MISSION ARTEMIS 1: Triebwerkstest von SLS Mondrakete gescheitert

Ausfall einer wichtigen Komponente – so lautete die Durchsage am vorzeitigen Ende der Generalprobe für den Flug zum Mond.(öffnet im neuen Fenster) Getestet werden sollte die Kernstufe der SLS-Schwerlastrakete für die Mission Artemis I. Die Rakete ist ausgestattet mit vier RS-25 Spaceshuttle-Triebwerken. Diese hatten zum Zeitpunkt des Tests bereits 3 bis 12 vollständige Shuttleflüge hinter sich. Auf dem Teststand sollte die Raketenstufe am 17. Januar den achtminütigen Flug in den Erdorbit simulieren. Nach nur einer Minute wurde er abgebrochen.
Dabei hätte der Test nach dem Willen der Nasa gar nicht stattfinden(öffnet im neuen Fenster) sollen. SLS sollte ohne vollständigen Testlauf der Triebwerke die Artemis-I-Mission zum Mond bringen. Erst nach Monaten gab die Nasa den Sicherheitsbedenken von Beobachtern, Experten und dem Nasa-eigenen Aerospace Safety Advisory Panel(öffnet im neuen Fenster) nach. Zu recht, wie sich jetzt herausstellt hat. Schon kurz nach dem Start wäre das Triebwerk verloren gegangen und hätte die Mission wohl zum Scheitern verurteilt.
Zur Ursache des Triebwerksausfalls wurde in der Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) und der anschließenden Pressekonferenz kaum Konkretes gesagt. Es sei eine Stichflamme oder ein Blitz in der Nähe einer Hitzeschutzdecke von Triebwerk Nummer 4 beobachtet worden. Weiteres müsse untersucht werden. Das Ergebnis wurde von Nasa-Chef Jim Bridenstine dennoch nicht als Fehlschlag gewertet.
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Daten von vier Minuten Testlauf waren notwendig
Vertreter des zuständigen Vertragspartners Boeing sagten vor dem Test, dass zumindest Daten aus vier Minuten Betriebsdauer gesammelt werden müssten. Zum Zeitpunkt des Ausfalls sollte mit den Schwenktests der Triebwerke begonnen werden. Ob das im Zusammenhang mit dem Ausfall steht, blieb unklar.
Der ohnehin unrealistische Zeitplan des Artemis-Programms, bis 2024 auf dem Mond zu landen, wird sich durch den fehlgeschlagenen Test weiter verzögern. Eine einfache Wiederholung des Tests soll wenigstens drei bis vier Wochen dauern, wenn keine größeren Reparaturen oder Modifikationen nötig sind. Artemis I, der automatisierte Testflug eines Orion-Raumschiffs zum Mondorbit, war zuletzt noch für November 2021 geplant.



