Raumfahrt: Simulierte Mars-Mission startet heute
Sechs analoge Astronauten werden für die nächsten Wochen auf dem Mars leben. Zumindest soll die simulierte Mission des Österreichischen Weltraumforums ÖWF(öffnet im neuen Fenster) ein Leben auf dem Roten Planeten nachstellen. Tatsächlich befindet sich das Mars-Basis-Experiment " Amadee-20(öffnet im neuen Fenster) " im Ramon-Krater in Israel. Gestern, am 11. Oktober 2021, begann ihr erster Mars-Tag in Isolation.
Zunächst handelt es sich beim Österreichischen Weltraumforum um keine Raumfahrtbehörde, sondern um eine unabhängige Institution. Deren Team will sich mit den praktischen Aspekten einer künftigen Marskolonie beschäftigen. Dafür sollen fünf Männer und eine Frau während der ersten Phase des Amadee-20-Projekts in einem 1.300 Quadratmeter großen Gebäude leben, das einem zukünftigen Mars-Habitat nachempfunden ist.
Mars-Kolonie unter Realbedingungen?
Bereits im vergangenen Jahr sollte das Experiment beginnen, doch durch die Coronapandemie wurde die Marssimulation auf dieses Jahr verschoben. Damit das Projekt so realistisch wie möglich gestaltet werden kann, müssen die sechs Personen auch Raumanzüge tragen und eine lange Liste von Experimenten durchführen.
Selbst die Kommunikation zwischen den Marskolonisten und den Betreibern auf der Erde soll mit einer zehnminütigen Verzögerung durchgeführt werden – auch wenn zwischen dem österreichischen Innsbruck und dem israelischen Ramon-Krater keine Hunderte von Millionen Kilometern liegen.
Big Brother is watching you
Während der knapp dreiwöchigen Mission, die am 31. Oktober 2021 enden soll, sollen die Bewegungen und Körpersignale der analogen Astronauten und der analogen Astronautin jederzeit von Kameras und Sensoren überwacht werden. Außerhalb des Habitats sollen ein autonomer Rover und eine Drohne bereitstehen. Mobilfunknetz und GPS werden den Testpersonen nicht zur Verfügung gestellt, was eine Herausforderung darstellen dürfte – immerhin ist beides kaum aus unserem Alltag wegzudenken. Auf dem Mars wird es dies aber nicht geben.
Die analogen Astronauten kommen übrigens aus ganz Europa, eine Person sogar aus Israel. Die Astronautin ist die deutsche Anika Mehlis. Sie hatte an der Freien Universität Berlin Biologie studiert sowie ein Diplom als Ingenieurin für Umwelttechnik & Recycling an der Fachhochschule Zwickau erhalten. Unter anderem arbeitet sie als chemisch-technische Assistentin in einem Umweltlabor und promoviert derzeit.
Die analoge Mission soll dabei helfen, dass Probleme und Hindernisse einer solchen Mission frühzeitig noch auf der Erde erkannt werden. Diese sollen vor Ort bewältigt werden, bevor es dann vielleicht doch irgendwann gen Mars geht – dann in ein richtiges Habitat.
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