Raumfahrt: SpaceX stellt wiederverwendbare Raumfähre Dragon V2 vor

Das US-Raumfahrtunternehmen Space Exploration Technologies(öffnet im neuen Fenster) (SpaceX) hat eine neue Version der Raumfähre Dragon(öffnet im neuen Fenster) vorgestellt. Elon Musk, Gründer und Chef des Unternehmens, hat sie am Donnerstagabend (Ortszeit, Freitag morgen 4 Uhr unserer Zeit) im Unternehmenssitz in Hawthorne im US-Bundesstaat Kalifornien vorgestellt.

Dragon V2 ist für bemannte Transporte zur Internationalen Raumstation (International Space Station, ISS) gedacht. Bislang ist die Dragon nur unbemannt zur ISS geflogen, zuletzt im April dieses Jahres . Der erste bemannte Flug kann laut SpaceX im Jahr 2016 stattfinden.
Platz für sieben Insassen
In der Dragon V2 haben sieben Astronauten Platz. Sie kann entweder wie ihre Vorgängerin autonom oder von Hand gesteuert an die ISS andocken. Dazu kann über den Sitzen von Pilot und Kopilot ein Display heruntergeklappt werden, auf dem alle Daten angezeigt werden. Geflogen wird das Raumschiff mit einer Art Joystick. Hinzu kommen richtige Knöpfe für alle lebenswichtigen Funktionen der Raumfähre. Auch beim autonomen Andocken müsse sie nicht mehr von dem Roboterarm Canadarm eingefangen werden, erklärte Musk.





Anders als der Vorgänger soll Dragon V2 nicht an einem Fallschirm zur Erde zurücksegeln und dann im Meer wassern. Die Raumfähre könne kontrolliert absteigen und "überall auf der Erde mit der Präzision eines Helikopters landen" , sagte Musk bei der Vorstellung(öffnet im neuen Fenster) . "So sollte ein Raumschiff im 21. Jahrhundert landen."
Gedruckte Triebwerke
Das Raumfahrzeug hat vier Raketentriebwerke, die es bremsen und sicher landen sollen. Diese Super Draco genannten Triebwerke seien die wichtigste Neuerung an der Dragon V2, erklärte Musk: Sie produzieren einen Schub von über 71.100 Newton und sind jeweils als Paar angeordnet, was einen Ersatz bei einem Ausfall sichern soll. Die Brennkammern der Triebwerke sind mit einem 3D-Drucker im Direct-Metal-Laser-Sintering-Verfahren(öffnet im neuen Fenster) aufgebaut.

Aus Sicherheitsgründen werde sie aber Fallschirme an Bord haben, sagte Musk. Beim Abstieg werde das Antriebssystem geprüft. Sollten dabei irgendwelche Anomalien festgestellt werden, würden die Fallschirme geöffnet. Sei alles normal, werde angetrieben gelandet. Dabei könnten zwei der vier Triebwerke ausfallen, und Dragon V2 könne dennoch sicher zur Erde zurückkehren.
Schnell wieder einsatzbereit
Vorteil dieser Form der Landung sie nicht nur, dass die Dragon an jedem beliebigen Ort auf der Erde aufsetzen könne. Sie könne zudem sehr schnell wiederverwendet werden, erklärte Musk: Sie müsse lediglich neu betankt werden und sei einsatzbereit.
"Solange wir weiterhin Raketen und Raumschiffe wegwerfen, werden wir nie echten Zugang zum Weltraum haben. Es wird immer unglaublich teuer sein" , sagte Musk. Würden Flugzeuge nur einmal benutzt, könne sich praktisch niemand leisten zu fliegen. "Dasselbe gilt auch für Raketen und Raumschiffe."



