Raumfahrt: Vesta wäre beinahe mal ein Planet geworden
Seit Juli 2011 umkreist die Raumsonde Dawn(öffnet im neuen Fenster) den Asteroiden Vesta(öffnet im neuen Fenster) . Wissenschaftler beschreiben in der Fachzeitschrift Science erste Erkenntnisse(öffnet im neuen Fenster) der Mission, die US-Weltraumbehörde Nasa hat ein Video von einem virtuellen Flug über Vesta veröffentlicht.

Vesta gehört zum Asteroidengürtel zwischen den Planeten Mars und Jupiter. Der Himmelskörper hat einen Durchmesser von 530 Kilometern und ist damit nach dem Zwergplaneten Ceres(öffnet im neuen Fenster) der zweitgrößte Asteroid im Sonnensystem. Ceres ist das nächste Ziel von Dawn.
Fast ein Planet
Vesta ist ein sogenannter Protoplanet(öffnet im neuen Fenster) , also ein Himmelskörper, aus dem ein Planet hätte werden können. Der Asteroid sei nur rund zwei Millionen Jahre nach den ersten festen Körpern im Sonnensystem entstanden – die Nasa bezeichnet(öffnet im neuen Fenster) Vesta als "Fossil aus der Frühzeit des Sonnensystems" .
Wie andere Gesteinsplaneten in unserem Sonnensystem hat Vesta einen Schalenaufbau mit Kruste, Mantel und einem Eisenkern, der möglicherweise sogar kurzzeitig ein Magnetfeld erzeugt hat. Dawn fand durch Meteoriteneinschläge freigelegte Mineralien, die darauf hindeuten, dass sich unter Vestas Oberfläche früher ein Magmaozean befand. Wenn das Innere eines Himmelskörpers derart geschmolzen ist, entsteht ein schalenförmiger Aufbau.
Momentaufnahme aus Planetenentstehung
"Das Überwältigende an den Ergebnissen von Vesta ist, dass sie eine eingefrorene Momentaufnahme der Entstehung eines Planeten enthüllten" , schwärmt Erik Asphaug, ein Dawn-Wissenschaftler von der Universität des US-Bundesstaates Kalifornien in Santa Cruz, in der Fachzeitschrift Nature(öffnet im neuen Fenster) .
Dawn hat zudem am Südpol mehrere riesige Einschlagkrater entdeckt. Das Material, das daraus freigesetzt wurde, bildet vermutlich die Vestoiden(öffnet im neuen Fenster) und die Asteroiden der HED-Gruppe(öffnet im neuen Fenster) (Howardite, Eukrite, Diogenite), welche etwa sechs Prozent der Asteroiden ausmachen, die die Erde erreichen. Die Analyse der Oberfläche von Vesta, die Dawn durchgeführt hat, habe gezeigt, dass sie die gleiche Zusammensetzung habe wie die Vestoiden. Damit konnten die Wissenschaftler frühere Vermutungen über die Herkunft der Vestoiden erhärten.
- Anzeige Hier geht es zu Die Geschichte der Raumfahrt bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



