Weltraum-Tourismus: Reden wir über Sex im Weltall

Wie bedenklich ist eine Schwangerschaft im Weltall? Forscher fordern eine öffentliche Debatte.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Sex vor dem Weltall ist besser erforscht als Sex im Weltall.
Sex vor dem Weltall ist besser erforscht als Sex im Weltall. (Bild: Pixabay)

Eine Forschungsgruppe um den Astrobiologen David Cullen von der britischen Universität Cranfield fordert die Raumfahrtbranche auf, sich mit dem Thema Sex im Weltall zu beschäftigen. Grund dafür sei vor allem die wachsende Weltraumtourismusbranche – seien es Flüge mit Blue Origin, Virgin Galactic, Besuche mit SpaceX auf der Internationalen Raumstation ISS oder neue Konzepte wie Luxus-Ballonreisen in die Stratosphäre.

Bei Weltraumtouristen besteht durchaus die Möglichkeit, dass sie im All Sex haben möchten – und auch haben. Folglich kann es auch zu einer Befruchtung in der Schwerelosigkeit kommen; wie bedenklich oder unbedenklich das ist, ist noch nicht erforscht. Diese risikobereite Personengruppe könnte laut den Forschern eher dazu neigen, Normen, Regeln und Vorgaben zu ignorieren.

Das Team will eine öffentliche Diskussion über die Risiken einer "unkontrollierten menschlichen Empfängnis" im Weltall anregen. Bisher hätten Aspekte wie der Auswahlprozess, die Arbeitskultur, eine Art Gruppenzwang und die eigenen Karrieremöglichkeiten dafür gesorgt, dass es noch zu keinem dokumentierten Fall einer Empfängnis im All gekommen sei. Mit dem Weltraumtourismus werde sich das ändern, prognostizieren die Forscher.

Fortpflanzung im All nur wenig erforscht

Die bisherigen Kenntnisse über die biologischen Risiken im Frühstadium einer Schwangerschaft im All seien spärlich. Die Wissenschaftsgemeinschaft wisse kaum was über die Auswirkungen von Schwerelosigkeit und Weltraumstrahlung auf einen menschlichen Keim.

Aus den wenigen bisherigen Studien gehe hervor, dass die Umgebung "signifikante Folgen" in vielen Teilen des Reproduktionsprozesses haben könne. Zum einen sei unklar, wie gut Verhütungsmethoden im All funktionierten. Zum anderen könne es nach einer Empfängnis im All bei der Rückkehr auf die Erde zu Problemen kommen.

Eine Debatte über das Thema Sex im All kann auch bei der Planung zukünftiger Weltraumreisen helfen – beispielsweise bei der Konzeption neuer, teils kommerzieller Raumstationen, die mehr Rückzugsorte bieten. Bisherige Erkenntnisse von Polarforschungsstationen oder auf Unterseebooten könnten bei der Debatte hilfreich sein. Das Team verweist aber auch auf die Pornoindustrie und geht davon aus, dass es bald Filme für Erwachsene aus dem All geben dürfte.

Zum wissenschaftlichen Aufsatz

Das Green Paper für die öffentliche Konsultation, Sex in Space: Consideration of uncontrolled human conception in emerging space tourism (Sex im Weltraum: Überlegungen zur unkontrollierten menschlichen Empfängnis im aufkommenden Weltraumtourismus), wurde am 21. April 2023 auf dem Online-Speicherdienst Zenodo veröffentlicht, der hauptsächlich für wissenschaftliche Datensätze und Publikationen verwendet wird.

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PanicMan 05. Mai 2023

Nehmen die für den ersten P***o-Film eine die einen natürlichen Körper hat. Diese...

d-mark 27. Apr 2023

Sex außerhalb der Ehe geht schonmal gar nicht. Wenigstens einer sollte einen Trauschein...

Kaiser Ming 27. Apr 2023

wieso nur bei denen? Da stell ichs mir eher schwierig vor wenn die für 5 min oben sind...

HVorragend 27. Apr 2023

https://www.youtube.com/watch?v=KhJMGu_cFfM



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