Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Raumfahrt: Sicherheitsbedenken bei Artemis und Starliner

Das Nasa -Sicherheitsgremium empfiehlt, die Artemis -Pläne zu überprüfen und den Umgang mit dem Starliner-Vorfall von Boeing zu überdenken.
/ Patrick Klapetz
3 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Illustration mit dem Artemis-Logo der Nasa (Bild: Nasa)
Illustration mit dem Artemis-Logo der Nasa Bild: Nasa

Die Sicherheitsberater der US-amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa empfehlen, dass die Behörde ihre Artemis-Mondlandungsarchitektur sowie den Umgang mit Vorfällen wie dem fehlerhaften Starliner-Testflug überdenkt. Dazu hielt am 19. Dezember 2025 das ASAP(öffnet im neuen Fenster) , das US-Beratungsgremium für Luft- und Raumfahrtsicherheit (Aerospace Safety Advisory Panel), eine öffentliche Besprechung ab, in dem es Empfehlungen für seinen Jahresbericht diskutierte.

Eine Empfehlung bekräftigt die Bedenken hinsichtlich der Nasa-Architektur für Artemis-Missionen zum Mond. Das Thema wurde bereits im Jahresbericht 2023(öffnet im neuen Fenster) sowie vor wenigen Wochen von dem ehemaligen Nasa-Administrator Sean Duffy angesprochen .

Damals äußerte das ASAP-Gremium seine Bedenken hinsichtlich der großen Anzahl von Erstaktivitäten, die für Artemis III, die erste bemannte Mondlandung, geplant waren. Laut dem Gremiumsmitglied Bill Bray(öffnet im neuen Fenster) wird empfohlen, die Missionsziele und möglicherweise die Architektur der bevorstehenden Missionen (ab Artemis III) zu überdenken. Damit soll ein ausgewogenerer Ansatz für Risiken etabliert werden. Des Weiteren sollen Ziele zum Voranbringen der Planung und eine konstante Frequenz der Flugmissionen aufrechtgehalten werden.

Befürchtete Verzögerungen bei der Mondlandefähre von SpaceX

In der Septembersitzung befürchtete das Gremium, dass sich die Entwicklung des Starships um Jahre verzögern könnte . Eine Sorge, die Duffy bezüglich des Zeitplans teilte, womit er scheinbar recht behalten sollte . Dieser wurde jetzt aber vom amtierenden US-Präsidenten Donald Trump mittels der Durchführungsverordnung Ensuring American Space Superiority (Sicherstellung der amerikanischen Weltraumüberlegenheit) festgezogen.

Bei der aktuellen Tagung empfahl das Gremium keine spezifischen Änderungen an der Artemis-Architektur. Jedoch hob es erneut die Anzahl der Aktivitäten hervor, die erstmals auf Artemis III durchgeführt werden sollten. Dazu zählen bemannte Operationen des SpaceX-Mondlandeschiffs Starship HLS (Human Landing System), die Landung auf dem herausfordernden Gelände der südlichen Polarregion des Mondes sowie das Andocken an das Orion-Raumschiff in der Mondumlaufbahn.

"Derzeit hat das Gremium keinen umfassenden Plan beobachtet, um diese Ziele anzugehen oder das damit verbundene Risiko vollständig zu mindern" , teilt Bray mit. Eine zweite Empfehlung befasst sich mit der Mischung der Vertragsansätze, die die Nasa in ihren Programmen verwendet.

Diese Ansätze reichen von traditionellen Kosten-plus-Verträgen bis hin zu Festpreisaufträgen und Dienstleistungsverträgen, alle mit unterschiedlichem Maß an staatlicher Einsicht oder Kontrolle. Dabei geht es dem Gremium vor allem darum, die verschiedenen Akteure in den Prozess zu integrieren.

Kritik am Starliner-Vorfall

Hinsichtlich des Starliner-Vorfalls von Boeing ist das Gremium zudem besorgt. Bei ihrer Prüfung gehe es nicht um die technischen Ursachen, sondern darum, wie die Nasa mit dem Triebwerkszwischenfall und dem verlängerten Aufenthalt ihrer beiden Astronauten, Butch Wilmore und Suni Williams, auf der Internationalen Raumstation umgegangen sei. Die ASAP sei besorgt(öffnet im neuen Fenster) , dass die Nasa den Vorfall nicht als Unfall oder "hochsichtbaren Beinahe-Unfall" eingestuft habe, wie es in den Verfahren der Behörde festgelegt sei.

"Infolgedessen herrschte in Teilen der Organisation Verwirrung über die Prioritäten, Befugnisse und Verantwortlichkeiten der verschiedenen Interessengruppen, um einen sicheren Flugbetrieb und ein optimales Ergebnis sicherzustellen" , teilte Gremiumsmitglied Charlie Precourt mit. Die Nasa soll nun laut dem Gremium sowohl die Kriterien als auch die Verfahren für den Umgang mit solchen Ereignissen überprüfen.


Relevante Themen