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Raumfahrt: US-Startup startet mutmaßlich Satelliten ohne Erlaubnis

Die FCC ist sauer. Anfang des Jahres sind vier kommerzielle Satelliten ohne Erlaubnis der US-Regulierungsbehörde ins All geschossen worden. Für das Startup, dem die Satelliten mutmaßlich gehören, könnte das der letzte Start gewesen sein.

Artikel veröffentlicht am ,
Start einer PSLV-Rakete: Sehr kleine Satelliten gefährden andere Raumfahrzeuge.
Start einer PSLV-Rakete: Sehr kleine Satelliten gefährden andere Raumfahrzeuge. (Bild: ISRO)

Satelliten ohne Lizenz: Im Januar dieses Jahres wurden vier Satelliten im Orbit ausgesetzt, die gar nicht hätten starten dürfen, weil sie ein Risiko für andere Raumfahrzeuge darstellen. Für das Unternehmen, das den Transport der Satelliten mutmaßlich in Auftrag gegeben hat, könnte das drastische Konsequenzen haben.

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Die Satelliten mit der Bezeichnung Spacebee 1 bis 4 flogen am 12. Januar 2018 an Bord einer indischen Polar-Satellite-Launch-Vehicle-Rakete (PSLV) als Sekundärnutzlast ins All. Mit dieser Mission flog auch das Weltraumteleskop Arkyd-6 des US-Weltraumbergbauunternehmens Planetary Resources.

Die indische Raumfahrtbehörde Indian Space Research Organisation (ISRO) beschreibt ihren Zweck als "Zwei-Wege-Satellitenkommunikation und Datenrelais". Die ISRO macht keine Angaben über den Eigentümer der Satelliten. Das US-Wissenschaftsmagazin IEEE Spectrum hat aber herausgefunden, dass sie aller Wahrscheinlichkeit nach dem kalifornischen Unternehmen Swarm Technologies gehören.

Das ist ein US-Startup, das satellitenbasierte Kommunikation zu deutlich geringeren Kosten anbieten will als bisher. Gedacht ist das System für Anwendungen im Bereich Internet der Dinge, etwa die weltweite Verfolgung von Schiffen und Autos oder in der vernetzten Landwirtschaft. Das Startup ist im sogenannten Stealth-Mode. Das heißt, seine Arbeit ist nicht öffentlich bekannt.

Swarm Technologies hätte jedoch die Satelliten gar nicht ins All schießen dürfen: Das Unternehmen hatte eine Erlaubnis für den Start bei der US-Regulierungsbehörde Federal Communications Commission (FCC) beantragt. Die hatte die FCC aber nicht erteilt. Die FCC regelt den Betrieb kommerzieller Satelliten und ist auch für die Sicherheit im Weltall zuständig. Die Satelliten seien zu klein, um vom Space Surveillance Network (SSN) erkannt zu werden, und stellten deshalb ein zu großes Sicherheitsrisiko für andere Raumfahrzeuge dar, argumentierte die Behörde.

FCC verbietet Satellitenstart

Das wäre das erste Mal, dass kommerzielle Satelliten ohne Genehmigung ins All geschossen wurden. Die FCC hat in der vergangenen Woche bereits eine Genehmigung für einen weiteren Satellitenstart im April widerrufen. Außerdem teilte die FCC Swarm Technologies mit, sie werde die "Auswirkungen des offensichtlich unautorisierten Starts und Betriebs von vier Satelliten" auf die Qualifikation des Unternehmens als Lizenznehmer der Behörde bewerten.

Im schlimmsten Fall bedeutet das für Swarm Technologies, dass es keine Genehmigungen mehr erhält, weitere Satelliten ins All zu bringen - und damit letztlich das Aus für das Unternehmen.

Daneben wirft ein Satellitenstart ohne Genehmigung auch die Frage auf, inwieweit Unternehmen, die Satellitenstarts als Sekundärnutzlast vermarkten, oder ausländische Raumfahrtanbieter bereit und in der Lage sind, sich an die Raumfahrtvorschriften anderer Länder zu halten.



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bombinho 15. Mär 2018

Ich habe mir mal die mir relevant scheinenden Treaties durchgelesen und nirgendwo einen...

bombinho 14. Mär 2018

Indien hatte offensichtlich entschieden, dass der Satellitenstart und deren Bahnen...

bombinho 14. Mär 2018

Im Zweifel wird das Unternehmen an das Unternehmen der Grossmutter verkauft, welche mit...

Der Held vom... 12. Mär 2018

Irgend ein rechtlicher Winkelzug muss da gelaufen sein. Das ist keine Garagenfirma, der...

elgooG 12. Mär 2018

Uff, was für ein Wort. xD


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