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Start der Falcon 9v1.1: erstmals Start an der Westküste
Start der Falcon 9v1.1: erstmals Start an der Westküste (Bild: SpaceX)

Raumfahrt SpaceX testet Landung einer Trägerrakete

SpaceX will die erste Stufe der Trägerrakete Falcon künftig mehrfach verwenden. Das US-Raumfahrtunternehmen hat am Sonntag erstmals versucht, die Raketenstufe kontrolliert absteigen und wassern zu lassen. Das hat fast funktioniert.

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Das US-Raumfahrtunternehmen Space Exploration Technologies (SpaceX) hat erstmals die Falcon 9v1.1 ins All geschossen, eine Weiterentwicklung der Trägerrakete Falcon 9. Dabei wurde auch die Rückkehr der Rakete zur Erde getestet. Der Flug verlief beinahe wie geplant.

Die überarbeitete Falcon hat eine neue Version des Merlin-Triebwerks. Das Merlin 1D liefert mehr Schub und ist zudem einfacher zu bauen. Die neun Triebwerke sind anders angeordnet: Waren die Merlin-1C-Triebwerke als 3x3-Matrix angeordnet, bilden acht der Merlin-1D-Triebwerke einen Kreis um ein neuntes. Die Falcon 9v1.1 ist größer und hat größere Tanks als die Falcon 9. Sie kann zudem einen größeren Bugkonus befördern, in dem die Nutzlast untergebracht ist.

Erste Stufe wiederverwenden

Der wichtigste Unterschied ist aber, dass die erste Stufe wiederverwendet werden soll. Sie soll zur Erde zurückkehren und dort wieder aufsetzen - entsprechende Versuche führt SpaceX mit der experimentellen Rakete Grasshopper durch. SpaceX wollte am Sonntag dazu eine Vorstufe testen.

Zunächst verlief alles planmäßig: Die Falcon 9v1.1 startete am 29. September 2013 um 9 Uhr Ortszeit (17 Uhr Mitteleuropäische Sommerzeit, MESZ) vom US-Luftwaffenstützpunkt Vandenberg im US-Bundesstaat Kalifornien - auch das ist eine Neuerung: Bisher hatte SpaceX seine Raketen immer vom Startplatz Cape Canaveral in Florida ins All geschossen.

Satelliten ausgesetzt

Nach knapp drei Minuten wurde die erste Stufe abgetrennt und die zweite transportierte die Nutzlast in eine niedrige Erdumlaufbahn (Low Earth Orbit, Leo): Alle Satelliten seien in den vorgesehenen Umlaufbahnen ausgesetzt worden, teilte SpaceX-Chef Elon Musk über Twitter mit.

An Bord hatte die Trägerrakete den kanadischen Satelliten Cassiope, der unter anderem die Auswirkungen von Sonnenstürmen und andere Weltraumwetterphänomene untersuchen soll. Außerdem in der Rakete waren mehrere Satelliten von US-Universitäten: die drei Cubesats der Polar Orbiting Passive Atmospheric Calibration Spheres der Universität des US-Bundesstaates Utah, der Drexel-Universität und des US-Unternehmens Planetary Systems, der Drag & Atmospheric Neutral Density Explorer der Universität des US-Bundesstaates Colorado sowie der CU-Sat der Cornell-Universität.

Bremsen vor dem Platsch

Die erste Stufe fiel unterdessen nicht wie üblich zur Erde zurück. Stattdessen wurden drei Triebwerke erneut gezündet, um die Rakete sicher wieder in die Atmosphäre eintreten zu lassen. Kurz vor dem Wassern wurden die Triebwerke noch einmal gezündet. Dabei sollte die Rakete fast vollständig abgebremst werden, um dann sanft in den Pazifik zu fallen.

Jedoch sei sie beim Feuern der Triebwerke instabil geworden. Das habe die Treibstoffzufuhr verhindert, und das Triebwerk sei ausgegangen, twitterte Musk. Die Rakete zerschellte auf dem Wasser. Teile konnten jedoch geborgen werden. Es sei gelungen, während des Wiedereintritts wertvolle Daten zu sammeln, sagte Musk.

Problem mit zweiter Stufe

Auch die zweite Stufe habe nicht einwandfrei funktioniert, berichtet das US-Nachrichtenangebot Spaceflight.com: Die zweite Stufe hätte nach dem Aussetzen der Satelliten noch einmal gezündet werden sollen. Das funktionierte jedoch nicht. Allerdings sei die Ursache bekannt und könne bis zum nächsten Start behoben werden, zitiert Spaceflight.com SpaceX-Chef Musk. Dann soll die Trägerrakete im Auftrag des niederländischen Unternehmens SES World Skies den Kommunikationssatelliten SES-8 in eine geostationäre Umlaufbahn bringen. Dafür ist ein zweifaches Zünden der Triebwerke der zweiten Stufe notwendig.

Musk zog dennoch ein positives Fazit: SpaceX habe jetzt das nötige Wissen, um eine Rakete wieder auf der Erde landen zu lassen, twitterte er. Das Unternehmen will bei zwei weiteren Flügen der Falcon Daten sammeln. Anfang kommenden Jahres soll dann erstmals eine Landung der ersten Stufe getestet werden.


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