Raumfahrt: Weltraumschrott-Objekt wird von Weltraumschrott getroffen

An der ausgedienten Vespa-Oberstufe will die Esa 2025 das Deorbiting von Weltraumschrott demonstrieren.

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Künstlerische Darstellung der Clearspace-One-Mission: Das Risiko durch die neuen Teile ist vernachlässigbar.
Künstlerische Darstellung der Clearspace-One-Mission: Das Risiko durch die neuen Teile ist vernachlässigbar. (Bild: Clearspace)

Besser hätte das Problem von Weltraumschrott nicht demonstriert werden können: Ein Stück Weltraumschrott, das in wenigen Jahren aus dem Weltraum entfernt werden soll, ist von einem anderen Stück Weltraumschrott getroffen worden.

Die Einheit der US-Weltraumtruppe US Space Force (USSF), die Objekte im Orbit verfolgt, hat in der Nähe einer europäischen Vespa-Oberstufe Gegenstände entdeckt, die zuvor nicht dort waren. Die USSF geht davon aus, dass es sich um Trümmer eines Einschlags handelt.

Die wahrscheinlichste Ursache sei "der Hochgeschwindigkeitseinschlag eines kleinen, nicht verfolgten Objekts", teilte die Europäische Weltraumagentur (European Space Agency, Esa) mit. Das Kollisionsrisiko für andere Missionen durch diese Trümmerteile sei nach einer ersten Einschätzung "vernachlässigbar". Die 18th Space Defense Squadron der USSF hatte die Esa bereits am 10. August über die Trümmerteile informiert.

Vespa kreist seit 2013 um die Erde

Vespa, eine Abkürzung für Vega Secondary Payload Adapter, ist die Oberstufe der europäischen Vega-Trägerrakete. Das Teil hat einen Durchmesser von 2 Metern und eine Masse von 113 Kilogramm. Es kreist seit dem zweiten Flug der Vega 2013 auf einer Umlaufbahn in einer Höhe zwischen 660 und 790 Kilometern um die Erde.

An diesem Teil will die Esa die Beseitigung von Weltraumschrott testen: Das Schweizer Unternehmen Clearspace soll ein Raumfahrzeug in den Orbit bringen, das Vespa einfängt und dazu bringt, in die Atmosphäre einzutreten und zu verglühen. Die Oberstufe eignet sich laut Esa gut als Ziel für ein solche Mission, weil das Teil eine robuste Konstruktion ist und eine relativ einfache Form hat. Das Aufräumkommando soll im Jahr 2025 starten. Für spätere Missionen sind dann anspruchsvollere Aufgaben vorgesehen, bis hin zum Einfangen und Deorbiting mehrerer Objekte gleichzeitig.

Clearspace ist eine Ausgründung der Eidgenössischen Polytechnischen Hochschule in Lausanne (École Polytechnique Fédérale de Lausanne, EPFL). Am EPFL wird bereits seit Längerem an der Beseitigung von Weltraumschrott geforscht. Seit 2010 arbeiten die Wissenschaftler an dem Projekt Cleanspace One. Anfang 2018 wurde Clearspace gegründet, das das Projekt fortführen und das Konzept als Geschäftsmodell umsetzen soll.

Das Ereignis zeigt laut Esa die Bedeutung der Clearspace-One-Mission: "Die größte Gefahr, die von größeren Weltraumschrott-Objekten ausgeht, besteht darin, dass sie in Wolken kleinerer Objekte zerfallen, die jeweils erhebliche Schäden an aktiven Satelliten verursachen können. Um die Zahl der Fragmentierungsereignisse zu minimieren, müssen wir unbedingt die Entstehung von neuem Weltraummüll verringern und damit beginnen, die Auswirkungen bestehender Objekte aktiv einzudämmen."



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