Raumfahrt und Software: Nasa will Nutzungszeit von Voyager-Sonden verlängern

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat ein Softwareupdate zu Voyager 2 geschickt(öffnet im neuen Fenster) , um dessen Betriebsdauer weiter zu verlängern. Der Patch wurde am 20. Oktober 2023 an die zweite Voyager-Sonde übertragen. Wenn keine unmittelbaren Probleme auftreten, wird das Team den Patch am 28. Oktober testen. Wenn alles nach Plan verläuft, wird der Code auch an Voyager 1 übertragen.
Die beiden Raumsonden Voyager 1 und Voyager 2 wurden im Jahr 1977 gestartet, ein Ende ihrer Missionen ist nicht in Sicht.
Das Update soll nach Angaben des Nasa-Forschungs- und Entwicklungslabors JPL dazu beitragen, Ausfälle wie im vergangenen Jahr zu verhindern. Der Bordcomputer, der die Raumsonde Voyager 1 an der Erde ausrichtet, sendete verstümmelte Statusberichte, obwohl er ansonsten normal weiterlief.
Das Lagebestimmungs- und -kontrollsystem (AACS) leitete Befehle falsch weiter, indem es sie in den Computerspeicher schrieb, anstatt sie auszuführen. Das Softwareupdate soll zukünftig solche Probleme vermeiden.
Optimierung der Schubdüsen
Eine weitere Maßnahme betrifft die Treibstoffrückstände. In den engen Röhren der Schubdüsen sammeln sich Treibstoffreste an. Diese Art von Ablagerungen wurde bereits bei anderen Raumfahrzeugen beobachtet. Die Schubdüsen von Voyager 1 und Voyager 2 werden dazu verwendet, die Antennen der Raumsonde auf die Erde auszurichten.
Die Raumfahrzeuge können sich sowohl nach oben als auch nach unten, nach links und rechts und um die Mittelachse drehen. Dabei werden die Triebwerke automatisch gezündet und richten das Raumfahrzeug so aus, dass die Antennen weiterhin auf die Erde gerichtet sind.
Der Treibstoff fließt über die Kraftstoffleitungen zu den Triebwerken und dann durch kleinere Leitungen im Inneren. Die Einlassrohre der Triebwerke sind 25-mal schmaler als die externen. Bei jeder Zündung der Triebwerke lagern sich winzige Mengen an Treibstoffresten ab.
Einige Daten könnten verloren gehen, dafür sollen Raumsonden länger Daten sammeln
Das Missionsteam der Nasa rotierte jetzt die beiden Raumfahrzeuge um fast ein Grad weiter in jede Richtung, bevor die Triebwerke gezündet werden. Dadurch reduzieren sich die Häufigkeit und Dauer der Triebwerkszündungen.
Es könnte jedoch passieren, dass aufgrund des größeren Rotationsradius einige wissenschaftliche Informationen verloren gehen. Auf lange Sicht können die Raumsonden jedoch mehr Daten sammeln.
Die vollkommene Verstopfung der Treibstoffeinlassrohre könnte in frühestens fünf Jahren erfolgen. In den kommenden Jahren können weitere Maßnahmen getroffen werden, um die Nutzungszeit von Voyager 1 und Voyager 2 zu verlängern.



