Raumfahrt: Spinlaunch will Satelliten ins Weltall schleudern

Ein US-Start-up für Raumfahrt will in den Markt für Kleinsatelliten eintreten. Und diese will es einfach in den Weltraum schleudern.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Der Suborbitalbeschleuniger von SpinLaunch im Spaceport America feuerte am 22. Oktober sein erstes Projektil ab.
Der Suborbitalbeschleuniger von SpinLaunch im Spaceport America feuerte am 22. Oktober sein erstes Projektil ab. (Bild: Spinlaunch)

Satelliten-Betreiber haben heutzutage die große Auswahl, mit welchem Gerät sie ihre Flugkörper ins All schicken. Größere Satelliten und Menschen werden mit senkrecht startenden Trägerraketen ins All gebracht. Cubesats und andere kleine Satelliten können auch mit Flugzeugen auf eine bestimmte Flughöhe gebracht werden und dann mit kleineren Raketen waagerecht starten. Anders will es das amerikanische Startup SpinLaunch machen.

Am 22. Oktober hatte dieses seinen ersten erfolgreichen Testflug absolviert. Dabei haben die Ingenieure ihren Prototypen mittels kinetischer Energie einfach gen Weltraum geschleudert. Das drei Meter lange Projektil wurde dabei mehrere Kilometer hoch katapultiert. Um tatsächlich in den Weltraum zu gelangen, hätte man das Projektil noch mit einem Raketenantrieb ausstatten müssen. Dieser müsste dann auf einer bestimmten Höhe zünden, um den letzten nötigen Schub zum Entfliehen der Erdanziehungskraft zu erhalten. Bei dem jetzigen Test wurde jedoch kein Booster verbaut.

Das Projektil wurde in einer Vakuumkammer so lange rotiert, bis es eine Geschwindigkeit von 8.000 Kilometern pro Stunde erreicht hatte. Anschließend hat sich eine bis dahin geschlossene Klappe geöffnet, aus der das Projektil in weniger als einer Millisekunde herausgeschleudert wurde. Die Zentrifuge lief laut dem Unternehmen dabei mit nur circa 20 Prozent ihrer eigentlichen Leistungsfähigkeit.

Das ist nur der Anfang

Momentan arbeitet das Unternehmen mit einer Testzentrifuge. Suborbital Accelerator hat einen Durchmesser von rund 50 Metern und ist damit nur ein Drittel so groß wie das geplante finale "Zentrifugal-Katapult". Die Anlage befindet sich übrigens im US-Bundesstaat New Mexico. Mit der Fertigstellung der finalen Anlage würden laut Spinlaunch auch 90 Prozent der bisherigen Gefahren eliminiert werden.

"Es ist ein radikal anderer Weg, Projektile und Trägerraketen mit einem bodengestützten System auf Hyperschallgeschwindigkeiten zu beschleunigen", berichtete der CEO Jonathan Yaney gegenüber dem Nachrichtensender CNBC.

Warum man bisher kaum oder nichts von dem Unternehmen gehört hat? Laut Yaney müsse man sich erst selbst beweisen, dass man das tatsächlich durchziehen kann: "Ich finde, je kühner und verrückter das Projekt ist, desto besser ist es, wenn man nur daran arbeitet - anstatt darüber zu reden." Bisher wurden nicht mal deren Social Media Seiten mit Content bespielt.

Laut der Internetseite von Spinlaunch sollen "im Laufe des Jahres 2022 regelmäßige Testflüge mit einer Vielzahl von Fahrzeugen und Startgeschwindigkeiten" durchgeführt werden. Bis 2024 wolle man bei Spinlaunch so weit sein, dass man Starts für zahlende Kunden und Kundinnen anbieten kann. Diese können dann Satelliten bis zu einem Gewicht von 200 Kilogramm ins All fliegen lassen - wenn alles nach Plan verläuft. Nur zur Einordnung: Die Starlink-Satelliten wiegen bereits ungefähr 400 Kilogramm.

Ein Problem gibt es aber noch. Die potenziellen Satelliten und deren Hardware müssen den starken kinetischen Kräften standhalten und entsprechend konstruiert werden.

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Poison Nuke 21. Nov 2021

Also ich hab mal versucht einfach zu rechnen. Um 8000 Kilometer pro Sekunde zu erreichen...

adjust-IT 16. Nov 2021

Hmm, die Kritik liegt ja darin, dass es aussieht wie als ob da wer mit Mathe Probleme...

Dwalinn 15. Nov 2021

Das Militär Arbeit schon eine Weile an sowas hat ein paar der Projekte aber mittlerweile...

Dwalinn 15. Nov 2021

Sowas dämliches habe ich ja noch nie gehört. Das gilt vielleicht für Verkäufer bei der...



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