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Raumfahrt: Das nächste Land will eine Mondbasis bauen

Mehrere Nationen haben bereits konkrete Pläne für eine Mond basis. Die USA, die ebenfalls Menschen zum Mond schicken will, ist nicht dabei.
/ Patrick Klapetz
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Symbolbild einer möglichen Mondbasis (Bild: ESA - P. Carril)
Symbolbild einer möglichen Mondbasis Bild: ESA - P. Carril

Korea will bis zum Jahr 2045 eine eigene Basis auf der Mondoberfläche errichten. Die Roadmap umreißt fünf Kernmissionen, darunter die Erforschung der niedrigen Erdumlaufbahn und der Schwerelosigkeit, die Erforschung des Mondes sowie Sonnen- und Weltraummissionen, wie die Korea Times berichtete(öffnet im neuen Fenster) .

Die südkoreanische Raumfahrtbehörde Kasa (Korea AeroSpace Administration) hatte bereits im vergangenen Jahr mitgeteilt, Mondlandungs- und Rovertechnologie selbst zu entwickeln. Dabei zielt die Behörde auch auf die Gewinnung von Mondressourcen wie Wassereis ab.

Dieses kann nicht nur als Trinkwasser aufbereitet werden oder als Abschirmung vor Weltraumstrahlung dienen. Mondwasser kann auch in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff aufgeteilt werden. Wasserstoff kann als Energiequelle, Sauerstoff als Atemluft genutzt werden. Beide wieder zusammengemischt dienen als Raketentreibstoff.

Südkoreas bisherige Erfahrungen

Südkorea sammelte bereits Erfahrungen auf und um den Mond. Im August 2022 startete das Land seine erste Mondsonde – Korea Pathfinder Lunar Orbiter oder Danuri genannt – an der Spitze einer Falcon-9-Rakete von SpaceX . Vier Monate später erreichte Danuri die Mondumlaufbahn und ist immer noch aktiv, um den Mond mit seinen Instrumenten zu untersuchen.

Das koreanische Institut für Geowissenschaften und Bodenschätze demonstrierte kürzlich den Prototyp seines Mondrovers in einer verlassenen Kohlemine. Der Rover soll später für den Weltraumbergbau eingesetzt werden.

Koreanische Beamte kündigten zudem bereits an, bis zum Jahr 2032 solle eine robotische Landefähre auf dem Mond landen. Aus der neuen Roadmap geht jedoch die Planung einer neuen, vermutlich leistungsfähigeren Mondlandefähre hervor, die bis 2040 entwickelt werden soll. Mit ihr soll dann bis 2045 der Bau einer wirtschaftlichen Basis auf der Trabantenoberfläche ermöglicht werden.

Diese Nationen planen eine Mondbasis

Damit ist Südkorea das dritte Land, das offiziell eine Roadmap für die Errichtung einer Mondbasis veröffentlichte. China will bis zum Jahr 2035 den ersten Teil seiner Mondbasis abgeschlossen haben und seine Kolonisationspläne bis 2050 ausbauen. Russland ist in diesem Projekt, der internationalen Mondforschungsstation ILRS , ein wichtiger Partner und soll ein Atomkraftwerk für die Mondoberfläche beisteuern.

Indien will seine Mondbasis noch vor dem Jahr 2050 fertigstellen, vermutlich bis 2047 . Auch die westliche Welt, angeführt von den USA, will die menschliche Präsenz auf dem Mond ausbauen. Mit Artemis III sollen die ersten Menschen noch vor Ende des Jahrzehnts auf dem Trabanten landen. Einen US- oder europäischen Zeitplan für die Fertigstellung einer Basis auf dem Mond gibt es nicht.

Der Mond ist derweil nicht das einzige ferne Ziel der Kasa. Die Agentur will auch bis 2045 die erste Marslandung Südkoreas durchführen.


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