Abo
  • Services:
Anzeige
Weltraumschrott könnte mit Lasern aus der Umlaufbahn entfernt werden.
Weltraumschrott könnte mit Lasern aus der Umlaufbahn entfernt werden. (Bild: Wikimedia)

Satelliten haben es einfacher als Bodenstationen

Nach Aussagen der Forscher sollten knapp 6.000 Impulse ausreichen, um eine 10 cm große Aluminiumkugel aus einem 800 km hohen Orbit auf 200 km abzusenken, von wo sie innerhalb weniger Tage auf die Erde stürzt. Das entspricht einem dauerhaften Laserbeschuss von etwa fünf Minuten. Kleinere und weniger kompakte Teile würden weniger Impulse benötigen. Eine Bremswirkung erzielt der Laser aber nur mit dem Anteil, der von vorne, also aus der Bewegungsrichtung des Trümmerteils, kommt. Das kann ein Problem sein.

Anzeige

Anders als die chinesischen Forscher will das Cleanspace-Projekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) den Laser nicht auf einen Satelliten auf einer ähnlichen Umlaufbahn montieren. Stattdessen sollen die Laserstrahlen von der Erde und damit sozusagen von unten auf Trümmerteile geschossen werden. Das vermeidet die Probleme mit dem Bau, Start und Betrieb eines Satelliten, macht dafür aber alle anderen Teile des Unterfangens schwieriger.

Der Laser soll vom Satelliten aus eine maximale Reichweite von 200 km haben, bevor sich der Strahl zu stark ausweitet. Von der Erde aus sind nicht nur Reichweiten von teilweise über 1.000 km nötig; um den Strahl über diese Entfernung ausreichend gebündelt zu halten, muss auch die mit dem Laser verwendete Optik den fünffachen Durchmesser haben. Sie müsste damit etwas größer sein als die derzeit größten Teleskope der Welt. Dazu kommt das Problem, die ersten 20 km und ihre turbulente Atmosphäre zu überwinden. Mit adaptiven Optiken, wie sie in großen Teleskopen längst verwendet werden, ist es inzwischen möglich, solche Turbulenzen auszugleichen, wenn auch mit großem Aufwand.

Trümmer müssen erst gefunden werden

Eine weitere Hürde ist, dass der Laser nie von vorn das Trümmerstück beschießen kann, um es von der Erde aus abzubremsen. Es kann bestenfalls in einem spitzen Winkel beschossen werden, bei dem nur ein kleiner Teil des erzeugten Impulses tatsächlich gegen die Flugrichtung wirkt und den niedrigsten Punkt der Umlaufbahn des Trümmerteils absenkt. Der restliche Teil der Kraft wirkt nach oben und erhöht den höchsten Punkt der Umlaufbahn. Ein erdgebundener Laser braucht damit viel mehr Leistung als ein zielgerichteter Laser von einem Satelliten aus einer ähnlichen Umlaufbahn heraus.

Noch schwieriger ist das Auffinden der Trümmerteile. Sie sind teilweise so klein, dass sie vom Radar nicht mehr erfasst werden können. Dazu wird der gleiche Laser benutzt, wenn auch weniger fokussiert. Ein breiter Laserimpuls wird ausgesendet, um nach Reflexionen von möglichen Trümmern zu suchen. Das Prinzip eines solchen Lidars ist das gleiche wie beim Radar, nur mit Licht statt Radiowellen. Hier ist der Satellit wegen der größeren Nähe gleich doppelt im Vorteil. Das Laserlicht wird über die kürzere Entfernung weniger abgeschwächt und auch das reflektierte Licht ist wesentlich heller.

Satelliten müssen nicht überlegen sein

Trotzdem ist keineswegs sicher, welche der beiden Lösungen die bessere ist. Die Satellitentechnik hat erhebliche Vorteile, mal ganz abgesehen von der Unabhängigkeit von Wetter und Tageslicht. Dafür lassen sich Projekte am Boden wesentlich einfacher und billiger realisieren, auch wenn die nötige Technik sehr viel leistungsfähiger sein muss. Welches Konzept das praxistauglichere ist, ist damit noch keineswegs entschieden. Die notwendigen Bestandteile der Technik sind jedenfalls im Prinzip schon vorhanden.

Wie bei jeder anderen Technik zur Beseitigung von Weltraumschrott gibt es ein weiteres Problem. Der Weltraum wird militärisch genutzt und viele Länder verfolgen dort militärische Interessen. Jede Technologie, die Weltraumschrott aus der Umlaufbahn befördern kann, ist auch geeignet, funktionierende Satelliten zu stören oder gar zu zerstören. Jede Entwicklung in dieser Richtung wird also von Militärs entsprechend misstrauisch beobachtet werden. Ohne internationale Zusammenarbeit kann das Problem mit dem Weltraummüll also niemals gelöst werden.

 Raumfahrt: Weltraummüll-Räumkommando mit Laserkanonen

eye home zur Startseite
Arsenal 26. Jan 2018

Gut hab halt nicht im Kopf wie groß meine Kochplatten sind deswegen standen die 60 cm für...

Themenstart

Sarkastius 25. Jan 2018

Wir reden hier von einem winzigen Effekt der die Umlaubahn so minimal verändert das...

Themenstart

Sarkastius 25. Jan 2018

Das ist sehr hypothetisch. Ein Risiko der Teilungbesteht auf jeden Fall. Zudem was...

Themenstart

durbanitas 24. Jan 2018

lihnt sich umso mehr in den Nachthimmel zu blicken.

Themenstart

ptepic 24. Jan 2018

Wenn wir alles von der Erde wegblasen, könnte es in einigen tausend Jahren knapp werden...

Themenstart

Kommentieren



Anzeige

Stellenmarkt
  1. BWI GmbH, Meckenheim
  2. Art-Invest Real Estate Management GmbH & Co KG, Köln
  3. BoS&S GmbH, Berlin
  4. Hella Gutmann Solutions GmbH, Ihringen nahe Freiburg im Breisgau und Colmar


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals

Folgen Sie uns
       


  1. Windows Phone 7.5 und 8.0

    Microsoft schaltet Smartphone-Funktionen ab

  2. Raja Koduri

    Intel zeigt Prototyp von dediziertem Grafikchip

  3. Vizzion

    VW zeigt selbstfahrendes Auto ohne Lenkrad

  4. iOS, MacOS und WatchOS

    Apple verteilt Updates wegen Telugu-Bug

  5. Sicherheitslücken

    Mehr als 30 Klagen gegen Intel wegen Meltdown und Spectre

  6. Nightdive Studios

    Arbeit an System Shock Remake bis auf Weiteres eingestellt

  7. FTTH

    Landkreistag fordert mit Vodafone Glasfaser bis in Gebäude

  8. Programmiersprache

    Go 1.10 cacht besser und baut Brücken zu C

  9. Letzte Meile

    Telekom macht Versuche mit Fixed Wireless 5G

  10. PTI und IBRS

    FreeBSD erhält Patches gegen Meltdown und Spectre



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Fe im Test: Fuchs im Farbenrausch
Fe im Test
Fuchs im Farbenrausch
  1. Mobile-Games-Auslese GladOS aus Portal und sowas wie Dark Souls für unterwegs
  2. Monster Hunter World im Test Das Viecher-Fleisch ist jetzt gut durch
  3. Indiegames-Rundschau Krawall mit Knetmännchen und ein Mann im Fass

Materialforschung: Stanen - ein neues Wundermaterial?
Materialforschung
Stanen - ein neues Wundermaterial?
  1. Colorfab 3D-gedruckte Objekte erhalten neue Farbgestaltung
  2. Umwelt China baut 100-Meter-Turm für die Luftreinigung
  3. Crayfis Smartphones sollen kosmische Strahlung erfassen

Samsung C27HG70 im Test: Der 144-Hz-HDR-Quantum-Dot-Monitor
Samsung C27HG70 im Test
Der 144-Hz-HDR-Quantum-Dot-Monitor
  1. Volumendisplay US-Forscher lassen Projektion schweben wie in Star Wars
  2. Sieben Touchscreens Nissan Xmotion verwendet Koi als virtuellen Assistenten
  3. CJ791 Samsung stellt gekrümmten Thunderbolt-3-Monitor vor

  1. Die wollen halt ganz sicher gehen...

    xmaniac | 09:14

  2. Re: Topkek

    Dwalinn | 09:13

  3. Re: Echt schade

    dantist | 09:12

  4. Re: Kein brauchbares Elektrofahrzeug am Start...

    Nogul | 09:11

  5. Re: Lebensmittel auf dem Land liefern..

    kellemann | 09:09


  1. 08:51

  2. 06:37

  3. 06:27

  4. 00:27

  5. 18:27

  6. 18:09

  7. 18:04

  8. 16:27


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel