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Raumfahrt: Terraforming des Mars ist mit heutiger Technik nicht möglich

Luft zum Atmen, flüssiges Wasser: Seit Längerem überlegen Forscher, wie sich der Mars so verändern lässt, dass dort Menschen ohne Probleme leben können. Eine aktuelle Studie kommt jedoch zu dem Schluss, dass ein Terraforming auf dem Mars mit heutiger Technik nicht möglich ist.
/ Werner Pluta
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Künstlerische Darstellung einer Marslandung aus dem Jahr 1964: Atombomben auf die Polkappen (Bild: Aeronutronic Divison, Philco Corp/NASA)
Künstlerische Darstellung einer Marslandung aus dem Jahr 1964: Atombomben auf die Polkappen Bild: Aeronutronic Divison, Philco Corp/NASA

Eine Atmosphäre auf dem Mars: Am Ende des Films Die totale Erinnerung – Total Recall(öffnet im neuen Fenster) aktiviert Arnold Schwarzenegger in einem Berg auf dem Mars einen von Außerirdischen gebauten Reaktor. Er schmilzt Eis unter der Oberfläche, setzt dadurch Sauerstoff frei, und der Mars bekommt in kurzer Zeit eine Atmosphäre mit Atemluft.

Abgesehen davon, dass ein solches Terraforming ein Prozess wäre, der mehrere Jahrtausende dauern würde: Es ist mutmaßlich nicht möglich, eine Atmosphäre auf dem Mars zu erzeugen. Zu dem Ergebnis kommen Forscher in einer aktuellen Studie

Das Terraforming auf dem Mars würde so funktionieren, dass Gas wie Kohlendioxid und Wasserdampf freigesetzt werden, um die Atmosphäre dichter zu machen. Dadurch wird ein Teil der Infrarotstrahlung, die der von der Sonne erwärmte Boden abgibt und die sonst ins Weltall entweichen würde, absorbiert und die Temperatur steigt. Auf der Erde kämpfen wir gerade gegen diesen Treibhauseffekt(öffnet im neuen Fenster) .

Eine dichtere Atmosphäre und höhere Temperaturen würden sicherstellen, dass Wasser in flüssigem Zustand vorkommt und dort bleibt. Aktuell würde es schnell gefrieren oder verdunsten.

Mars Evolution – Nasa-Video aus dem Jahr 2013
Mars Evolution – Nasa-Video aus dem Jahr 2013 (01:52)

"Kohlendioxid (CO2) und Wasserdampf (H2O) sind die einzigen Treibhausgase, die wahrscheinlich in ausreichender Menge auf dem Mars vorhanden sind, um eine signifikante Klimaerwärmung zu erzeugen" , sagte Bruce Jakosky(öffnet im neuen Fenster) von der Universität von Colorado in Boulder. Zusammen mit seinem Team hat er Daten über den Mars, die in den vergangenen 20 Jahren gesammelt wurden, analysiert.

Kohlendioxid und Wasser sind auf dem Mars durchaus in beträchtlichen Mengen vorhanden – seine Atmosphäre besteht zu großen Teilen aus Kohlendioxid. Doch das Wasser allein reicht nicht aus, um die Temperatur so weit zu steigern, dass genügend Wasser als Dampf in der Atmosphäre bleibt, ohne dass diese zuvor deutlich durch Kohlendioxid erwärmt worden wäre.

Der atmosphärische Druck auf dem Mars ist sehr gering

Das Problem ist der atmosphärische Druck auf dem Mars, der nur etwa 0,6 Prozent des atmosphärischen Drucks auf der Erde beträgt. Die Forscher schätzen, dass auf dem Mars ein Druck vergleichbar dem auf der Erde erforderlich ist, um die Temperaturen so weit zu steigern, dass flüssiges Wasser dauerhaft vorhanden ist.

Doch selbst wenn das Kohlendioxid in den Polkappen verdampft wird – SpaceX-Chef Elon Musk hatte mal nicht ganz ernst vorgeschlagen, dafür Atombomben einzusetzen -, würde dies nach den Erkenntnissen der Forscher um Jakosky(öffnet im neuen Fenster) nur ausreichen, dass sich der atmosphärische Druck auf dem Mars verdoppelt – und damit 1,2 Prozent des irdischen betragen würde.

"Nach unseren Ergebnissen ist auf dem Mars nicht genügend CO2, um – würde das Gas freigesetzt – eine signifikante Klimaerwärmung herbeizuführen. Hinzu kommt, dass der größte Teil des CO2-Gases nicht zugänglich ist und nicht ohne Weiteres freigesetzt werden kann" , resümiert Jakosky. "Als Folge davon ist ein Terraforming des Mars mit heutiger Technologie nicht möglich."


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