Raumfahrt: Wie viele Menschen braucht es für eine Marssiedlung?

Ein Forschungsteam hat errechnet, dass es nur wenige Menschen für den Bau einer Siedlung auf dem Mars braucht. Neurotiker sind am schlechtesten geeignet.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Eine künstlerische Darstellung einer möglichen Marskolonie.
Eine künstlerische Darstellung einer möglichen Marskolonie. (Bild: Nasa)

In der Raumfahrt herrscht gerade ein Wettrennen um die erste Mondkolonie. Doch der Mond ist nur das Sprungbrett zum Mars. Ein Forschungsteam der George Mason University (USA) hat eine Simulation erstellt, um unter anderem zu errechnen, wie viele Siedler es für den Aufbau einer Marskolonie braucht.

Frühere Studien gingen von 100 bis 300 Personen aus – also müssten eine Menge Raumschiffe aufbrechen. Die neuen Computersimulationen des aktuellen Forschungsteams zeigen jedoch, dass zehn bis fünfzig Personen ausreichen würden. Damit könnte der Anfang einer Kolonie in Gang gebracht werden – wobei zahlreiche Simulationen laut dem Team zeigten, dass man mindestens eine Population von 22 Personen zum roten Planeten schicken sollte.

Doch in einer so widrigen Umgebung kann es auch schnell zu Konflikten kommen. Deswegen wollte das Team auch wissen, welcher Persönlichkeitstyp für ein solches Unterfangen am besten geeignet ist.

Dieser Persönlichkeitstyp sollte lieber nicht beim Aufbau einer Marskolonie helfen

Dafür ließen sie die Siedlungssimulation über einen Zeitraum von 28 Jahren laufen und schauten, welcher der vier nachfolgenden Persönlichkeitstypen die höchsten Überlebenschancen hätte: Verträgliche, Soziale, Reaktive und Neurotiker. Die Simulation berücksichtigte zwar keine sexuellen Beziehungen, ließ aber zu, dass Mitglieder der Siedlung starben (etwa, weil sie gesundheitlichen Problemen erlagen). Dies brachte wiederum Probleme bei der Nahrungsversorgung oder Herausforderungen bei lebenserhaltenden Funktionen.

Nach der Durchführung von Simulationen mit mehreren Modellen zeigte sich, dass Neurotiker die geringste Überlebenschance hätten. Deren Neigung zu starkem Konkurrenzdenken und ihre Schwierigkeiten, mit Veränderungen in der Routine zurechtzukommen, sprach letztendlich gegen sie. Wenn die neurotischen Persönlichkeitstypen wegfielen, erhöhte sich auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Kolonie stabil blieb.

Die besten Überlebenschancen hatte der Persönlichkeitstyp der Verträglichen. Sie können sich durch hohe Geselligkeit, geringe Aggression und geringes Konkurrenzdenken auszeichneten, was ihnen letztendlich zugutekam. Das Forschungsteam weist aber darauf hin, dass die Simulation nicht berücksichtigt, wie sich Menschen im Laufe der Zeit verändern könnten.

Zur Studie

Die Studie wurde am 11. August 2023 auf dem Pre-Print-Server arxiv.org veröffentlicht: An Exploration of Mars Colonization with Agent-Based Modeling (engl. Eine Erforschung der Marskolonisierung mit agentenbasierter Modellierung). Zum jetzigen Zeitpunkt wurde die Studie noch nicht von anderen Wissenschaftlern oder Wissenschaftlerinnen begutachtet.

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Rungard 31. Aug 2023

Auch wenn ich deine Ausführungen wirklich interessant fand, aber wenn wir schon in diesem...

PSmith 30. Aug 2023

Wenn man das als physische Post schickt, ja. Licht/elektromagnetische Wellen benötigen...

Dwalinn 30. Aug 2023

Die rede ist ja von bis zu 250t Ladung mit nachtanken im Weltraum.... wobei man abermals...

Sorji62 29. Aug 2023

Wir schicken Maschinen los, die deutlich belastbarer sind als wir. Vielleicht im Von...



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