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Raumfahrt: US-Unternehmen Transastra will Asteroiden einfangen

Ein Asteroid in Erdnähe als Rohstoffquelle: Ein US-Unternehmen möchte Himmelskörper einfangen und für Raumfahrtmissionen nutzbar machen.
/ Przemyslaw Szymanski
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Das Bild zeigt das von Transastra entwickelte Fangsystem namens Capture Bag. (Bild: Transastra / Screenshot Youtube)
Das Bild zeigt das von Transastra entwickelte Fangsystem namens Capture Bag. Bild: Transastra / Screenshot Youtube

Das US-Raumfahrtunternehmen Transastra arbeitet an einem Konzept, das sich lange wie Science-Fiction angehört hat: Es möchte einen Asteroiden einfangen, in eine stabile Umlaufbahn bringen und anschließend als Rohstoffquelle nutzen.

Im Mittelpunkt dieses Unterfangens steht nun eine Machbarkeitsstudie mit dem Namen New Moon(öffnet im neuen Fenster) , die Transastra gemeinsam mit der University of Central Florida, der Purdue University und dem Jet Propulsion Laboratory der Nasa durchführt. Dabei wird untersucht, ob sich ein etwa 100 Tonnen schwerer erdnaher Asteroid in eine sichere Umlaufbahn nahe der Erde verlegen lässt.

Analysiert werden mögliche Missionsarchitekturen, die benötigten Raumfahrzeugsysteme, geeignete Flugbahnen sowie stabile Zielorbits, um zu klären, ob eine solche Mission technisch realisierbar und wirtschaftlich sinnvoll wäre. "Diese Machbarkeitsstudie schafft die Grundlage dafür, Ressourcen im erdnahen Weltraum zugänglich zu machen, und könnte den Weg für eine industrielle Revolution im All ebnen" , sagte Transastra-Chef Joel Sercel.

Fangsystem mit aufblasbarem Beutel

Für das Einfangen eines Asteroiden setzt Transastra auf ein eigens entwickeltes, vergleichsweise ungewöhnliches Verfahren namens Capture Bag. Wie die Bezeichnung bereits vermuten lässt, kommt dabei ein aufblasbarer Fangbeute zum Einsatz, der den Himmelskörper vollständig umschließt und stabilisiert. Anschließend soll ein Antriebssystem das Objekt langsam in eine andere Umlaufbahn ziehen.

Der Ansatz gilt als flexibel, weil sich damit auch unregelmäßig geformte oder nur locker zusammengehaltene Asteroiden kontrollieren lassen, bei denen starre Greifmechanismen an ihre Grenzen stoßen würden. Laut CNN Science(öffnet im neuen Fenster) besteht der Fangbeutel aus Materialien wie Kevlar und Aluminium, wie sie auch in der Raumfahrt eingesetzt werden. Er ist zudem so gebaut, dass er luftdicht abschließt.

Der Beutel soll von einem Trägerfahrzeug in der Nähe des Zielobjekts freigesetzt werden und sich anschließend aufblähen, um den Asteroiden vollständig zu umschließen. Geplant sind mehrere Größen – von kleinen Varianten zum Einfangen von Trümmerteilen bis hin zu Systemen, die Objekte von der Größe eines Gebäudes aufnehmen können.

Eine kleinere Ausführung wurde bereits an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) getestet, wo sich der Beutel in einer Luftschleusenkammer unter Mikrogravitations- und Vakuumbedingungen erfolgreich entfalten ließ.

Nutzung von Rohstoffen im All als Ziel

Die langfristige Idee hinter dem Projekt ist wirtschaftlicher Natur: Asteroiden enthalten Metalle, Wasser und andere Materialien, die im All als Treibstoff, Baumaterial oder Strahlungsschutz genutzt werden könnten. Wenn solche Rohstoffe vor Ort gewonnen werden, reduziert sich der Bedarf an teuren Raketenstarts von der Erde. Dadurch könnten größere Raumstationen, längere Missionen und neue industrielle Anwendungen jenseits der Erdumlaufbahn realistischer werden.

Die New-Moon-Studie soll nach Angaben des Unternehmens bis Mai 2026 abgeschlossen werden. Eine erste Mission zum Einfangen eines Asteroiden hält Transastra noch in diesem Jahrzehnt für möglich und nennt 2028 oder 2029 als möglichen Zeitpunkt.


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