Raumfahrt: Teure Asteroidenmission Psyche startet zu Metallasteroiden

Für fast 1,2 Milliarden US-Dollar soll eine einfache Raumsonde einige Fragen zu den Ursprüngen der Erde klären.

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Die Raumsonde Psyche kurz nach Abtrennung von der Trägerrakete
Die Raumsonde Psyche kurz nach Abtrennung von der Trägerrakete (Bild: Nasa/Screenshot: Golem.de)

Am 13. Oktober um 16:19 Uhr mitteleuropäischer Zeit ist die Nasa-Mission Psyche an Bord einer Falcon-Heavy-Rakete abgehoben. Sie soll im Jahr 2029 den namensgebenden Asteroiden Psyche erreichen und aus dem Orbit untersuchen.

Es ist die erste Mission, mit der die Nasa die Leistungsfähigkeit der Falcon-Heavy-Rakete ausnutzt. Mit einem letzten Triebwerksmanöver um 17:14 Uhr verließ die Mission den Erdorbit auf dem Weg zu ihrem Ziel. Der Rest der Mission wird mit einem Hall-Effekt-Triebwerk an Bord der Sonde absolviert.

Der Start machte nur 11 Prozent des rund 1,2 Milliarden US-Dollar umfassenden Missionsbudgets aus, geplant waren ursprünglich 850 Millionen US-Dollar..

Kostspielige Mission, einfacher Aufbau

Dennoch handelt es sich bei Psyche es sich um eine einfach aufgebaute Sonde, die mit einer Kamera, einem Magnetometer sowie Röntgen- und Neutronenspektrometern ausgestattet ist. Es befindet sich kein Lander an Bord, so dass alle Untersuchungen der Oberfläche des 225 km großen Asteroiden aus großer Entfernung erfolgen müssen.

Psyche ist als Asteroid interessant, weil er zu großen Anteilen aus Metall besteht, ähnlich wie der Erdkern. Dieser Metallkern muss kurz nach der Entstehung des Himmelkörpers flüssig gewesen sein, wie auch bei den großen Asteroiden Vesta und Ceres, die von der Raumsonde Dawn untersucht wurden. Anders als bei diesen Objekten ging bei Psyche ein großer Teil der weniger dichten Kruste verloren, möglicherweise durch einen großen Asteroideneinschlag nach der Entstehung.

Der flüssige Kern muss ein Magnetfeld erzeugt haben, das mit dem Magnetometer vermessen werden soll. In den eisenreichen Verbindungen des Asteroiden bleibt ein solches Magnetfeld auch über vier Milliarden Jahre später noch erhalten.

Woraus genau die Kruste des Asteroiden besteht, soll durch Kameraaufnahmen mit verschiedenen Farbfiltern und die Untersuchung von Röntgenstrahlen und Neutronen ermittelt werden. Diese entstehen, wenn die Teilchen des Sonnenwindes mit hoher Energie auf die Oberfläche von Psyche treffen.

An Bord der Sonde befindet sich außerdem ein Kommunikationslaser mit einem 20 cm großen Spiegelteleskop, der Signale zur Erde senden soll, ähnlich wie die Laserterminals der Starlink-Satelliten. Es ist der erste solche Laser, der außerhalb der Erd- und Mondumlaufbahn genutzt wird. Als Bodenstation dient das 5 m große Hale-Teleskop auf dem Mt. Palomar. Der Laser soll die zehnfache Datenrate der 2 m großen X-Band-Radioantenne der Sonde erreichen.

Trotz der hohen Ausgaben für die Entwicklung der Sonde wurde nur ein Flugexemplar gebaut, eine identische Kopie verbleibt als Referenz zur Fehlersuche auf der Erde.

Beim Bau der ähnlich teuren Rosetta-Sonde der Esa wurden zwei weitere Kopien angefertigt, die unter der Bezeichnung Mars Express und Venus Express mit rund 20 Prozent des Budgets von Rosetta gebaut wurden und sehr erfolgreiche Missionen flogen. Mars Express ist noch immer aktiv. Aber auch die Esa führt keine derartigen kostensparenden Missionen mehr durch.

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