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Raumfahrt: Skyroot Aerospace startet erste private Rakete in Indien

Skyroot Aerospace ist fast so schnell wie SpaceX und startet den ersten Satelliten noch vor Isar Aerospace und Rocketfactory Augsburg.
/ Frank Wunderlich-Pfeiffer
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Die dritte Raketenstufe auf dem Weg in den Orbit. (Bild: Skyroot Aerospace / Screenshot: Golem)
Die dritte Raketenstufe auf dem Weg in den Orbit. Bild: Skyroot Aerospace / Screenshot: Golem
Inhalt
  1. Raumfahrt: Skyroot Aerospace startet erste private Rakete in Indien
  2. Lieber eine Rakete im Orbit als 800 Triebwerke aus der Fabrik

Mit der Vikram-1 von Skyroot Aerospace(öffnet im neuen Fenster) ist im Samstag, den 18. Juli 2026, die erste Rakete einer nicht-staatlichen Firma in Sriharikota gestartet(öffnet im neuen Fenster). Die kleine vierstufige Rakete wurde von der Firma Skyroot entwickelt. Sie flog bei ihrer ersten Mission namens Aagaman (dt. Ankunft) mit ihren Testnutzlasten – die detaillierte Daten zur Belastung beim Flug sammeln – erfolgreich in einen 450 km hohen kreisförmigen Orbit. Mit an Bord waren auch ein deutscher Cubesat und ein Roboterarm.

Der allgemeine Aufbau von Vikram-1 ist mit drei Feststoffboostern in Kohlefasergehäusen und einer hypergolischen Oberstufe gut mit der europäischen Vega-Rakete vergleichbar. Der Hauptunterschied liegt in der Größe und der Nutzlast, die mit 260 kg in einen 500 km hohen sonnensynchronen Orbit nur etwa einem Sechstel der Nutzlast der aktuellen Vega-C entspricht. In weniger anspruchsvolle 500 km hohe Orbits können 350 kg gestartet werden, für minimale Orbits wird die Nutzlast mit 480 kg angegeben.

Für 2027 ist der Bau und erste Start einer Version der Rakete, Vikram-1U, mit vier weiteren Feststoffboostern geplant. Im gleichen Jahr hofft die Firma außerdem, einen ersten Start mit dem Nachfolger Vikram-2 durchzuführen. Diese wird eine effizientere Oberstufe mit Treibstoff aus Methan und flüssigem Sauerstoff nutzen, wie es auch für die Vega-E geplant ist. Vikram-2 soll Nutzlasten bis zu 900 kg starten können.

Ein Technologiedemonstrator als erster Schritt der Entwicklung

Funktionell ist die Vikram-1 damit ein Technologiedemonstrator und in der Leistung in etwa vergleichbar mit der Falcon-1 von SpaceX oder den aktuellen Leistungszahlen zur RFA One der Rocketfactory Augsburg. Die Rakete soll vor allem die Fähigkeiten der Firma demonstrieren und mögliche Probleme im Entwicklungsprozess mit herkömmlicher Technik zeigen, bevor fortgeschrittenere Projekte angegangen werden. Die Entwicklung der Raketentechnik begann schon vor der Vikram-1 mit der Vikram-S, einer suborbitalen Rakete.

Die stufenweise Entwicklung stellt sicher, dass neue Subsysteme mit geringerem Technologierisiko entwickelt werden können, als es bei einer monolithischen Entwicklung des Gesamtsystems der Fall wäre. Es wird auf Grundlage der vorhandenen Technologie der jeweils kleinste und einfachste Entwicklungsschritt durchgeführt, der dennoch ein nützliches Ergebnis hat.

Die Balance zu finden zwischen der Einführung neuer Technologien, dem Finden und Nutzen von tragfähigen Geschäftsmodellen und die Vermeidung zu großer technologischer Risiken gehört zu den grundlegenden Fähigkeiten jeder Technologiefirma. In der Raumfahrt finden sich dazu sowohl gute als auch schlechte Beispiele bei SpaceX.


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