Raumfahrt: Virgin Orbit testet Raketenabwurf von Boeing 747

Es war der letzte und der wichtigste Test: Virgin Orbit hat erstmals seine Rakete Launcher One vom Trägerflugzeug ausgeklinkt. Nachdem das geklappt hat, kann das Raumfahrtunternehmen in absehbarer Zeit seinen kommerziellen Betrieb aufnehmen.

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Trägerflugzeug Cosmic Girl und ausgeklinkte Rakete Launcher One: Starts im Abstand von vier bis sechs Stunden
Trägerflugzeug Cosmic Girl und ausgeklinkte Rakete Launcher One: Starts im Abstand von vier bis sechs Stunden (Bild: Virgin Orbit)

Erfolgreich abgeworfen: Virgin Orbit hat erstmals erfolgreich das Ausklinken seiner Trägerrakete Launcher One von dem Trägerflugzeug Cosmic Girl getestet. Das Raumfahrtunternehmen des britischen Geschäftsmanns Richard Branson will mit dem Gespann künftig Satelliten ins All transportieren.

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Das Konzept von Virgin Orbit sieht vor, dass Cosmic Girl die zweistufige Rakete Launcher One bis in gut 10 km Höhe bringt. Dort wird die Rakete ausgeklinkt und fliegt mit eigener Kraft weiter. Die Boeing 747 wurde dafür so umgebaut, dass die Rakete unter dem linken Flügel befestigt werden kann.

Nach diversen Flügen mit der Rakete unter der Tragfläche hat Virgin erstmals das Ausklinken der Rakete geprobt. Dieser Abwurftest galt als wichtig, um zu überprüfen, ob sich die Rakete nach dem Ausklinken verhält wie vorausgesagt, bevor sie dann ihr Triebwerk zündet. Entscheidend seien dabei die ersten paar Sekunden, heißt es in einer Mitteilung von Virgin Orbit.

Für den Test hatte Virgin Orbit einen Dummy präpariert: Seine Tanks waren mit Wasser und Frostschutzmittel gefüllt, die das Kerosin und den flüssigen Sauerstoff ersetzten, die als Treibstoff dienen. Statt der Nutzlast steckte in der Nase ein Metallstück. Der Raketendummy war mit Sensoren ausgestattet, die Daten über den Fall sammelten.

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Der Test fand über dem US-Luftwaffenstützpunkt Edwards in Kalifornien statt. Die ausgeklinkte Testrakete fiel einfach auf den Boden und soll von Virgin geborgen werden. Die Raketenstarts werden dann über Wasser stattfinden, um das Sicherheitsrisiko bei einer Fehlfunktion möglichst gering zu halten.

Nach dem erfolgreichen Abwurftest plant Virgin Orbit den ersten Testflug des Launcher One in den Orbit in den kommenden Monaten mit einer unbekannten Nutzlast an Bord. Dabei wird es in erster Linie darum gehen, dass alles nach Plan abläuft. Etwa zweieinhalb Monate danach will Virgin Orbit seinen kommerziellen Betrieb aufnehmen.

Aktuell stehen nach Angaben des Unternehmens fünf fertige Raketen bereit, eine sechste ist gerade im Bau. Künftig will das Unternehmen in seiner Fabrik in Long Beach in Kalifornien 20 Raketen im Jahr bauen. Virgin Orbit will in der Lage sein, alle vier bis sechs Stunden eine Rakete zu starten.

Die Kunden von Virgin Orbit sind in erster Linie private Unternehmen. Allerdings wird das Unternehmen auch jeweils eine Nutzlast für die US-Raumfahrtbehörde National Aeronautics And Space Administration (Nasa) und das US-Verteidigungsministerium ins All transportieren.

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