Raumfahrt: Weltraumroboter Mr. Dextre setzt die Zapfpistole an

Auf der ISS proben CSA und Nasa, die Raumfahrtbehörden Kanadas und der USA, den nächsten Schritt des Betankens von Satelliten: Der Roboter soll den Tankverschluss entfernen und die Versiegelung durchstoßen. Der erste Tankvorgang ist für die zweite Jahreshälfte geplant.

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Mr. Dextre auf dem Canadarm 2 im Einsatz (im März 2012)
Mr. Dextre auf dem Canadarm 2 im Einsatz (im März 2012) (Bild: Nasa)

Der kanadische Weltraumroboter Special Purpose Dextrous Manipulator, kurz Dextre, auch Mr. Dextre genannt, beginnt am 19. Juni mit der zweiten Testphase der Robotic Refueling Mission (RRM), dem Versuch, Satelliten von der Internationalen Raumstation (International Space Station, ISS) mit neuem Treibstoff zu betanken.

Werkzeuge getestet

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Im März 2012 hatte sich der robotische Handwerker Mr. Dextre erstmals mit einem eigens von der Nasa dafür gebauten Testsatelliten befasst: Der Satellit verfügt über verschiedene Kappen, Düsen und Ventile, mit denen Satelliten üblicherweise ausgestattet sind. Zu der Satellitentankstelle gehören die passenden Werkzeuge, mit denen sich diese bearbeiten lassen.

Im März testete Mr. Dextre zuerst, ob die Werkzeuge den Start und den Flug zur ISS im vergangenen Jahr unbeschadet überstehen. Dann löste er einen Tankdeckel. Im bevorstehenden zweiten Teil der RRM wird der Roboter mit Hilfe eines Adapters den Tankverschluss lösen und abnehmen. Dann wird er verschiedene komplizierte Aufgaben in dem Stutzen durchführen.

Versiegelung durchstoßen

Dazu gehört, einen Kolben einzuführen, um das Durchstoßen der Tankversiegelung zu simulieren. Dieser Schritt ist nötig, um einen Satelliten neu betanken zu können. Die Schwierigkeit dabei ist, dass Mr. Dextre im Innern des Stutzens agiert. Es ist also nicht zu sehen, was er gerade macht. Letzte Aufgabe in dieser Testphase wird es sein, den Arbeitsbereich aufzuräumen.

  • RRM: So stellt sich der Künstler die Weltraumtankstelle im Einsatz vor. Rechts ist Dextre zu erkennen. (Bild: Nasa)
  • RRM verfügt über eine ganze Reihe von Anschlüssen für das Betanken von Satelliten. (Bild: Nasa)
  • Mit einem besonderen Werkzeug öffnet der Roboterarm Dextre die Versiegelung am Tank eines Satelliten. (Bild: Nasa)
  • Transportgefährt: Das Spaceshuttle Atlantis nahm RRM auf ihrem letzten Flug mit zur IIS. (Bild: Nasa)
  • Weltraumtankwart bei der Arbeit: Dextre sitzt auf dem Canadarm2 und verstaut ein Werkzeug im RRM (im März 2012). (Bild: Nasa)
  • Mehrere Ansichte von Dextre, der ein Werkzeug zum Durchschneiden eines Drahtes aus dem RRM nimmt (im März 2012). (Bild: Nasa)
Weltraumtankwart bei der Arbeit: Dextre sitzt auf dem Canadarm2 und verstaut ein Werkzeug im RRM (im März 2012). (Bild: Nasa)
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RRM ist ein Gemeinschaftsprojekt der kanadischen Raumfahrtagentur Canadian Space Agency (CSA) und der US-Weltraumbehörde National Aeronautics and Space Administration (Nasa). Ziel ist es, Satelliten, denen der Treibstoff ausgegangen ist, wieder zu betanken, um sie länger einsetzen zu können. Das ist nicht ganz einfach: Da nicht vorgesehen war, dass sie wieder betankt werden, sind die Tanks älterer Satelliten normalerweise versiegelt.

Tanken bei Schwerelosigkeit

CAS und Nasa planen, noch dieses Jahr zum ersten Mal das Betanken zu testen. Die schwierige Aufgabe des Roboters wird dann darin bestehen, bei Schwerelosigkeit Treibstoff in den Satelliten zu transferieren.

Beim Betanken kommt neben dem 2008 zur ISS transportierten Mr. Dextre noch ein zweiter Roboter aus Kanada zum Einsatz: der Canadarm 2. Er hält den Roboterhandwerker Dextre. Der Roboterarm spielte auch kürzlich eine wichtige Rolle bei der ersten privaten Versorgungsmission der ISS durch die Raumfähre Dragon: Die ISS-Astronauten fingen das Raumfahrzeug mit dem Roboterarm ein, um es an die Station anzudocken. Nach dem Abdocken schwenkte er die Dragon von der Station weg, damit sie ihren Rückflug zur Erde antreten konnte.

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