Raumfahrt: Starlab-Raumstation soll mit Starship starten

Während das Ende der Internationalen Raumstation absehbar ist, gibt es immer mehr Unternehmen, die eigene Raumstationen starten wollen. Eines dieser Unternehmen ist Voyager Space mit seiner Tochterfirma Nanoracks, das zusammen mit Airbus eine Raumstation namens Starlab bauen will.
Das Projekt wird von der Nasa mit 160 Millionen US-Dollar unterstützt. Der Name erinnert an die alte amerikanische Raumstation Skylab und das Starship, das nun als Trägerrakete dienen soll(öffnet im neuen Fenster) . Nur dieses ist in absehbarer Zeit in der Lage, eine solche Raumstation mit 8 m Durchmesser zu starten. Bislang war in dieser Dimension kein Raumstationsmodul größer, nur länger.
Das Skylab, das aus einer umgebauten Raketenstufe der Saturn V bestand, hatte 6,6 m Durchmesser. Dabei war bereits diese Station beeindruckend groß im Vergleich zu den Modulen von der ISS, Tiangong-3, der Mir oder den Saljut-Raumstationen mit nur etwa 4 m Durchmesser. Allerdings war der große Orbital Workshop, das Hauptmodul von Skylab, mit 14,7 m fast doppelt so lang wie das nur 8 m messende Hauptmodul von Starlab.
Schöner wohnen im All
Das Hauptmodul der Raumstation ist damit auf die maximalen Dimensionen der Nutzlastverkleidung des Starship zugeschnitten(öffnet im neuen Fenster) . Die Inneneinrichtung soll Platz für Experimente bieten, aber mithilfe der Hotelkette Hilton(öffnet im neuen Fenster) dennoch wohnlich gestaltet sein. Ob dabei wie im Skylab genug Platz für Gymnastik und eine Bahn zum Joggen entlang der Außenwand des Moduls bleibt, ist allerdings unbekannt. Neben Luftschleusen, Solarmodulen und einer Antriebssektion soll auch ein Roboterarm an der Station montiert werden.
Voyager Space bietet bislang vor allem Elektronik und Optikkomponenten für Satelliten an, hat aber mit Nanoracks bereits viel Erfahrung im Betrieb von Experimenten auf Raumstationen und mit dem Bau der kommerziellen Bishop-Luftschleuse(öffnet im neuen Fenster) an der ISS auch schon Bauerfahrung gesammelt. Airbus dürfte dennoch den größten Teil der Expertise beitragen.
Die Raumstation ist eine der ersten Nutzlasten, mit denen die größere Nutzlastverkleidung des Starship ausgenutzt werden kann. Bislang haben sich Verkleidungen mit einem Durchmesser von nicht mehr als 5,4 m als Standard etabliert. Blue Origin will die New Glenn mit Nutzlastverkleidungen bis 7 m Durchmesser starten, was auch dem Durchmesser der Rakete entspricht. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass das Unternehmen eine 9 m große Verkleidung entwickelt, sollte sich das als Standard etablieren.
Bis Bau und Entwicklung der Raumstation abgeschlossen sind, sollte SpaceX auch schon genug erfolgreiche Flüge mit dem Starship absolviert haben, um einen zuverlässigen Flug in den Orbit zu garantieren.



