Raumfahrt: SpaceX stoppt wieder Starts der Falcon 9

Der Start von Crew 9 zur ISS mit zwei Besatzungsmitgliedern in einem SpaceX-Crew-Dragon verlief sicher und erfolgreich. Mit dem Dragon soll auch die Besatzung des Boeing-Starliner zur Erde zurückkehren. Aber im Anschluss meldete SpaceX ein Problem(öffnet im neuen Fenster) mit der Mission. Die zweite Raketenstufe soll nach Abtrennung des Raumschiffs durch eine weitere Zündung des Triebwerks aus dem Orbit entfernt und sicher entsorgt werden. Das gelang auch, jedoch erreichte das Triebwerk nicht die erwartete Leistung und die Raketenstufe stürzte außerhalb des dafür vorgesehenen Gebietes ab.
Bis die technische Ursache geklärt ist, will SpaceX weitere Starts aussetzen. Die Crew des Dragon war zu keinem Zeitpunkt in Gefahr. Im Notfall kann sich der Dragon jederzeit, auch schon beim Start auf Bodenhöhe, mit den acht Super-Draco-Triebwerken von der Rakete entfernen und sicher auf der Erde landen.
Die Gefahr durch den Absturz der Raketenstufe außerhalb des geplanten Gebiets ist ebenso begrenzt. Zum Vergleich: Die Ariane 5 brachte rund 100 ähnlich schwere ECA-Oberstufen in den Orbit, die alle gänzlich unkontrolliert auf die Erde stürzen. Das Risiko ist dennoch groß genug, so dass auch die Esa und Arianespace künftig unkontrollierte Wiedereintritte möglichst vermeiden wollen. SpaceX muss nun die Ursache der zweiten Fehlfunktion des Triebwerks in 3 Monaten finden, vor allem, um Probleme bei missionskritischen Flugmanövern zu vermeiden.
Zwei wichtige Missionen stehen an
SpaceX stellt für jeden Start eine neue Oberstufe her, inzwischen etwa 150 pro Jahr. Dabei werden zur Kostenoptimierung immer wieder kleinere Änderungen vorgenommen. Gut sichtbar ist etwa die Verwendung einer kürzeren Düse, wenn nicht die volle Leistung der Rakete benötigt wird. Der Fehlstart einer Rakete im Juli war einer solchen Modifikation geschuldet, die weniger sichtbar war. Dabei wurde die Halterung einer Drucksensorleitung zu schwach ausgelegt.
Wie Jeff Foust bei Space News(öffnet im neuen Fenster) berichtet, waren für den 7. Oktober und den 10. Oktober die Starts der Asteroidenmission Hera mit einer Falcon 9 und der Jupiter-Mond-Mission Europa Clipper mit einer Falcon Heavy geplant. Die Falcon Heavy nutzt die gleiche Oberstufe wie die Falcon 9. Nach dem Fehlstart im Juli wurden die Starts der Falcon 9 für 15 Tage ausgesetzt. Die Startfenster der beiden Missionen erstrecken sind bis Ende Oktober.



