Raumfahrt: SpaceX bringt 2021 vier kommerzielle Astronauten zur ISS

Nächstes Jahr soll die kommerzielle Nutzung der Raumstation von Seiten der Nasa beginnen. Die Firma Axiom hat SpaceX den Auftrag für einen Dragon-Flug erteilt. Astronauten sollen den Aufbau von Axiom-Raumstationsmodulen und einer eigenen Raumstation vorbereiten.

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Der Crew Dragon von SpaceX soll auch kommerzielle Astronauten zur ISS bringen.
Der Crew Dragon von SpaceX soll auch kommerzielle Astronauten zur ISS bringen. (Bild: Nasa)

2021 sollen vier Astronauten an Bord eines Dragon-Raumschiffs von SpaceX zur Internationalen Raumstation (International Space Station, ISS) fliegen. Bezahlt wird der Flug aber nicht von der Nasa und er ist auch nicht Teil des Commercial Crew Projects der US-Raumfahrtorganisation. Stattdessen hat die private Firma Axiom Space den zehntägigen Flug arrangiert, der acht Tage Aufenthalt auf der Raumstation beinhaltet. An Bord des vollständig automatisierten Raumschiffs wird ein professioneller Astronaut von Axiom sein, der von der Nasa nach den gleichen Standards wie Nasa-Astronauten trainiert wird. Die restlichen drei Besatzungsmitglieder werden hingegen Touristen sein.

Inhalt:
  1. Raumfahrt: SpaceX bringt 2021 vier kommerzielle Astronauten zur ISS
  2. Nasa will noch mehr kommerzielle Raumstationen im Orbit

Wie in einem Interview mit Axiom-Chef Mike Suffredini zu erfahren war, gehen die Pläne der Firma aber weit über eine Funktion als Weltraumreisebüro hinaus. Das eigentliche Ziel von Axiom ist der Aufbau einer eigenen Raumstation. Dazu sollen ab 2024 eigene Raumstationsmodule an der ISS andocken, bevor sie am Ende des Betriebs der ISS abgedockt werden und als eigenständige Raumstation weiterbetrieben werden. Die Druckmodule werden in Italien von Thales Alenia Space gebaut. Die Firma ist in dem Bereich sehr erfahren. Sie hat etwa 40 Prozent der Druckhüllen von ISS-Modulen gebaut, ebenso wie die der fünf europäischen ATV-Raumtransporter und der amerikanischen Cygnus-Transporter. Der Satellitenbauer Maxar soll außerdem einen Roboterarm liefern. Den Innenausbau übernimmt Axiom aber in Eigenregie.

Alle Module sind eigenständig flugfähige Raumschiffe, mit eigenen Triebwerken, Treibstoff, Lagekontrolle, Solarzellen und Radiatoren auf der Hüllenoberfläche. Im Notfall könnten die Axiom-Module also schon während der Aufbauphase jederzeit abgedockt werden und eigenständig weiterfliegen, auch wenn die volle Crew nicht dauerhaft versorgt werden könnte. Die Station soll nacheinander ein Werkstatt-und-Forschungsmodul, zwei Wohnmodule und eine Aussichtskuppel bekommen. Dabei befinden sich die Module parallel im Bau, der plangemäß rund viereinhalb Jahre dauern soll.

Um den Betrieb der Module an der ISS soll sich ein fest angestellter Axiom-Astronaut kümmern, während die Kunden ihrem Forschungsauftrag oder ihren persönlichen Interessen nachgehen. Der letzte Schritt zur eigenständigen Raumstation soll der Start eines Moduls mit größeren Solarzellen und Radiatoren, einer eigenen Luftschleuse sowie einer größeren Zahl von Andockstellen für Raumschiffe, Frachter und mögliche weitere Module sein. Das Stromversorgungsmodul kann nicht eher angebracht werden, weil es sonst größere Teile der ISS abschatten würde und so die Funktion von deren Solarzellen und Radiatoren stören könnte.

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Die ab 2021 geplanten Astronautenflüge sollen hauptsächlich dazu dienen, dass Axiom und die Nasa schon vor dem Andocken des ersten Moduls ihre Zusammenarbeit aufeinander abstimmen können. Wobei die Flüge natürlich auch den kommerziellen Interessen von Axiom dienen, eine Entwicklung, die von der Nasa gefördert wird. Die Raumfahrtagentur gab Axiom im Januar den ersten Auftrag zur kommerziellen Nutzung der ISS. Dabei haben sich beide Seiten auf etwa zwei Flüge pro Jahr geeinigt, die zusätzlich zum regulären Flugbetrieb stattfinden sollen. Dabei schließt Axiom-Chef Suffredini weitere Flüge nicht aus, sofern sich dafür genug Kunden finden. Einer soll etwa aus Finnland kommen.

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Nasa will noch mehr kommerzielle Raumstationen im Orbit 
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