
  2. (u. a. Persona 4 - Golden Deluxe Edition für 14,99€, Bayonetta für 4,99€, Catherine Classic...
  3. (u. a. Heavy Rain für 8,99€, Beyond: Two Souls für 8,99€, Detroit: Become Human für 24...
  4. 23,99€

chefin 17. Feb 2020

Genau wegen solchem Unwisssen muss man testen. Wie hoch ist die Belastung eigentlich...

chefin 17. Feb 2020

Man kann eine Mondlandefähre auf der Erde nicht vollständig testen. Physikalisch nicht...

Sebbi 14. Feb 2020

Zeit! Was so ein Roboterfahrzeug in Jahren macht erledigt ein Geologe im Raumanzug in...

Garius 14. Feb 2020

"Ich kann nicht erklären was passiert ist..." https://img4.looper.com/img/gallery/the...


Folgen Sie uns
       


Google Pixel 4a - Test

Das Pixel 4a ist Googles neues Mittelklasse-Smartphone: Es kostet 350 Euro und hat unter anderem die gleiche Hauptkamera wie das Pixel 4.

Google Pixel 4a - Test Video aufrufen
    •  /