Raumfahrt: Vega-Raketenstart während Corona-Ausbruchs verschoben

Arianespace spricht von schlechtem Wetter, aber ein Zusammenhang mit den enormen Covid-19-Infektionszahlen in Französisch Guayana liegt nahe.

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Die Vega-Rakete vor ihrem letzten Flug 2019
Die Vega-Rakete vor ihrem letzten Flug 2019 (Bild: Arianespace)

Seit dem 18. Juni will Arianespace eine Vega-Rakete vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch Guayana starten. Beim letzten Start 2019 stürzte die Rakete ab. Immer wieder wurde der neue Start wegen schlechten Wetters verschoben. Das ist nichts Ungewöhnliches, die aktuelle Pressemeldung des Betreibers Arianespace hingegen schon: Weil Vorhersagen dann besseres Wetter versprächen, werde der Start der Mission auf den 17. August verschoben.

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Das ist ein außergewöhnlicher Vorgang. So lange Verschiebungen gab es bislang nur bei technischen Problemen an der Rakete oder der Startrampe oder etwa der vollständigen Blockade des Landes während der sozialen Unruhen von 2017 - aber nicht wegen schlechten Wetters.

Gleichzeitig befindet sich Französisch Guayana in einer ungewöhnlichen Situation. Ebenfalls seit dem 18. Juni werden fast täglich etwa 200 Neuinfektionen in dem französischen Überseeterritorium mit 290.000 Einwohnern gemeldet.

Corona-Ausbruch begann zugleich mit Ankunft der Raketen und Satelliten

Mit bislang rund 4.000 Fällen hat das Territorium bereits jetzt eine der höchsten Covid-19-Inzidenzen der Welt. Nur Bahrain liegt im Überblick vom Worldometer noch deutlich darüber, allerdings steigen die Fallzahlen dort viel langsamer als in Französisch Guayana. Die meisten Infizierten werden aus den Regionen um Kourou und der Hauptstadt Cayenne gemeldet, wo ein großer Teil der europäischstämmigen Bevölkerung wohnt.

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Schon am 6. März wurden alle Raumfahrtaktivitäten in Französisch Guayana wegen Covid-19 eingestellt und erst im Mai wieder aufgenommen. Es gibt einen deutlichen zeitlichen Zusammenhang zwischen der Ankunft der neuen Raketen und Satelliten am 13. Mai und dem Beginn des aktuellen Covid-19-Ausbruchs, nachdem zuvor nur einzelne Fälle aus Französisch Guayana gemeldet wurden.

Der Autor meint dazu:

Über den genauen Hintergrund der Startverschiebung der Vega-Rakete kann nur spekuliert werden. Allerdings ist ein normaler Startbetrieb nicht mit den notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung einer Corona-Epidemie vereinbar. Sie stellen eine plausiblere Erklärung für die Startverschiebung auf August dar als die Aussichten auf besseres Wetter. Die Gesundheitsversorgung ist ein empfindliches soziales Problem in Französisch Guayana, wo 2017 die Privatisierungspläne für ein Krankenhaus die Auslöser für den Generalstreik waren, der auch zur Einstellung des Betriebs im Weltraumbahnhof führte.

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