Raumfahrt: Video zeigt, wie Sojus MS-10 verloren ging

Die Ursache des Absturzes von Sojus MS-10 ist geklärt. Die Untersuchungskommission veröffentlichte ihre Ergebnisse zusammen mit einem spektakulären Video von Bord der Rakete.

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Der Booster (auf der linken Seite) bei der fatalen Kollision mit der Rakete
Der Booster (auf der linken Seite) bei der fatalen Kollision mit der Rakete (Bild: Roscosmos/Screenshot: Golem.de)

Die Untersuchungskommission, die den Unfall der verunglückten Sojusmission MS-10 untersucht, hat ihre endgültigen Untersuchungsergebnisse auf einer russischen Pressekonferenz präsentiert. Demnach versagte bei der Abtrennung der Seitenbooster ein mechanischer Sensor. Er sorgt dafür, dass ein Sauerstoffventil geöffnet wird. Der Rückstoß von der Öffnung des Ventils wirkt dabei wie die kleinen Raketentriebwerke, die in anderen Raketenkonstruktionen helfen, Seitenbooster von der Rakete abzustoßen.

Videoaufnahmen vom Flug der MS-10 zeigen, wie der Booster auf der linken Seite der Rakete zunächst abgetrennt wird, dann aber wieder mit der Rakete kollidiert. Erst die Kollision öffnete schließlich das Ventil, dabei wurde aber die Zentralstufe der Sojus-Rakete beschädigt. Kurz darauf, als die Notfallsysteme aktiviert wurden, bricht das Video ab. Es war die erste Fehlfunktion einer Rakete beim Start eines Sojus-Raumschiffs seit 35 Jahren.

Als Anhaltspunkte der Untersuchung diente dabei nicht nur das Video, sondern auch der fragliche Booster selbst. Der mechanische Kontaktsensor zur Öffnung des Ventils wurde wohl beim Zusammenbau der Rakete am Boden um knapp 7 Grad verbogen. Die robuste Konstruktion der Seitenbooster lässt sie während des Fluges durch die Stratosphäre intakt und offensichtlich blieb der obere Trennmechanismus beim Aufprall auf dem Boden weitgehend unbeschädigt.

Flüge zur ISS sollen wieder aufgenommen werden

Der Ausfall von Sojus MS-10 sorgte dafür, dass aktuell nur eine dreiköpfige Besatzung unter dem Kommando von Alexander Gerst auf der Internationalen Raumstation verbleibt. Die Vorbereitungen für den Start des nächsten Sojus-Raumschiffs laufen bereits. Seit dem Unfall sind bereits zwei weitere Sojus-Raketen geflogen, die einen identischen Mechanismus zur Boosterabtrennung benutzen.

Zwischenzeitlich wurde angekündigt, dass bis zum nächsten Start von Astronauten zumindest drei Sojus-Starts stattfinden sollten. Der dritte Flug wird in den nächsten Wochen wohl ein Versorgungsflug mit einem Progress-Frachter sein, der ebenso eine Sojus-Rakete zum Start benutzt.

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