Raumfahrt: Vega-C bleibt nach Problemen bei Triebwerkstest am Boden
Die Krise der europäischen Raumfahrtagentur Esa wird durch technische Probleme der kleineren Vega-Rakete noch tiefer.
Nach drei Fehlstarts in vier Jahren sind die Probleme der kleineren europäischen Vega-Rakete noch immer nicht gelöst. Das wurde nach Angaben des italienischen Herstellers Avio bei einem Test der zweiten Raketenstufe klar, der eigentlich zur technischen Abnahme vor dem nächsten Flug dienen sollte.
Die zweite Raketenstufe war für zwei der drei Fehlstarts der Vega verantwortlich. Mit einer Wiederaufnahme des Flugbetriebs der im Jahr 2022 abgestürzten Vega-C ist damit nicht vor 2024 zu rechnen.
Die Zefiro 40 genannte Raketenstufe ist ein Feststoffraketenmotor mit einem Gehäuse aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff. Sie war bereits für den jüngsten Absturz der neuen Vega-C bei ihrem zweiten Flug verantwortlich. Aber schon der erste Absturz der kleineren Vorgängerrakete Vega wurde von der zweiten Raketenstufe verursacht, damals in der kleineren Variante Zefiro 23. Beim ersten Absturz platzte der Deckel des Raketenmotors, beim zweiten erodierte das Material der Raketendüse unerwartet stark.
Während beim jüngsten Test am Boden sowohl der Deckel hielt als auch das neue Material der Raketendüse wie geplant funktioniert haben soll, verlor die Raketenstufe nach 40 Sekunden an Brennkammerdruck. Der Grund soll bei weiteren Untersuchungen gefunden und vor einem erneuten Test beseitigt werden. Die letzten Flüge der kleineren Vega-Rakete mit der Zefiro-23-Stufe sollen nicht betroffen sein und wie geplant stattfinden.
Hersteller steht unter Kostendruck
Die Nachricht setzt die europäische Raumfahrtagentur Esa eine Woche vor dem letzten Flug der Ariane 5 weiter unter Druck. Sie hat nun keine zuverlässigen und erprobten Raketen mehr in Produktion. Seit der russischen Invasion in der Ukraine steht auch die Sojus nicht mehr für europäische Missionen zur Verfügung. Sowohl Ariane 6 als auch Vega-C werden wohl frühestens 2024 fliegen.
Über die Hintergründe der aufgetretenen Fehlfunktionen kann nur spekuliert werden. Nach 14 erfolgreichen Flügen seit 2012 ging 2019 die erste Vega-Rakete verloren, gefolgt von zwei weiteren in den Jahren 2020 und 2022, mit versicherten Sachschäden von rund einer Milliarde Euro.
Die zweite Rakete ging aufgrund von zwei vertauschten Kabeln verloren. Zur gleichen Zeit stand der Hersteller durch die Konkurrenz von SpaceX unter hohem Kostendruck, so dass fehlende Qualitätskontrollen eine der Ursachen sein könnten.
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https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Vega-Raketenstarts 2,5 Tonnen Nutzlast...