Raumfahrt: SpaceX testet dunkleren Starlink-Satelliten

Wegen der Kritik von Astronomen testet SpaceX eine schwarze Beschichtung, um die Helligkeit seiner Kommunikationssatelliten am Himmel zu reduzieren. Nach dem inzwischen dritten Start befinden sich 180 Starlink-Satelliten im Erdorbit.

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Die großen Solarpanele der Starlink-Satelliten werden weiterhin einige Monate nach dem Start sehr hell sein.
Die großen Solarpanele der Starlink-Satelliten werden weiterhin einige Monate nach dem Start sehr hell sein. (Bild: SpaceX)

Um 3.19 Uhr mitteleuropäischer Zeit hat in der Nacht zu Dienstag der dritte Start einer Falcon-9-Rakete mit 60 Starlink-Satelliten stattgefunden. Nachdem die Satelliten in einem Orbit von 290 km Höhe ausgesetzt wurden, werden sie in den nächsten Monaten mit ihren Ionentriebwerken ihre endgültigen Orbits auf 550 km Höhe anfliegen. Mit einem der Satelliten testet SpaceX dabei eine neue schwarze Farbe, durch die der Satellit in seinem endgültigen Orbit weniger Licht reflektieren soll.

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Der Start war der erste Raketenstart im Jahr 2020. Die erste Raketenstufe der Falcon 9 war bereits für den Start der ersten 60 Starlink-Satelliten verwendet worden und flog zum vierten Mal.

Seit dem ersten Start von Starlink-Satelliten gibt es Kritik an deren Helligkeit, die astronomische Beobachtungen erschweren soll. Wie stark diese Einschränkungen seien, ist allerdings selten Teil der Kritik. Zahlen gibt es lediglich für die Großobservatorien der ESO in Chile, zu denen das Very Large Telescope (VLT) gehört. Dort wird der Verlust an Beobachtungszeit durch 27.000 Satelliten auf etwa 0,8 Prozent geschätzt und gilt nicht als größeres Problem.

Andere Observatorien, etwa das geplante Vera Rubin Observatory (vormals Large Synoptic Survey Telescope), befürchten einen größeren Einfluss durch die Satelliten. Das acht Meter große Teleskop soll den gesamten sichtbaren Himmel von seiner Position aus alle drei Tage komplett ablichten. Dabei wären die Satelliten mit ihrer derzeitigen Helligkeit so hell, dass die CCD-Chips des Teleskops saturiert würden und Daten entlang der Spur des Satelliten nicht korrigiert werden könnten. Nach Aussagen der Betreiber könnte eine schwarze Beschichtung auf den Satelliten dieses Problem beheben.

Nach dem Start sind die Satelliten weiterhin sehr hell

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SpaceX testet eine solche Beschichtung nun an einem der 60 Satelliten. Die schwarze Farbe hat potentiell einen großen Einfluss auf den Wärmehaushalt im Satelliten, so dass sie zunächst geprüft werden muss. Eine Möglichkeit, den Einfluss auf den Wärmehaushalt zumindest zu reduzieren, wäre die Nutzung spezieller Farben, die den Infrarotanteil des Sonnenlichts reflektieren, so dass dieser nicht zur Aufheizung des Satelliten beiträgt. Solche Farben sind kommerziell erhältlich, sie würden allerdings im astronomisch interessanten Wellenlängenbereich zwischen 700 nm und 1-000 nm reflektieren. Welche genauen Eigenschaften die Farbe von SpaceX hat, ist nicht bekannt.

Auf die viel größere Helligkeit der Satelliten direkt nach dem Start wird die Beschichtung dagegen keinen Einfluss haben. Während des Flugs zum endgültigen Orbit befinden diese sich in einer anderen Orientierung, um die Luftreibung in den oberen Atmosphärenschichten zu reduzieren. Dadurch können die großen Solarpanele der Satelliten Sonnenlicht direkt zur Erde reflektieren, so dass sie wesentlich heller am Himmel erscheinen.

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