Raumfahrt: SpaceX ist erwachsen geworden

18 Jahre SpaceX, 100 erfolgreiche Flüge der Falcon 9, technologisch an der Weltspitze und nun der erste echte Flug des Starship.

Ein IMHO von veröffentlicht am
Starship Prototyp 08 lieferte auch schon vor dem Flug beeindruckende Bilder.
Starship Prototyp 08 lieferte auch schon vor dem Flug beeindruckende Bilder. (Bild: SpaceX/Screenshot: Golem.de)

Nun war es so weit. Am Dienstag wurde der Start noch verschoben, aber am Mittwoch hat fast alles geklappt. Starship Prototyp Seriennummer 8 ist in einem Feuerball explodiert, erfüllte zuvor aber alle Hoffnungen und Wünsche, die von SpaceX in den Testflug gesetzt wurden. Ein etwas zu niedriger Tankdruck war alles, was eine kontrollierte Landung verhinderte, wie sie früher schon demonstriert wurde. Zu wenig Druck sorgte für zu wenig Schub und der für zu viel Geschwindigkeit bei der ansonsten perfekt kontrollierten Landung und ... Kabumm.

Inhalt:
  1. Raumfahrt: SpaceX ist erwachsen geworden
  2. Die Zeitpläne sind unsicher, aber besser als die der Konkurrenz

Der Testflug war ein voller Erfolg, der alle notwendigen Daten zur weiteren Verfeinerung des Systems geliefert hat. Die Raptor-Triebwerke, nach vielen Maßstäben die technologisch fortschrittlichsten der Welt, funktionierten bis auf die Probleme mit der Treibstoffversorgung problemlos. Der nächste Testflug wird bald folgen. Der Livestream wurde beendet mit der Nachricht: "Next up: SN9" (dt.: als nächstes: Seriennummer 9) Wenn dieser Flug erfolgreich durchgeführt und SN9 gelandet ist, fängt die eigentliche Arbeit, um aus dem Starship ein Raumschiff zu machen, aber erst an.

Zurzeit fehlen noch alle Daten für den Überschallflug. Durch die Flughöhe blieb die Geschwindigkeit durchweg unter der Schallmauer. Außerdem fehlen dem Starship drei weitere Raptor Triebwerke mit viel größeren Düsen, die für den Betrieb im Vakuum optimiert sind. Dann muss das Starship für den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre vorbereitet werden.

Dafür hat SpaceX Hitzeschutzkacheln entwickelt, die aber anders als beim Space Shuttle weitgehend identisch sind und nicht verklebt, sondern mechanisch gehalten werden. Ursprünglich war dafür vorgesehen, einen Teil des Treibstoffs zu Kühlung zu verdampfen, wie beim Schwitzen. Aber letztlich wurden die Probleme dabei wohl zu groß und SpaceX kehrte nach einer Neubewertung zu der besser erprobten Methode des Hitzeschutzes zurück. Anders als bei den Stahltanks, deren Fertigung trotz vieler Rückschläge immer weiter optimiert wurde und letztlich gelang.

Das Starship ist noch kein Raumschiff

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Um ein Raumschiff zu werden, muss das Starship ins Weltall fliegen. Auch wenn es dazu mit vollen Tanks knapp selbst in der Lage sein soll, wird es eine Trägerrakete benötigen, um auch eine nennenswerte Nutzlast ins All zu bringen. Sie heißt Super Heavy und wird die gleiche Art Treibstofftanks wie das Starship verwenden. Der Aufbau ist ansonsten vergleichbar mit der ersten Stufe der Falcon 9, nur mit Raptor- statt Merlin-Triebwerken und viel mehr davon. Wie viele genau, steht noch nicht fest, mindestens wohl 28.

Wenn die Tests zum Wiedereintritt in die Erdatmosphäre, dem Flug durch die Atmosphäre und der anschließenden Landung auf der Erde abgeschlossen sind, fehlt dem Starship immer noch der Platz für die eigentliche Nutzlast. Dazu soll die Nase zur aufklappbaren Nutzlastverkleidung werden, in der Satelliten mit einem Durchmesser bis knapp 9 Metern Größe Platz haben sollen. Eine andere Version soll Platz für Menschen bieten und eine weitere wird ein Tanker.

Beim Tanker besteht die Nutzlast, wenig überraschend, nur aus Treibstoff und das ganze Raumschiff aus Treibstofftanks. Vier bis sechs Tankerflüge werden notwendig sein, um ein Starship im Orbit voll aufzutanken. Denn nur mit vollen Tanks kann das Starship weiter entfernte Orte im Sonnensystem wie den Mond oder den Mars erreichen, wofür das Starship eigentlich gebaut wird. Ein Flug zum Mond mit anschließender Landung auf der Oberfläche und Rückkehr von der Oberfläche ist für 2024 vorgesehen. Danach kommt wohl Elon Musks großes rotes Ziel: Der Mars.

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Die Zeitpläne sind unsicher, aber besser als die der Konkurrenz 
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Kein Kostverächter 14. Dez 2020

Daran sieht man mal wieder, wie sehr der Mensch dazu neigt, seine eigenen Probleme auf...

TomTomTomTom 14. Dez 2020

Die WirtschaftsWoche hat neulich ein interessantes Interview mit Eric Berger...

TomTomTomTom 14. Dez 2020

Hmmm.... sollte man nun hoffen, dass du nicht Ingeneur bist bist warst? Ansonsten...

TomTomTomTom 13. Dez 2020

Ich denke auch, dass das Design die kleinste Sorge von SpaceX ist. Und das Mockup für...



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