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Raumfahrt: Voyager 1 sendet wieder vollständige Daten

Nach monatelangen technischen Problemen ist die Raumsonde Voyager 1 wieder voll funktionsfähig und funkt wissenschaftliche Daten.
/ Friedhelm Greis
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Die Raumsonde Voyager 1 ist wieder voll funktionsfähig. (Bild: NASA/JPL-Caltech)
Die Raumsonde Voyager 1 ist wieder voll funktionsfähig. Bild: NASA/JPL-Caltech

Die Raumsonde Voyager 1 sendet erstmals seit November 2023 wieder verwertbare wissenschaftliche Daten von ihrer Forschungsmission. "Die Raumsonde hat die Sammlung von Informationen über den interstellaren Raum wieder aufgenommen" , teilte die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics and Space Administration (Nasa) am 13. Juni 2024 mit(öffnet im neuen Fenster) .

Alle vier Instrumente lieferten wieder brauchbare wissenschaftliche Daten, hieß es. Die Sonde ist derzeit 24 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt.

Seit Ende vergangenen Jahres gab es Kommunikationsprobleme mit der Raumsonde . Zwar konnte das Team erkennen, dass die Sonde funktionierte und auch Befehle empfing. Voyager sendete jedoch keine lesbaren wissenschaftlichen und technischen Daten mehr zur Erde.

Vier Instrumente messen Plasmawellen, Magnetfelder und Partikel

Das Team konnte das Problem im April teilweise beheben . Die ersten verwertbaren Daten betrafen jedoch nur die Funktion der technischen Systeme und den Zustand der Sonde.

Am 19. Mai 2024 übermittelte das Team der Sonde den Befehl, mit der Übermittlung wissenschaftlicher Daten zu beginnen. Zwei der vier wissenschaftlichen Instrumente seien sofort in ihren normalen Betriebsmodus zurückgekehrt, berichtete die Nasa. Bei zwei weiteren Instrumenten seien zusätzliche Arbeiten erforderlich gewesen.

Die vier Instrumente untersuchen der Nasa zufolge Plasmawellen, Magnetfelder und Partikel. Es seien noch weitere kleinere Arbeiten erforderlich, um die Auswirkungen des Problems zu beheben, hieß es weiter. Unter anderem würden die Ingenieure die Software zur Zeitmessung in den drei Bordcomputern des Raumschiffs neu synchronisieren, damit sie Befehle zur richtigen Zeit ausführen könnten.

Die Voyager-Sonden starteten 1977

Die Voyager-Mission ist die längste Mission der Nasa: Voyager 1 und die Schwestersonde Voyager 2 starteten im Sommer 1977 im Abstand von etwa zwei Wochen. Beide lieferten Bilder und Daten vom äußeren Sonnensystem, darunter von Jupiter und Saturn, den beiden größten Planeten. Während Voyager 2 vom Saturn weiter zu Uranus und Neptun flog, verließ Voyager 1 die Ebene des Sonnensystems.

Probleme gibt es mit den beiden Sonden immer wieder mal. 2022 sendete Voyager 1 verstümmelte Telemetriedaten zur Erde . Im Sommer vergangenen Jahres verlor die Nasa zeitweise den Kontakt zu Voyager 2 .

Mit der Zeit wird das Plutonium-238, mit dem die Radionuklidbatterien der Sonden betrieben werden, aufgebraucht sein. Um den Betrieb der Sonden bis zum Jahr 2030 zu sichern, schaltete die Nasa Heizungen und andere Systeme ab . Zudem aktualisierte das Team die Software der Sonden , um die Mission zu verlängern.


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