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Raumfahrt: Zu harte Raketenlandung nach Start von Dragon

Start erfolgreich, Landung missglückt: Die wiederverwendbare Falcon-Rakete ist beim ersten Versuch zu hart auf einer schwimmenden Plattform gelandet.
/ Friedhelm Greis , Werner Pluta , dpa
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Autonomous Spaceport Drone Ship: Die Landeplattform unterwegs im Atlantik. (Bild: SpaceX)
Autonomous Spaceport Drone Ship: Die Landeplattform unterwegs im Atlantik. Bild: SpaceX

Rückschlag für das private US-Raumfahrtunternehmen SpaceX. Zwar ist der Raumtransporter Dragon am Samstag erfolgreich zur Internationalen Raumstation ISS gestartet. Allerdings gab es eine schwere Panne bei der Raumfahrtpremiere. Der von SpaceX geplante Versuch, einen Teil der Falcon-Trägerrakete sicher und aufrecht auf einer schwimmenden Plattform zu landen, missglückte, wie SpaceX-Betreiber Elon Musk auf Twitter schrieb.

Demnach ging die erste Stufe der Rakete zwar nieder, aber zu hart. "Knapp daneben ist auch vorbei" , twitterte Musk(öffnet im neuen Fenster) . Für die Zukunft verspreche der Versuch aber Gutes. Die Landeplattform selbst sei in gutem Zustand. Einige Aufbauten an Deck müssten ersetzt werden. Da es zum Zeitpunkt der Landung dunkel und neblig gewesen sei, gebe es leider auch keine guten Videoaufnahmen des Experiments. Es war der erste Versuch, eine Rakete wieder vertikal zu landen.

Zwei Monate nach der Explosion eines unbemannten Versorgungsfrachters ist damit erstmals wieder ein privater US-Raumtransporter zur Internationalen Raumstation ISS gestartet. Der Dragon hatte am frühen Samstagmorgen (Ortszeit) erfolgreich vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida abgehoben, meldete die US-Raumfahrtbehörde Nasa per Twitter(öffnet im neuen Fenster) . Dragon hat bereits vier Versorgungsflüge zur ISS hinter sich, sieben sollen noch folgen.

Vier Flügel stabilisieren die Rakete

Im Frühjahr 2014 hatte SpaceX erstmals die wiederverwendbare Version der Rakete, Falcon 9 Reusable (F9R) genannt, getestet. Im Herbst bekam die F9R vier Flügel , die die Rakete stabilisieren sollen. Es sind vier Gitter, die beim Abstieg rechtwinklig ausgeklappt werden. Jeder Flügel kann individuell angesteuert werden. So soll die Rakete ausbalanciert werden, während sie, gebremst von ihren gezündeten Triebwerken, zur Erde sinkt.

Autonomous Spaceport Drone Ship heißt die schwimmende Landeplattform. Der Landeplatz ist etwas über 91 x 30 Meter groß – er kann auf knapp 52 Meter verbreitert werden. Sehr viel Platz hat die Rakete darauf nicht: Ihre Beine haben eine Standbreite von rund 21 Metern. Sie ist nicht verankert, sondern schwimmt frei im Atlantik. Mehrere starke Triebwerke sorgen dafür, dass sie ihre Position hält.

SpaceX sieht 50-Prozent-Chance

Die Rakete steigt also aus 80 Kilometern Höhe ab und soll dann auf einer kleinen, schwankenden Plattform landen. SpaceX war selbst skeptisch, ob das beim ersten Mal gelingen würde: "Die Erfolgschancen sind nicht groß, bestenfalls vielleicht 50 Prozent" , erklärte das Unternehmen(öffnet im neuen Fenster) im Dezember 2014 zur Vorstellung des Konzepts.

SpaceX-Chef Elon Musk hofft, dass durch die Wiederverwendung der ersten Falcon-9-Raketenstufe die Raumfahrt effizienter und günstiger wird: Es muss nicht für jeden Start eine neue Antriebsstufe gebaut werden. Sie wird einfach betankt und kann wieder eingesetzt werden. Die Nasa hingegen hat mit dem Ende der Spaceshuttles das Konzept der wiederverwendbaren Raumfahrzeuge wieder aufgegeben.


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