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Raumfahrt:
Was vom Raketenwettbewerb ohne Wettbewerb übrig blieb

In Deutschland sollen Raketen gebaut werden. Dazu wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, dessen Ergebnis von vornherein feststand.
/ Frank Wunderlich-Pfeiffer
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Bislang gibt es die Trägerrakete von Hyimpulse nur in Form von Konstruktionszeichnungen. (Bild: HyImpulse)
Bislang gibt es die Trägerrakete von Hyimpulse nur in Form von Konstruktionszeichnungen. Bild: HyImpulse

Deutschland will nicht nur einen eigenen Weltraumbahnhof haben , sondern auch eigene Raketen dafür entwickeln lassen. Die Unterstützung dieser Entwicklung wurde 2019 beschlossen; deshalb hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Mai 2020 einen sogenannten Microlauncher-Wettbewerb(öffnet im neuen Fenster) ausgeschrieben. Die Preise in Höhe von je 500.000 Euro wurden dabei an drei deutsche Raketen-Startups verliehen. Der Wettbewerb geht nun in die zweite und dritte Runde, bei der nochmals je 11 Millionen Euro an die beiden besten Unternehmen gehen sollen. Ziel ist es, bis 2023 zwei Demonstrationsflüge durchzuführen und dabei nichtkommerzielle Nutzlasten kostenfrei mitzunehmen.

Von einem offenen Wettbewerb konnte dabei nie die Rede sein. Die Bewerbungsfrist betrug nur einen Monat von Mai bis Juni, viel zu wenig, um tatsächlich ein neues Konzept zu erarbeiten und vorzustellen. Vielmehr war die Ausschreibung des Wettbewerbs maßgeschneidert auf drei Projekte, die schon in einem DLR-Newsletter von 2019(öffnet im neuen Fenster) genannt wurden – als die einzigen deutschen Unternehmen, die Raketen entwickeln und eine gewisse Kapitalausstattung haben.

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