Raumfahrt & Umwelt: Blue Origin stößt regelmäßig Methangas aus

Bereits im Juni 2023 ist ausströmendes Methangas auf dem Gelände von Blue Origin entdeckt worden. Laut dem Unternehmen besteht kein Grund zur Sorge. Grenzwerte gibt es keine.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Der Start einer Rakete von Blue Origin, angetrieben mit Methangas
Der Start einer Rakete von Blue Origin, angetrieben mit Methangas (Bild: Blue Origin)

Methan ist ein starkes Treibhausgas und vermutlich für mehr als ein Viertel der bisherigen globalen Erwärmung verantwortlich. Man findet es bei Erdgasbohrungen und -leitungen, Viehzuchtanlagen, Kohlebergwerken, Reisfeldern und Mülldeponien – doch auch auf der Ranch vom privaten Raumfahrtunternehmen Blue Origin in Westtexas (USA). Am 4. Juni 2023 wurde eine Gasfahne auf der weitläufigen Ranch gemessen.

Das Unternehmen stößt dieses Gas bei der Entwicklung seiner Raketen regelmäßig aus. Diese werden mit verflüssigtem Erdgas betrieben – also fast reinem Methan. Die Freisetzung im Juni wurde von einem Instrument an Bord der Internationalen Raumstation ISS entdeckt, die an diesem Tag zufällig vorbeiflog. Die gemeinnützige Gruppe Carbon Mapper analysierte die Messwerte und schätzte, dass das Gas mit etwa 1,5 Tonnen pro Stunde austrat. Es gibt keine Angaben darüber, wie lange das anhielt.

Keine Grenzwerte und Blue Origin steht nicht alleine da

Die staatliche Luftregulierungsbehörde, die Texas Commission on Environmental Quality (Kommission für Umweltqualität von Texas), legt keine Grenzwerte für Methanemissionen fest und verlangt auch keine Offenlegung von Freisetzungen. Entsprechend äußert sich Blue Origin auch nicht zu dem Vorfall. Gegenüber dem Nachrichtenmagazin Fortune äußerte sich die Unternehmenssprecherin Sara Blask zwar via E-Mail, teilt jedoch lediglich mit, dass es zu keinen Schwierigkeiten kam.

Blue Origin ist nicht das einzige Unternehmen, das Methan als Treibstoff nutzt. Auch SpaceX hatte sich unter anderem aus Kostengründen dazu entschieden. Methan ist nur ein kleiner Teil des Gesamteinflusses der Raumfahrtindustrie auf das Klima. Abgaspartikel, die hoch über der Erde ausgestoßen werden, können einen Schirm-Effekt haben und verhindern, dass das Sonnenlicht den Boden erreicht, erklärt Martin Ross. Er ist Atmosphärenwissenschaftler bei der gemeinnützigen Aerospace Corporation.

Aufgrund der Ungewissheit in Bezug auf diesen und andere Aspekte der Raumfahrt sind sich die Wissenschaftler nicht sicher, ob die Industrie eine Nettoerwärmung oder -abkühlung in der unteren Atmosphäre verursacht, sagte der Wissenschaftler.

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